Bevölkerung im Ernstfall schützen

UZWIL. Gestern referierte der Präsident des schweizerischen Zivilschutzverbandes, Nationalrat Walter Müller, vor dem Kader der Zivilschutzorganisation Uze. Im Mittelpunkt stand die Konzeption «Bevölkerungsschutz und Zivilschutz 2015 plus».

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Wesentliches Anliegen von FDP-Nationalrat Walter Müller ist es, die Kooperation verschiedener Instanzen innerhalb des Bevölkerungsschutzes zu optimieren. (Bild: zVg)

Wesentliches Anliegen von FDP-Nationalrat Walter Müller ist es, die Kooperation verschiedener Instanzen innerhalb des Bevölkerungsschutzes zu optimieren. (Bild: zVg)

Was passiert, wenn Flüsse über die Ufer treten, ein Gaswerk oder gar ein Atomkraftwerk in der Schweiz explodiert? Um die Bevölkerung im Ernstfall schützen zu können, hat der Bund einen aktualisierten sicherheitspolitischen Bericht erstellt, der nationale Gefahren und Risiken behandelt. Dabei werden auch die Aufgaben der einzelnen Organisationen neu festgelegt.

Der Zivilschutz in der Region

Unter der Führung von Kommandant Peter Haag erhält die Zivilschutzorganisation Uze neuen Aufwind. Die Ziele für den diesjährigen Kadervorkurs sind hoch gesteckt. Regionales Engagement und Einsätze zugunsten der Gemeinschaft stehen auf der Agenda. In Henau wird zurzeit die Treppe an der Schulhausstrasse saniert. Weiter wird an der Einführung des national-einheitlichen Funksystems «Polycom» das ganze Kader am System ausgebildet. Kommandant Peter Haag liess es sich nicht nehmen, die Zukunft des Zivilschutzes durch den Nationalrat und neuen Präsidenten des Zivilschutzverbandes, Walter Müller, präsentieren zu lassen. Kurz vor seiner Session in Bern legte Müller einen Halt in Uzwil ein, um die Mannschaft von Kommandant Haag auf den neusten Stand zu bringen und einen Ausblick in das Programm «Zivilschutz 2015» zu gewähren. Wesentliches Anliegen von FDP-Nationalrat Walter Müller ist es, die Kooperation verschiedener Instanzen innerhalb des Bevölkerungsschutzes zu optimieren.

«Wir sind keine Hilfssheriffs»

Auch der sicherheitspolitische Bericht bekräftigt diese Ziele und weist darauf hin, dass einige Schnittstellen bereinigt werden müssen. Oft gäbe es Einsätze, die mit der eigentlichen Aufgabe des Zivilschutzes nicht mehr viel gemeinsam haben. Bei Katastrophen stellt er aber wichtige Unterstützung für Polizei und Feuerwehr und bringt Kraftreserven im Notfall. «Wir sind keine Hilfssheriffs, weshalb unser Ziel in den kommenden Jahren sein wird, den Zivilschutz im Bereich der Materialien, Führung und Koordination zu professionalisieren», sagte Walter Müller in seinem Vortrag. Der neu vorliegende sicherheitspolitische Bericht enthält einen einheitlichen Schutzplan, der die verschiedenen Organisationen im Notfall zusammen besser reagieren lässt. Nun sei es an der Zeit, das Potenzial der Zivilschutzangehörigen mit ihrer regionalen Verankerung zu nutzen, sie auf den neusten Stand zu bringen, sagte Müller weiter.

Zurück in die Realität

Kommandant Peter Haag wies darauf hin, dass eine Katastrophe nicht geplant und geprobt werden kann. Es brauche gute Leute, die fähig seien, im Ernstfall richtig, schnell und nicht kopflos zu handeln. So sind die regelmässige Benutzung der Arbeitsgeräte und das Durchführen von Evakuationsübungen notwendig, um einen soliden Bevölkerungsschutz zu garantieren. Denn was für die Polizei und Feuerwehr gelte, gelte auch für den Zivilschutz – für den Ernstfall könne man nie gut genug vorbereitet sein. (pd)