«Bettwiesen ist kein Schlafdorf»

Der Unternehmensberater Beat F. Hekler will Gemeindeammann von Bettwiesen werden. Vor einem Jahr kandidierte er für das gleiche Amt in Güttingen. Das sei nicht der richtige Ort gewesen, sagt er und konzentriert sich auf diese Chance.

Tanja von Arx
Drucken
Der 43jährige Beat F. Hekler stellt sich am 10. Dezember der Wahl zum neuen Gemeindeammann von Bettwiesen. (Bild: pd)

Der 43jährige Beat F. Hekler stellt sich am 10. Dezember der Wahl zum neuen Gemeindeammann von Bettwiesen. (Bild: pd)

Herr Hekler, warum haben Sie sich für das Gemeindeammannamt von Bettwiesen beworben?

Beat F. Hekler: Das ist eine spannende Aufgabe, bei der man viel Verantwortung übernimmt. Sie hat viel mit Kommunikation zu tun, und da ich seit elf Jahren als Unternehmensberater tätig bin, sehe ich mich als sehr geeignet für dieses mannigfaltige Amt.

Wie sehen Sie denn die Arbeit im Bereich Kommunikation?

Hekler: Ich will für die Bettwieser erreichbar sein, mich mit ihnen austauschen können – das per Telefon, Mail und Social Media. Wenn man die Anliegen kennt, kann man diese auch viel besser umsetzen und die Gemeinde gut nach aussen vertreten. Ich kann so zu einem besseren Image der Gemeinde beitragen.

Ihr Gegenkandidat Patrick Marcolin sagt, viele nähmen Bettwiesen als Agglo der Stadt Wil wahr.

Hekler: Bettwiesen hat, zu Unrecht, den Ruf einer «Schlafgemeinde». Dem möchte ich entgegenwirken. Bettwiesen soll einen Namen haben, und zwar in den drei Bereichen Gewerbe, Wohnen und Kultur.

Können Sie das präzisieren?

Hekler: Ich möchte das Vereinsleben und kulturelle Veranstaltungen wie Unterhaltungsabende fördern, weiter braucht es Orte der Begegnungen. Auch am Samstagabend soll Bettwiesen hin und wieder eine gute Alternative für den Ausgang sein.

Und wie sieht es aus mit Wohnen und Gewerbe?

Hekler: Das in weiten Teilen brachliegende Industriegebiet am Bahnhof würde ich anpacken. Und Bettwiesen hat auch viele Zuzüger, das wird ein weiteres Thema sein im Hinblick auf neuen Wohnraum und das Jobangebot. Eine gesunde Standortförderung gewissermassen.

Sie wollen also viel neu machen?

Hekler: Nein, ich will keine Welle der Veränderung auslösen. Ich denke dabei an eine langfristige Zukunft. Bettwiesen steht mit Gemeindeammann Clemens Dahinden, dem Gemeinderat und der Verwaltung unter guter, langjähriger Führung. Die Anwohner sollen sich wohl fühlen und sich keine Gedanken um das Wohl der Gemeinde machen müssen.

Das ist nicht Ihre erste Bewerbung als Gemeindeammann. Sie kandidierten bereits vor einem Jahr in Güttingen. Warum hat es damals nicht geklappt?

Hekler: Das Wahlkomitee hatte mich als Kandidaten vorgeschlagen. Ich bin aber nach dem ersten Wahlgang nicht mehr angetreten, weil man die gesamte Wahl torpediert hat. Da habe ich realisiert: Die Güttinger wollen keinen Ammann von aussen, sondern einen vom Dorf. Und ich glaube, dass Güttingen heute mit Urs Rutishauser eine gute Lösung gefunden hat.

Inwiefern hat man Sie torpediert?

Hekler: Es kursierte eine E-Mail, die bemängelte, dass ich keine Referenzen vorzuweisen hätte. Das traf nicht zu. Das überparteiliche Wahlkomitee hatte meine Referenzen eingehend geprüft und mich auch deshalb dem Volk vorgeschlagen. Dieselben Möglichkeiten hat im übrigen auch der Gemeinderat Bettwiesen. Ich kann und will die vertrauliche Basis zwischen mir und meinen Klienten nicht verletzen und deren Namen publik machen, nur weil ich Gemeindeammann werden will. Das Ganze war einfach Teil der kritischen Haltung. Ich hätte in Güttingen im Amt einen schweren Stand gehabt. In Bettwiesen ist die Situation anders – ein wesentlicher Grund, warum ich mich nochmals einer Wahl stelle.

Das Amt des Ammanns von Bettwiesen ist mit 30 Prozent relativ klein. Haben Sie sich mit dem Gemeinderat abgesprochen, wie Sie die Arbeit aufteilen?

Hekler: Ja, das ist relativ klar: Die Stelle umfasst neben den 30 Prozent weitere 20 für Soziales und noch einmal 30 für die Bauverwaltung.

Also insgesamt 80 Prozent. Würden Sie aber weiter in der Unternehmensberatung arbeiten?

Hekler: Ja. Ich würde an fünf Tagen als Ammann arbeiten, zwei halbe Tage in meiner Unternehmensberatung Hekler Consulting. Ich verstehe das Amt aber als eine Vollzeitstelle; man ist ständig gefragt, und ich werde somit fünf Tage die Woche erreichbar sein.

Wie schätzen Sie Ihre Wahlchancen ein?

Hekler: Das weiss ich nicht. Ich kann und will sie auch nicht einstufen. Die Bevölkerung soll frei entscheiden, wen sie als Gemeindeammann wählen will. Ich lasse mich einfach an der Gemeindeversammlung am 10. Dezember überraschen.