Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Bettenauer Weiher
ist verkauft

Man schrieb das Jahr 1912, als der Uzwiler Industrielle Adolf Bühler den Bettenauer Weiher erwarb. 106 Jahre lang blieb das Gewässer im Besitz der Familie – jetzt wurde das Areal von der Politischen Gemeinde Oberuzwil übernommen.
Andrea Häusler
Im Hintergrund ist bereits der wachsende Seerosen-Teppich erkennbar. Der Bettenauer Weiher verfügt über die schweizweit grösste zusammenhängende Seerosenfläche. (Bild: Andrea Häusler)

Im Hintergrund ist bereits der wachsende Seerosen-Teppich erkennbar. Der Bettenauer Weiher verfügt über die schweizweit grösste zusammenhängende Seerosenfläche. (Bild: Andrea Häusler)

«Wir sind sehr glücklich», sagt Oberuzwils Gemeindepräsident Cornel Egger. Denn es ist vollbracht. Vor Wochenfrist wurden Nägel mit Köpfen gemacht, der Verkauf des Bettenauer Weihers grundbuchamtlich besiegelt, das Eigentum von der Uze AG an die politische Gemeinde Oberuzwil übertragen.

Es sei ein faires Geschäft gewesen, zu dem das Unternehmen der Bühler Group Hand geboten habe, urteilt Egger. Eine Lösung, welche die öffentliche Zugänglichkeit des Weihers langfristig garantiere. Der «Verkauf» war seit geraumer Zeit aufgegleist, bedurfte jedoch der Genehmigung des Kantonalen Landwirtschaftsamtes. Darin liegt auch die Zeitspanne begründet, die zwischen dem Handänderungs-Entscheid und der Übernahme des «Bettis» liegt.

Faktisch war der Verkauf/ Kauf, ein Tauschgeschäft. «Geld ist keines geflossen», sagt Cornel Egger. «Die Gemeinde hat das rund 122 000 Quadratmeter grosse Grundstück an der Grenze zu Jonschwil im Tausch gegen drei Grundstücke mit einer Fläche von rund 45 000 Quadratmetern im Gebiet Wilen-Heiterbach-Neuhaus übernommen. Diese Grundstücke liegen in der Landwirtschaftszone und sind verpachtet.»

Der Tausch macht für die Uze AG Sinn, grenzen die eingetauschten Parzellen doch an die eigenen Grundstücke beim Tiergesundheitszentrum. Ungeachtet der Quadratmeterzahl wurden die Objekte als gleichwertig beurteilt – auch seitens des Kantonalen Landwirtschaftsamts, wie Egger sagt.

Preis des Nutzens sind die Kosten

Mit dem Erwerb des vollständig auf Oberuzwiler Gemeindegebiet liegenden Weihers hat sich der Gemeinderat einen seit Jahren gehegten Wunsch erfüllt. «Nicht auszudenken, welche Folgen ein Verkauf an einen Dritten und, damit verbunden, eine ausschliesslich private Nutzung des Gebiets für die Gemeinde und die Region gehabt hätte», sagt Cornel Egger. Im Bewusstsein dessen, dass die Übernahme des Weihers nicht nur Nutzen, sondern auch Kosten bringt. Zumal die Wasserfläche, die Umgebung, aber auch das Bootshaus, Pfadiheim sowie sämtliche Wege zu pflegen und zu unterhalten sind.

Bislang konnte hierbei auf die Unterstützung des 1951 gegründeten Vereins Pro Bettenauer Weiher gezählt werden. Dieser wird heute von Alois Schilliger präsidiert. Der Oberuzwiler Gemeinderat hat das Amt im Hinblick auf den Übergang des Weihers in den Gemeindebesitz übernommen. Während das Kassieramt auf der Bauverwaltung angesiedelt wurde. Vorerst, sagt Cornel Egger, werde alles beim alten bleiben. «Wir sind dankbar für jedes idelle, materielle Engagement.» Ob die Interessen langfristig in einem Verein oder in einer anderen Organisation gebündelt werden, sei noch unklar. Was die Unterhaltskosten anbelangt, kennt Egger lediglich die jeweils von der Uze AG verbuchten Selbstkosten. Diese liegen zwischen 30000 und 40000 Franken. Eins zu eins umlegen liessen sich die Beträge allerdings nicht. «Die Gemeinde verfügt über namhafte Ressourcen und Kompetenzen im Weg- und Strassenbau. Zudem könnten Synergien genutzt werden."

Kein öffentliches Fischereigewässer

Im Bettenauer Weiher gibt es einen gemischten Fischbestand. Seit Jahrzehnten wird hier auch gefischt. «Die in einem Verein organisierten Pächter werden weiterhin ihre Patente lösen und am Ufer angeln können - zumindest in diesem Jahr», versichert Cornel Egger, der sich im Herbst mit dem Präsidenten trifft, um über die Zukunft der Fischerei zu entscheiden. Für ihn steht jedoch ausser Frage: «Der Bettenauer Weiher wird kein öffentliches Fischereigewässer.» Dies liesse sich nicht vereinbaren mit den naturschützerischen Zielen des Naherholungsgebiets als Lebensraum für eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt, findet er.

Seit 1912 im Besitz der Familie Bühler

Einst gehörte der Weiher in der Senke zwischen dem Wild- und dem Vogelsberg zum Gut Schoran und damit dem St. Galler Fürstabt Ulrich Rösch. Das war im Jahr 1464. Aus dem Moorweiher wurde ein Fischgewässer und blieb es bis 1813. In diesem Jahr kaufte der Oberuzwiler Kantonsrat Jakob Weber die Rechte zur Nutzung der Wasserkraft auf. 31 Jahre später gingen diese an Mathias Naef beziehungsweise die Firma Naef & Cie. Ab 1912 bis heute stand der Bettenauer Weiher dann im Besitz der Familie Bühler, der – seit 1924 – auch die Wasserrechte gehörten.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.