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BETROFFENE WEHREN SICH: Zoff in Wil wegen Schäferhunden: «Diese Frau hat ihre Hunde definitiv nicht im Griff»

Die publik gewordenen Vorkommnisse mit einer Hundehalterin und ihren zwei Schäferhunden hat eine Welle ausgelöst. Immer mehr Hundehalter wehren sich und fordern die Behörden zum Handeln auf. Auch ein Stadtparlamentarier hat sich eingeschaltet.
Hans Suter
Egal welche Rasse und Grösse: Hunde sind treue Freunde und Wegbegleiter des Menschen. Um dem Tier als Freund und Meister gerecht zu werden, gibt es Hundeschulen, die dem Menschen den richtigen Umgang beibringen. (Symbolbild: Benjamin Manser)

Egal welche Rasse und Grösse: Hunde sind treue Freunde und Wegbegleiter des Menschen. Um dem Tier als Freund und Meister gerecht zu werden, gibt es Hundeschulen, die dem Menschen den richtigen Umgang beibringen. (Symbolbild: Benjamin Manser)

Hans Suter

hans.suter@wilerzeitung.ch

In der Sömmeri nahe des Wiler Turms geht bei Hundehaltern die Angst um wegen einer Hundehalterin und ihren zwei Schäferhunden. Die Angeschuldigte weist die Kritik von sich. Das hat einen Sturm der Entrüstung bei anderen Hundehaltern ausgelöst.

«Mein erster Spaziergang hier in Wil hat mich nichts ahnend über die Sömmeri zum Wiler Turm geführt», sagt Edith Schweigl. Ihr Hund, ein Labrador-Mischling aus dem Tierheim, «eine Seele von einem Hund», sei an der Leine gewesen. «In der Nähe des Hauses der besagten Hundehalterin wurden wir von zwei nicht angeleinten Schäferhunden attackiert, mein Hund wurde in den Hintern gebissen. Ich war ganz verdattert und wusste nicht, wie mir geschah.» Die Halterin der zwei Schäferhunde habe jedoch keine Anstalten gemacht, ihre Hunde zurückzuholen. «Sie meinte lapidar, es sei ja gar nichts passiert.» Es sei eine unschöne Begegnung gewesen. «Traurig musste ich feststellen, dass die Halterin belehrungsresistent ist. Wir können ihr nur noch ausweichen, auf Konfrontation gehen oder das schöne Gebiet um den Turm meiden», bedauert Edith Schweigl. «Schade, es wäre in diesem schönen Gebiet für alle genug Platz da.»

Auch Angela Küttel ist besorgt. Sie und ihr Hund seien zwar noch nie in direkten Körperkontakt mit der kritisierten Hundehalterin oder dem als aggressiv geschilderten Schäferhund Campino gekommen. «Aber nur, weil ich mich nicht von dieser Frau oder ihrem Campino habe einschüchtern lassen. Diese Frau hat ihre Hunde definitiv nicht im Griff», sagt Angela Küttel. «Wie lange schaut man da noch zu, muss erst ein Kind verletzt werden? Genügt es nicht, dass Erwachsene schon Probleme bekunden und verletzt wurden?» Sie hofft, dass die Hundehalterin endlich zurechtgewiesen wird und ihre Hunde an die Leine nehmen muss. Die Frau sei nicht erst seit gestern «auffällig». «Aber irgendwie sind alle Beschwerden im Sande verlaufen. Ich hoffe doch, dass sich dies nun endlich ändern wird.»

Zum Verhalten der Behörden hat sich auch Martina Moll nochmals zu Wort gemeldet. Bei einer Attacke auf ihren Hund wurde sie an der Hand verletzt; ihr Hund musste an Rücken und Hinterlauf genäht werden (Ausgabe vom 9. September). Sie unterstreicht: «Ich habe bei der Stadt angerufen. Mir wurde dann gesagt, die Stadt könne nichts machen.»

Erstattete Anzeige abgewiesen

Die Hundehalterin mit ihren zwei Schäferhunden spiele den Sachverhalt herunter, wehrt sich Max Jöhl. Er will die Attacken der Schäferhunde und das unangemessene Benehmen der Halterin nicht länger hinnehmen (Ausgabe vom 9. September). «Die Frau ist nicht in der Lage, ihre Hunde zu kontrollieren. Sie kann die Hunde weder physisch noch durch Abrufen zurückhalten oder zurückrufen», sagt er. Er erstattete im Februar Anzeige bei der Polizei. «Das ist ein recht mühsamer Weg, der Ausdauer und Geduld abverlangt», resümiert Max Jöhl. Dreimal persönliche Vorsprachen und zwei unergiebige Telefonate seien nötig gewesen, um die Anzeige zu platzieren. «Der polizeiliche Hundefachmann war weder telefonisch noch persönlich erreichbar, erst mein Schreiben veranlasste diesen zu einer Reaktion», sagt Jöhl enttäuscht. Obwohl der Sachverhalt in seinem Schreiben klar beschrieben gewesen sei, habe er zweieinhalb Stunden auf dem Posten Red und Antwort stehen müssen. Seine Anzeige wurde am 30. August vom kantonalen Untersuchungsamt abgewiesen. Aus den Akten habe sich ergeben, dass die fraglichen Straftatbestände nicht erfüllt seien, stellte die ausserordentliche Staatsanwältin fest. Mittlerweile wurde von einer anderen Person eine Anzeige erstattet, weil ihr Hund gebissen worden ist. Wenn er gewusst hätte, dass in der Stadt Wil eine Meldestelle bei Tierschutzbeauftragen existiere, wäre er zuerst an diese gelangt. Er fragt sich noch immer: «Warum hielt sich die Polizei so vornehm zurück?»

Dass die kritisierte Hundehalterin seit über 30 Jahren Mitglied des Schweizerischen Schäferhunde-Clubs ist und ebenso lange Schäferhunde ausbildet, bezeichnet er als Armutszeugnis. «Sie bestätigt ja immer wieder, dass sie nicht in der Lage ist, ihre Hunde im Senkel zu halten – trotz 30-jähriger Erfahrung.»

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