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Betrachtungen in der Stille: Einblick ins Leben im Kloster Magdenau

Mut und Stille – die derzeit laufende Fotoausstellung «Gekommen, geblieben, angekommen» im Kloster ist durch beides gekennzeichnet. Mut brauchten die Fotografin und die Ordensfrauen.
Michael Hug
Als wäre die Fotografin gar nicht da: Bilder aus der Ausstellung. (Bilder: Michael Hug)

Als wäre die Fotografin gar nicht da: Bilder aus der Ausstellung. (Bilder: Michael Hug)

Noch stiller als sonst steht es da, das Kloster Magdenau in diesen Tagen. Die Lastwagen, die mit Lärm und Optik das Bild mitprägen im Weiler, die Berufspendler, die normalerweise die Ruhe am Weiher schon früh am Morgen zerschneiden, Bauern, die mit ihren Traktoren die Kontemplation im Kloster stören, sie alle bleiben aus zurzeit. Im und um das Kloster ist es still geworden. So soll es sein – im Kloster ist Stille, findet man Stille, geht man in die Stille. «Magdenau ist ein Segelschiff», schreibt Schwester Veronika in ihren Gedanken zur Ausstellung. Segelschiffe haben keine Motoren, sie gleiten still.

Stille im Dachgeschoss

Sehr still ist es üblicherweise auch im Dachgeschoss des Klosters. Ungenutzt fristet er sein Dasein, ist ein Estrich wie es sich gehört, ein Abstellraum, ungenutzt zurzeit, niemand würde sich hier herauf verirren, ausser der Ordensfrau, die monatlich zum Staubwischen beauftragt ist. Zurzeit aber herrscht weniger Ruhe hier oben, das Dachgeschoss wird öfters von Menschen von ausserhalb des Klosters aufgesucht. Zurzeit ist hier eine Ausstellung von Bildern aufgebaut. Bilder, grossformatige Fotografien, die während des Frühlings im Kloster entstanden sind. Die Fotografin, Ora Bürkli, hat sich ein paar Wochen unter die Ordensfrauen gemischt, mit ihnen gelebt, beobachtet und abgedrückt.

Bilder aus dem Alltag im Kloster

Szene aus dem Alltag.

Szene aus dem Alltag.

Entstanden sind sehr nahe, intime Bilder der wenigen Schwestern, die im Zisterzienserkloster Magdenau leben. Bilder, die mitten im Alltag entstanden sind, von diesem erzählen und berichten von den Verrichtungen, die anstehen, die erledigt werden müssen. Gebet, Meditation, gemeinsames Essen, Arbeit sind die Themen, auf die sich die Fotografin gestützt hat. Nicht plakativ sind die Einsichten in das Leben der Schwestern geworden, vielmehr intim, mit einer Mischung aus Nähe und Distanz, mit einem guten Teleobjektiv auch. Nichts ist gestellt, nichts arrangiert, alles ist echt, auch das Schwächliche, gebückte Schwestern mit Rollator zum Beispiel. Die Frappanz der Bilder überrascht, trotz der völligen Unaufgeregtheit.

Ora Bürkli zeigt, was wahrlich ist, und die Fotografierten haben sich nicht versteckt. «Setzen Sie sich so hin, dann ist das Licht besser», eine solche Anweisung hat die Fotografin bestimmt nie ausgesprochen. Sie hat eher für sich selber die beste Position gesucht, damit die Perspektive stimmte. Sie hat lange beobachtet, zugeschaut, passieren lassen, dann abgedrückt. Das lauteste Geräusch dabei dürfte der Auslöser der Kamera gewesen sein. Die im Bild festgehaltene Person hat davon wohl nicht viel mitbekommen, tief war sie in der Arbeit oder im Gebet versunken. Nichts hat sie dabei gestört – das sieht man auf den Bildern. Völlig in sich selbst versunken, als wäre die Fotografin gar nicht da gewesen.

Es sind stille, kontemplative, auch berührende Bilder, die noch bis im Oktober ausgestellt sind. Ebenso still ist es im Kloster, noch stiller aber ist es zurzeit in der Ausstellung selbst. Die Besuchenden finden sich meist alleine vor, bei diesem Wetter erscheinen andere Möglichkeiten zum Verbringen der Freizeit attraktiver. So kann es sein, dass man die Ausstellung eine ganze Stunde lang für sich alleine hat. In der absoluten Stille, stille Bilder betrachten, sich darauf einlassen, sich berühren lassen. Das Beste daran: Es findet hier statt.
Was auf den Bildern zu sehen ist, sind Augenblicke im Leben der Schwestern im Stockwerk darunter, in der Kirche nebenan, im Refektorium, in der Küche gleich um die Ecke. Es sind keine Bilder aus einer fremden Welt, es ist das Leben einer Gruppe von stillen Frauen an einem stillen Ort, mitten unter uns.
Öffnungszeiten
Juli/August: Mittwoch, Samstag, Sonntag 14 bis 19 Uhr. September bis Mitte Oktober: Samstag und Sonntag 14 bis 19 Uhr. Eintritt frei.

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