Besserer Schutz vor Unwetter

Das Unwetter von Mitte Juni hat grossen Schaden verursacht. Auf Initiative von Betroffenen hat jetzt der Sicherheitsverbund Region Wil eine Sandsack-Aktion lanciert. Der Bevölkerung werden abgefüllte Säcke angeboten.

Urs Bänziger
Merken
Drucken
Teilen
Die gefüllten Säcke sind aus robustem Kunststoff.

Die gefüllten Säcke sind aus robustem Kunststoff.

REGION. So ein Unwetter wie Mitte Juni hat es in der Region Wil seit Jahren nicht mehr gegeben. Das heftige Gewitter verursachte grossen Schaden. «Das Gewitter hat unsere Region in einem bisher noch nie erlebten Ausmass getroffen», sagt Andreas Dobler, Geschäftsführer des Sicherheitsverbunds Region Wil. Binnen Minuten traten Bäche über die Ufer, zahlreiche Keller waren überflutet. Über 300 Schadensmeldungen gingen ein.

Jetzt hat der Sicherheitsverbund Region Wil eine Sandsack-Aktion lanciert. «Vorbeugende Massnahmen helfen, die Auswirkungen eines Unwetters zu vermindern oder gar abzuwenden», sagt Dobler. Die Initiative sei vor allem von vom Unwetter im Juni betroffenen Bewohnern gekommen. Leere Säcke habe man bisher vom Sicherheitsverbund regelmässig beziehen können. «Die Nachfrage nach gefüllten Säcken hat uns dazu bewogen, diese Aktion durchzuführen.» Sandsäcke würden sich hervorragend eignen, um Einfahrten, Hauseingänge oder Lichtschächte vor Wassereinbruch zu schützen, sagt Dobler.

Gefüllt mit Splitt

Auch die Einsatzkräfte des Sicherheitsverbundes setzten beim Unwetter Sandsäcke ein. «Man kann mit den Säcken zwar nicht beliebig hohe Mauern erstellen, aber auf eine Höhe bis zu 40 Zentimeter kann mit den Sandsäcken einen effizienten Schutz gegen Hochwasser erzielt werden.»

Mit Sand werden die Säcke allerdings nicht gefüllt, sondern mit feinem Splitt. «Splitt eignet sich viel besser als Sand», erklärt Dobler. «Er saugt nicht so viel Wasser auf wie Sand, bildet keine Klumpen, trocknet schneller und die Säcke können nach dem Einsatz wieder eingelagert werden.» Ziel der Aktion ist es, dass die Hausbesitzer die mit Splitt gefüllten Säcke selber unterbringen, um sie bei Bedarf rasch einsetzen zu können. Der Sicherheitsverbund Region Wil verfüge zwar über einen Lagerbestand von rund 2000 gefüllten Säcken, aber im Notfall müsse er diese gezielt und vorab für öffentliche Einrichtungen einsetzen, sagt der Geschäftsführer.

Bisher rund 500 Bestellungen

Sobald die Anmeldefrist abgelaufen ist, werden Angehörige des Zivilschutzes die Säcke mit Split füllen. Bisher wurden rund 500 Säcke bestellt. Neben privaten Hausbesitzern beteiligen sich auch Immobilienverwaltungen und Gemeinden an der Aktion. Andreas Dobler hofft, dass bis Ende September noch weitere Bestellungen eintreffen werden. «Die Sack-Aktion ist eine Präventionsmassnahme. Betroffene müssen nicht mehr tatenlos zusehen, wie Wasser in ihre Häuser dringt. Sie können etwas dagegen unternehmen.»

Zivilschutzangehörige des Sicherheitsverbunds Region Wil beim Abfüllen der Säcke mit Splitt. (Bilder: pd)

Zivilschutzangehörige des Sicherheitsverbunds Region Wil beim Abfüllen der Säcke mit Splitt. (Bilder: pd)