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«Beschwerde löst Unsicherheit aus»

Die Beschwerde der Jungen Grünen gegen die Beschlüsse des Stadtparlaments zum Kathi hat aufschiebende Wirkung. Die Ungleichbehandlung der Bronschhofer Mädchen bleibt bestehen. Schulratspräsidentin Jutta Röösli gelangt mit einem Antrag auf Aufhebung an den Kanton.
Philipp Haag
Schulratspräsidentin Jutta Röösli. (Bild: pd)

Schulratspräsidentin Jutta Röösli. (Bild: pd)

Frau Röösli, was halten Sie von der Beschwerde der Jungen Grünen gegen die Parlamentsbeschlüsse zur Mädchenschule St. Katharina?

Jutta Röösli: Das Stadtparlament hat den Nachtrag I zum Schulvertrag mit der Stiftung Schule St. Katharina an zwei Sitzungen eingehend diskutiert und mit einer klaren Mehrheit einen Entscheid getroffen. Dass dieser deutliche politische Entscheid von den Jungen Grünen Wil nun auf dem juristischen Weg umgestossen werden soll, bedauere ich sehr.

Und inhaltlich?

Röösli: Bei den Vorbereitungsarbeiten und bei der Beschlussfassung war klar, dass der Nachtrag I eine Übergangszeit regelt. Diese Regelung wird benötigt, damit im Projekt «Schule 2020» genügend Zeit bleibt, um eine sorgfältige und längerfristige Oberstufenkonzeption zu erarbeiten, die auch eine Klärung der Rolle der Mädchensekundarschule St. Katharina beinhaltet. Die von den Jungen Grünen eingereichte Beschwerde nimmt uns einerseits diesen Auftrag nicht ab, löst aber andererseits mit Blick auf die Beschulung ab Sommer 2016/17 Verunsicherungen aus, insbesondere bei Schülerinnen und deren Eltern in Bronschhofen und Rossrüti.

Die Ungleichbehandlung der Mädchen aus Bronschhofen und Rossrüti gegenüber denjenigen aus Wil bleibt auch nach Ablauf der Referendumsfrist am 21. März bestehen, weil die Beschwerde anscheinend eine aufschiebende Wirkung hat.

Röösli: Das ist so – leider. Der Stadtrat wird sich dafür einsetzen, dass die Ungleichbehandlung auf den Beginn des Schuljahres 2016/2017 im Sinne des Nachtrags I aufgehoben wird, und wird dem Kanton im Rahmen des Beschwerdeverfahrens entsprechend Antrag stellen.

Was geschieht, wenn die Beschwerde gutgeheissen wird?

Röösli: Dazu lässts sich im Moment noch nichts sagen – wir müssen zuerst die Antwort des Kantons und die darin enthaltene Argumentation abwarten. Wir werden die Antwort auf die Beschwerde zu gegebener Zeit analysieren und daraus die erforderlichen Schlussfolgerungen ziehen.

Wie sieht die Situation aus, wenn der Kanton die Beschwerde abweist? Reicht die Zeit, um auf das nächste Schuljahr die Mädchen aus Bronschhofen und Rossrüti in das Kathi einzuteilen? Was bedeutet die Verzögerung für die Planung?

Röösli: Für die Klassenorganisation sind wir darauf angewiesen, im Mai 2016 die Einteilung machen zu können. Es geht dabei nicht nur um die Zuteilung der Schülerinnen und Schüler in die Oberstufenschulhäuser, sondern auch um die Weiterbeschäftigung oder die Neuwahl von Lehrpersonen. Die Unsicherheit und die Verzögerung, welche die Beschwerde mit sich bringt, sind hierbei nicht förderlich.

Die Jungen Grünen behaupten, die Ungleichbehandlung der Mädchen aus Bronschhofen und Rossrüti könne jederzeit aufgehoben werden. Welche Möglichkeiten gibt es, abgesehen vom Vertragsnachtrag?

Röösli: Die rechtlichen Möglichkeiten wurden beim Kanton schon vor einiger Zeit und bereits mehrmals abgeklärt. Genau deshalb wurde ja auch der Nachtrag I erarbeitet und dem Parlament unterbreitet – dieser Nachtrag I regelt den Zugang zum Kathi für alle Sekundarschülerinnen aus dem gesamten Stadtgebiet von Wil im Sinne einer Übergangslösung bis zum Vorliegen der Resultate aus dem Projekt «Schule 2020». Die Beschwerde blockiert genau diese Möglichkeit. Der Stadtrat wird sich, wie bereits erwähnt, im Rahmen des Beschwerdeverfahrens dafür einsetzen, dass die Ungleichbehandlung so rasch als möglich eliminiert werden kann.

Soll die Kathi-Frage überhaupt juristisch gelöst werden?

Röösli: Für mich zentral ist, dass die Oberstufenfrage primär inhaltlich gelöst werden muss. Dabei sind die Interessen aller Jugendlichen der Stadt Wil zu berücksichtigen und pädagogische, personelle sowie betriebswirtschaftliche Überlegungen zu machen. Viele verschiedene Anforderungen prägen den Beschulungsauftrag an den Oberstufen. Ziel im Projekt «Schule 2020» ist es, innerhalb dieses Rahmens diejenige Lösung zu schaffen, welche den Herausforderungen am besten und langfristig gerecht wird. Bei der Ausarbeitung von Varianten sind die rechtlichen Aspekte einzuhalten. Die politische Ebene wird dabei Vor- und Nachteile verschiedener Varianten abzuwägen und entsprechende Entscheide im Sinne aller Jugendlichen zu fällen haben. Den juristischen Weg erachte ich nicht unbedingt als zielführend und angebracht.

Welchen Einfluss hat die Beschwerde nun auf das «Schule-2020»-Projekt?

Röösli: Mit dem Projekt «Schule 2020» können wir unabhängig von der Beschwerde starten. Das Stadtparlament bewilligte einen Kredit für das Projekt mit den drei Teilprojekten «Strategische Ausrichtung», «Schul- und Schulraumplanung» sowie «Oberstufenkonzept». Dabei sollen pädagogische als auch betriebswirtschaftliche und organisatorische Aspekte berücksichtigt werden. Selbstverständlich muss die in rund eineinhalb Jahren präsentierte Lösung auch rechtlich abgestützt sein.

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