BESCHLUSS: Stadt Wil unterstützt ihren Krisenclub nicht

Der Stadtrat Wil hat über ein Gesuch um finanzielle Unterstützung des FC Wil entschieden. Und es abschlägig beantwortet.

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Der FC Wil steht vor einer ungewissen Zukunft - mehr denn je. (Bild: ENNIO LEANZA (KEYSTONE))

Der FC Wil steht vor einer ungewissen Zukunft - mehr denn je. (Bild: ENNIO LEANZA (KEYSTONE))

"Der Stadtrat kann aus finanzrechtlichen Gründen auf das Gesuch der FC Wil 1900 AG nicht eintreten. Eine finanzielle Unterstützung an die FC Wil 1900 AG durch Steuergelder wird ausgeschlossen." Das heisst es in einem Communiqué der Stadt Wil, das am Donnerstagnachmittag veröffentlicht wurde. Die Stadt hat den krisengeschüttelten Club damit in dessen Begehren, Hilfe von der Stadt zu erhalten, abblitzen lassen.

Nach dem Ausstieg der türkischen Investoren habe der FC Wil dem Stadtrat ein schriftliches Gesuch um finanzielle Unterstützung eingereicht. Darin wurden für den Betrieb von diversen Nachwuchsmannschaften Beiträge von insgesamt 200'000 Franken erbeten, verteilt auf zwei Jahre.

In seinen Erwägungen verweist der Stadtrat darauf, dass er sich lediglich im Rahmen seiner Finanzbefugnisse mit dem Gesuch auseinandersetzen kann - über ein allfälliges Darlehen oder einen Beitrag in der Höhe von 100'000 Franken könnte er abschliessend entscheiden, über einen höheren Betrag müssten das Stadtparlament oder das Stimmvolk befinden. Er hält des Weiteren fest, dass die Stadt schon heute jährlich finanzielle Beiträge für die Unterstützung der Jugendmannschaften sowie für den FC Wil Breitensport leistet. Dem Stadtrat lägen keine detaillierten Kenntnisse über den aktuellen Stand der Sanierungsmassnahmen beziehungsweise über die finanzielle Lage der FC Wil 1900 AG vor. "Die zur Verfügung stehenden Informationen reichen für eine fundierte, gesicherte Beurteilung nicht aus", schreibt der Stadtrat. Er erachte es als nicht opportun, Steuergelder in eine privatrechtliche Aktiengesellschaft zu investieren - "nicht zuletzt auch aufgrund der intransparenten finanziellen Situation". Zudem könne auch mit einer Sprechung von Geldern durch den Stadtrat ein Konkurs der FC Wil 1900 AG nicht ausgeschlossen werden, was die Rechtfertigung des Einsatzes von Steuergeldern zusätzlich erschwere.

Abschliessend hält der Stadtrat fest, er sei bereit, im Rahmen seiner Finanzbefugnisse eine finanzielle Unterstützung für das Bestehenbleiben beziehungsweise die Fortführung des Trainings- und Spielbetriebs der Juniorenmannschaften zu prüfen. "Dabei kann aus seiner Sicht jedoch nicht die FC Wil 1900 AG als Gesuchstellerin agieren, sondern eine mögliche Nachfolgeorganisation für die Übernahme des Nachwuchsbetriebs."