BESCHÄFTIGUNG: Gemeinnützige Abwechslung

Asylsuchende, die auf ihren Asylentscheid warten müssen, sollen auch in Flawil einer Tätigkeit nachgehen können. Ein Versuch startet kommende Woche.

Zita Meienhofer
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Zita Meienhofer

zita.meienhofer@wilerzeitung.ch

Bald werden auch in der Gemeinde Flawil wieder – wie bereits in etlichen anderen Gemeinden der Schweiz – Personen mit Leuchtwesten und fahrbaren Behältern unterwegs sein, um öffentliche Strassen, Plätze und Wege zu säubern. Waren dies in der Gemeinde Flawil einst die Sozialhilfebezüger, sind es nun Asylsuchende mit dem Status N. Diese dürfen sich in der Schweiz aufhalten, bis ihr Asylverfahren abgeschlossen ist, sie können jedoch keiner Erwerbstätigkeit nachgehen.

Um diesen Personen trotzdem eine Beschäftigung zu bieten, startet die Gemeinde Flawil einen Versuch. Während zweier Monate werden zwei Asylsuchende einen Tag pro Woche gemeinnützige Arbeiten verrichten. Eine Tätigkeit, die für die beiden Männer eine Abwechslung während des Wartens auf den Asylentscheid bietet und einen Nutzen für die Allgemeinheit hat. «Es ist uns ein Anliegen, dass wir den Asylsuchenden mit diesem Status eine Struktur geben können», erklärt René Bruderer, Geschäftsleiter Bau und Infrastruktur der Gemeinde Flawil, auf Anfrage. Vorerst werden die Asylsuchenden beim Säubern von öffentlichen Plätzen, Wegen und Strassen eingesetzt.

René Bruderer hat jedoch Ideen für andere Beschäftigungen. So hat er bereits einen Antrag beim Migrationsamt gestellt, damit auch Arbeiten im gemeindeeigenen Wald ausgeführt werden könnten. In anderen Gemeinden werden die Asylsuchenden auch für die Bekämpfung von Neophyten eingesetzt, helfen bei der Erstellung von Veranstaltungsinfrastrukturen mit oder lehren Senioren den einfachen Umgang mit dem Smartphone.

Von den acht in Flawil wohnhaften asylsuchenden Männern mit dem Status N wurden nun zwei für diese Versuchsphase ausgewählt. Ausschlaggebend für die Auswahl sei vor allem die körperliche Konstitution gewesen, sagt Ruedi Loher, Leiter der Sozialen Dienste. In der kommenden Woche wird nun mit der zweimonatigen Versuchsphase gestartet. Die zwei Asylsuchenden, ein Syrer und ein Afghane, werden unter der Aufsicht des Unterhalts- oder Hauswartdienstpersonals die entsprechenden Arbeiten verrichten. Als Gegenleistung erhalten sie von der Gemeinde Flawil – neben der Leuchtweste – drei Franken pro Stunde. Die Höhe für eine Entschädigung ist vom Bund definiert. Der Betrag soll 400 Franken brutto pro Monat nicht übersteigen.

Die Gemeinde Flawil erhofft sich von diesem Versuch ein positives Resultat und wird in zwei Monaten Bilanz ziehen. «Andere Gemeinden haben mit solchen Beschäftigungsprogrammen bereits sehr gute Erfahrungen gemacht. Von zufriedenen Asylsuchenden ist die Rede, die froh seien, wenn sie etwas zu tun hätten und sich nicht langweilen müssten», heisst es in einer Mitteilung des Flawiler Gemeinderats.