BERUFUNG: Mentor für Hunderte Kinder

Walter Lampart trat jüngst seine verdiente Pension an. Er schaut zurück auf 44 Jahre Lehrtätigkeit; und das an ein und demselben Ort im Primarschulhaus in Wallenwil.

Christoph Heer
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Walter Lampart führte ein Tagebuch während seiner Lehrertätigkeit in Wallenwil. (Bild: Christoph Heer)

Walter Lampart führte ein Tagebuch während seiner Lehrertätigkeit in Wallenwil. (Bild: Christoph Heer)

Christoph Heer

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Er ist einer, der stets auf dem Boden geblieben ist. Hat das Schulschiff jahrzehntelang mitgelenkt und tatkräftig geholfen, es über Wasser zu halten. Seine Art, sein Wesen wurden stets respektiert, daher muss man bei Walter Lampart von einem Sympathieträger sprechen, der seinesgleichen sucht. 44 Jahre war er im Dienste der Schulgemeinde und hat Hunderte von Wallenwiler und Eschliker Kinder begleitet, sein Wissen weitergegeben und seine unzähligen Ideen in die Lehrtätigkeit einfliessen lassen. Angefangen hat alles 1973 im damaligen Dreiklassensystem und mit 27 Kindern auf engstem Raum. «Ich mag mich erinnern, dass ich einmal eine Klasse unterrichtete, die aus lediglich zwei Schülern bestand, das war schon speziell», sagt der 65-jährige Vollblutlehrer. Mit der Anstellung einer dritten Lehrerin übernahm er dann die 3. und 4. Klasse.

Im Schulhaus Rimli auch zu Hause

«Nach der Ausbildung suchten mein Kollege Max und ich eine Stelle in einer ländlichen Schulgemeinde. Wir wollten als kleines Team starten und in einer einfachen Wohnung als Wohngemeinschaft leben. Gefunden haben wir das genau hier im Schulhaus Rimli. Dank des Vertrauens seitens Schulbehörde und Eltern konnten wir ziemlich frei unterrichten. Das gefiel uns.» Gewohnt hat er danach auch noch mit seiner Familie im Schulhaus Rimli. «Früher war es auch Pflicht, in der Gemeinde zu wohnen, in welcher man unterrichtete.» Lässt Walter Lampart die Vergangenheit Revue passieren, so kommen ihm einige Anekdoten in den Sinn. «Überrascht hat mich immer wieder die grosse Energie, die wir – nebst der Arbeit im Dreiklassensystem – für das Organisieren von Skilagern und Jassabenden aufbrachten.»

Die Lebendigkeit der Kinder stand stets im Fokus von Walter Lampart. Auch wenn sich mit dem Einzug des Computers und der Einführung der geleiteten Schule vieles änderte. «Die Einbettung in ein menschliches, zuverlässiges und vertrauensvolles Team war wichtig, um zufrieden zu sein. Was sich in meinen 44 Jahren nicht verändert hat, sind die Bedürfnisse der Kinder. Sie wollen auch heute noch in einem vertrauensvollen Umfeld lernen und integriert sein.»

Ein Tagebuch für die Ewigkeit

Walter Lampart, der mit seiner Frau gerne Zugreisen unternimmt, fotografiert, wandert und Fahrrad fährt, stöbert gerne in seinem Tagebuch. Vom ersten Schultag an bis zu seinem letzten finden sich darin Fotos und unbezahlbare Erinnerungen. «Ich würde wieder den gleichen Weg einschlagen.» Nun geniesst er seine neugewonnene Freizeit und erfreut sich immer wieder über Kontakte mit ehemaligen Weggefährten oder Schülern. Im Gespräch mit diesen darf sich Walter Lampart bewusst werden, wie viele Freunde er hier hat.