Berufsschule neu auch in Flawil

Das Berufsbildungszentrum Uzwil hat nach Flawil expandiert. Der Name der Schule wurde deshalb auf «BZ Uzwil-Flawil» geändert. In der ehemaligen Landwirtschaftlichen Schule gehen neu über 450 Lernende ihrer Berufsschulausbildung nach.

Natalie Brägger
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Freuen sich über den hellen, farbigen Mattenhof: Toni Kleindl, Verwalter, Marco Frauchiger, Rektor, Stefan Kurath, Leiter Hausverwaltung, und Werner Muchenberger, Gemeindepräsident (von links). (Bild: nb.)

Freuen sich über den hellen, farbigen Mattenhof: Toni Kleindl, Verwalter, Marco Frauchiger, Rektor, Stefan Kurath, Leiter Hausverwaltung, und Werner Muchenberger, Gemeindepräsident (von links). (Bild: nb.)

Flawil. Der Flawiler Mattenhof hat eine lange Geschichte. Vor über 80 Jahren wurde er als landwirtschaftliche Bildungsanstalt erbaut. Jahrelang lebten angehende Bauern in Flawil im Internat und absolvierten so ihre Ausbildung. Nach Umstrukturierungen ist die Ausbildung der Landwirte im Jahr 2004 nach Salez verlegt worden. Für das Berufsbildungszentrum (BZ) Uzwil bot sich damit die ideale Gelegenheit.

Die Räume in Uzwil waren knapp geworden, und so übernahm das BZ Uzwil den Mattenhof im Jahr 2005 zur Teilnutzung und für die Verwaltung. Seit Schulbeginn vor zwei Wochen ist das Gebäude voll besetzt, über 450 Lernende absolvieren ihre Berufsschule in Flawil. «Um die Bedeutung dieses wichtigen Schulstandortes zu unterstreichen, hat die Bildungsdirektion einer Namensänderung auf <BZ Uzwil-Flawil> zugestimmt», erklärte Rektor Marco Frauchiger am Mittwoch an einer Medienorientierung.

Flawil sei damit wieder ein vollwertiger Berufsschulstandort und keine Zweigstelle des BZ Uzwil, betonte Frauchiger.

Auch Weiterbildungen in Flawil

Neben den Schülern des BZ Uzwil-Flawil sind von anderen Schulen rund 240 Schreinerlehrlinge und 175 Lernende aus der landwirtschaftlichen Aus- und Weiterbildung im Mattenhof eingemietet. «Wir haben bewusst auf die Durchmischung der Niveaus in diesem Schulhaus geachtet», erklärte Marco Frauchiger. Es seien nun auch nicht mehr nur Männer am Mattenhof, was sicherlich positiv sei.

Ziel der Verantwortlichen des BZ Uzwil-Flawil ist es zudem, das Angebot der Weiterbildung Wil-Uzwil (WWU) nach Flawil auszuweiten. «Die Idee ist es, in diesem Bereich für Flawil ein gutes Grundangebot zu bieten und somit die Infrastruktur auch an den Abenden zu nutzen», führte Frauchiger aus.

Renovationen waren nötig

Damit das BZ Uzwil-Flawil den über 80-jährigen Mattenhof als Schulstandort nutzen konnte, waren zahlreiche Renovationen und Umbauten nötig.

So wurde unter anderem der ehemalige Hörsaal in eine moderne Aula umgebaut, im ehemaligen Direktionsbüro wurde ein Schulzimmer eingerichtet. Das Auffälligste an der Renovation sind jedoch die Gänge. Sie erscheinen hell und leuchten in verschiedenen Farben. Mit einem alten Internat, wie es von aussen scheint, hat das Schulgebäude innen nicht mehr viel zu tun.

Das Erdgeschoss und der erste Stock wurden bereits aufgefrischt und renoviert, die Tradition des alten Gebäudes ist dabei aber in vielen kleinen Details erhalten geblieben. Die Renovation der oberen Stockwerke, in denen auch Hotelzimmer untergebracht sind, ist geplant. Nach Angaben von Niklaus Erb, Projektleiter vom kantonalen Hochbauamt, soll im kommenden Jahr damit gestartet werden. Allerdings müsse der Kantonsrat erst noch den Kredit für diese dritte Bauetappe bewilligen.

Das Budget für die Gesamtrenovation des Mattenhofs beträgt rund 800 000 Franken.

Wohin mit dem Verkehr?

Erfreut über den «Mattenhof in neuem Glanz» zeigte sich auch der Flawiler Gemeindepräsident Werner Muchenberger: «Wir freuen uns über die interessanten Zukunftspläne und das Leben, das mit den Schülern ins Dorf kommt.» Nicht wegzudiskutieren ist allerdings, dass mit dem wieder voll besetzten Mattenhof auch mehr Verkehr einhergeht.

«Verkehrstechnisch müssen noch einige flankierende Massnahmen getroffen werden», erklärte Marco Frauchiger. Konkrete Pläne gäbe es noch nicht, Ziel sei aber, die öffentlichen Verkehrsmittel stark einzubeziehen. «Die meisten Schüler kommen allerdings schon jetzt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, Roller oder Velo hierher», betonte der Rektor.

Der Mattenhof öffnet am 18. September für alle Interessierten von 9 bis 14 Uhr seine Türen.