Berner stellt sich zur Wahl

Die Findungskommission, die sich zusammengetan hatte, um einen Gegenkandidaten für das Münchwiler Gemeindeammannamt zu finden, lüftet das Geheimnis. Der in Bern wohnhafte Guido Grütter tritt gegen Lorenz Liechti an.

Nicole Schaffner
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Münchwilen. Gestern abend war es soweit: Die Findungskommission, die sich im Mai formiert hatte, um an der Wahl im Februar einen Gegenkandidaten für das Gemeindeammannamt aufzustellen, präsentierte ihren Auserwählten. Es handelt sich hierbei um den 54jährigen parteilosen Guido Grütter, der zurzeit im bernischen Rapperswil wohnt.

Bewusst nur ein Kandidat

Seit der Bekanntgabe der Bildung einer Findungskommission wurde es still um die Initianten. Dies hatte laut Mitglied Stefan Hasler zwei Gründe.

Zum einen sei man sich ob dem Gelingen des Vorhabens nicht sicher gewesen, zum anderen habe man sich in Ruhe und seriös der Arbeit widmen wollen. Insgesamt seien 14 Bewerbungen eingegangen – allesamt von männlichen Anwärtern, keine von Münchwiler Persönlichkeiten. Dass man sich trotz der eingegangenen Bewerbungen nur für einen Kandidaten entschieden habe, ist auf taktische Gründe zurückzuführen.

«Bei zwei Kandidaten wäre die Gefahr gross, dass sich die Stimmen aufsplitten würden», erklärte Hansruedi Aggeler, Präsident der CVP Münchwilen. «Wir möchten aber klare Verhältnisse schaffen und sind überzeugt, dass wir auch mit einem Gegenkandidaten den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern eine Alternative bieten», sagte er.

Der Kandidat stellt sich vor

Guido Grütter habe die 20köpfige Findungskommission einstimmig überzeugt, machte Angela Haltiner, Mitglied der Sozialkommission, deutlich. «Seine offene Kommunikation ist gewinnend und er ist ein Mann mit Weitsicht», erklärte sie.

Der 54jährige Unternehmensberater stellte sich denn auch gleich selbst vor und nannte seine Motivation für die Kandidatur zum Gemeindeammann. «Ich habe immer wieder Muster gebrochen und mich auf zu neuen Ufern gemacht», sagte er zu Beginn.

So wolle er noch einmal eine grosse, interessante und langfristige Herausforderung annehmen und die Chance nutzen, sich in einer politischen Exekutive zu bewähren. «Sollte mir die Bevölkerung ihr Vertrauen entgegenbringen, so möchte ich mich diesem würdig erweisen», betonte er. Ihn reize es, Impulse zu geben, gemeinsam Ideen zu entwickeln und die Verantwortung für ein breites Aufgabengebiet zu übernehmen.

«Die offene und transparente Kommunikation mit den Bürgern ist mir wichtig», erklärte Grütter. Mit dem Kanton Thurgau fühle er sich aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit im Militär, aber auch bei der Schweizerischen Post, verbunden. «Ich kenne die Region und die Gemeinde und fühle mich hier heimisch», so Guido Grütter.

Liste veröffentlicht

Nebst der Präsentation des Kandidaten, veröffentlichte die Findungskommission die Liste ihrer Mitglieder. Darunter befinden sich Parteilose, CVP- und SVP-Mitglieder.

«Da Gemeindeammann Lorenz Liechti Mitglied der FDP ist, schloss sich diese uns nicht an», erklärte Hansruedi Aggeler. Allerdings habe man die Unterstützung von einzelnen FDP-Mitgliedern. Ausschlaggebend für die Formierung einer Findungskommission sei das fehlende Vertrauen zum Gemeindeammann. Die Findungskommission bemängelt seine Kommunikation und Vertretung nach aussen. Genaue Gründe wollte man aber nicht nennen.

«Wir wollen keine Schlammschlacht, sondern lediglich den Stimmbürgern eine echte Wahl bieten», betonte Aggeler. Mit der Präsentation von Guido Aggeler sei die Arbeit der Findungskommission nun abgeschlossen. Die Vorbereitungen in Hinblick auf die Gemeindewahlen liege nun in der Hand eines zehnköpfigen Wahlkomitees.