Bergholz-Kredit gutgeheissen

WIL. Das Stadtparlament stimmte an der ersten Lesung zur Bauvorlage Sportpark Bergholz dem Gesamtkredit von 57,5 Millionen Franken klar zu. Einige Parlamentarier machten aber auch deutlich, dass in diesem Projekt noch viele Fragen offen sind.

Silvan Meile
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Ein neues Stadion für den FC Wil. (Bild: Visualisierung: pd)

Ein neues Stadion für den FC Wil. (Bild: Visualisierung: pd)

«Gebt uns endlich eine Infrastruktur, die den Namen Sportstätte auch verdient», stand auf einem Transparent, das die Stadtparlamentarier am Donnerstagabend auf ihrem Weg in die Tonhalle zu passieren hatten. Rund fünfzig Jugendliche verschiedener Sportvereine unterstrichen auf ihre Art, dass die Anlagen des Sportparks Bergholz den heutigen Anforderungen nicht mehr genügen. Norbert Hodel (FDP) bezeichnete den Sportpark in der Eintretensdebatte als «Schatten seiner selbst».

Deshalb sei es jetzt an der Zeit zu handeln und «nicht ein Haar in der Suppe zu suchen», so Hodel. Erika Häusermann (GLP) fand gleich mehrere und stellte einen Rückweisungsantrag, um nicht auf das Geschäft einzugehen. Darin ging es unter anderm um fehlende schriftliche Zusagen finanzieller Beteiligungen Dritter, die Bauteuerung und die «unrealistisch hohe Abschreibungsdauer von 35 Jahren». Auch bemängelte sie den Standort der künftigen Sportanlagen.

Häusermann stellte damit das Projekt komplett in Frage, fand zwar in einzelnen Punkten betreffend der Finanzierung durch Dritte Zustimmung in der Fraktion der Grünen Prowil, bei der Abstimmung ihres Antrags konnte sie aber kein einziges Mitglied des Parlaments für sich gewinnen.

Investitionen Dritter

Christoph Hürsch (CVP), Präsident der vorberatenden Kommission, erläuterte, diese sei zum Schluss gekommen, dass das Projekt die Anforderungen des Parlaments erfülle.

Er lobte die hohe Qualität der Arbeit des Stadtrats. Er merkte aber auch an, dass die Kommission konkrete Zahlen und Auswirkungen auf die Sportvereine dargelegt haben möchte. Im Bericht und Antrag des Stadtrats sind rund 1,8 Millionen Franken von Sportvereinen vorgesehen. Stadtrat Marcus Zunzer (CVP) erklärte bereits in der Detailberatung, dass es für die Vereine deshalb Ansporn sei, den von ihnen geforderten Investitionsbeitrag mit Sammelaktionen erbringen zu können, da dadurch die Mieten respektive Betriebsbeiträge für die Vereine tiefer ausfallen würden.

Eva Noger (Grüne Prowil) bemerkte ebenfalls, dass bisher keine Zusagen von Vereinen betreffend der geforderten Beträge gemacht wurden und sich diese «ausserstande sehen, Beiträge zu leisten, da sie ihre eigenen Einrichtungen finanzieren müssen». Auch sei vom Stadtrat bis heute noch kein Gespräch mit dem Kanton Thurgau geführt worden. Sie stellte in Frage, wie sehr der Stadtrat dieses Projekt Bergholz wirklich wolle.

Noger machte klar, dass für ihre Fraktion noch immer zu viele Fragen offen sind und dies noch nicht für eine Kompromisslösung reiche. Sie stellte den Antrag, das Aussenbecken des Hallenbads zu streichen und den Kredit entsprechend zu kürzen.

Qualitätssicherung

«Mit dem Bergholz leisten wir uns einen wichtigen Beitrag für die Standortattraktivität der Stadt Wil», sagte Markus Hilber (FDP). Er forderte das Parlament auf, «der Schäbigkeit des Bergholz ein Ende zu setzen».

Er verwies aber auch darauf, der Qualitätssicherung genügend Rechnung zu tragen und war nicht der erste Redner des Abends, der auf die im Nachhinein aufgetretenen Mängel im Zürcher Letzigrundstadion verwies. Für den Bau dieses Stadions war derselbe Totalunternehmer zuständig. So stellte Hilber einen Antrag zur Sicherstellung der Qualität.

Projektierungskredit abgelehnt

Dass bei einer Investition in dieser Höhe die Bereitschaft für eine Steuererhöhung vorhanden sein muss, darin war man sich einig. Guido Wick (Grüne Prowil) kritisierte, dass das ursprüngliche Kostendach von 46,7 Millionen Franken um rund 10 Millionen überschritten wurde. Ausserdem bezeichnete er das geplante Aussenbecken des Hallenbads aufgrund des hohen Energieverbrauchs als «widersinnig».

Umstritten war auch der Projektierungskredit von 850 000 Franken, der noch vor dem Volksentscheid im November das Projekt vorantreiben würde und bis zu einem Jahr Zeitgewinn zur Folge hätte. Susanne Hartmann (CVP) bezeichnete diesen als «Bevormundung» respektive «Nötigung des Wiler Stimmvolks». Erich Grob (CVP) appellierte hingegen zur Annahme, da «ansonsten ein negatives Signal an das Volk ausgesendet wird». An der Abstimmung wurde der Projektierungskredit abgelehnt. Dadurch erhöhte sich der Gesamtkredit um diesen Betrag auf 57,539 Millionen Franken.

Dieser wurde deutlich angenommen. Wie auch die Feststellung, dass der Beschluss dem obligatorischen Referendum untersteht.