Bergholz, ein Wunderwerk?

«Abwärme heizt Wasserbassin» Ausgabe vom 28. März 2014

Kurt Stocker, Weierhofgasse 14, 9500 Wil
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LESERBRIEF

Es war zu lesen, dass sich der Sportpark Bergholz abgesehen von der Gaszufuhr quasi selbst mit Energie versorge, es entstehe ein Energiekreislauf, bei dem die Abwärme der Eisproduktion das Wasser im Hallenbad aufheize und das Wiederverwerten gehöre zum Grundprinzip. Diese Aussagen erwecken den Eindruck, dass das energetische Wunderwerk beinahe von selbst läuft, ein Perpetuum mobile.

Wie kommt es dann dazu, dass der Energieverbrauch pro Jahr 3,6 Gigawattstunden betragen soll. Dies liegt daran, dass mit der Gaszufuhr sowohl ein Blockheizkraftwerk als auch ein Heizkessel betrieben werden. Es muss angenommen werden, dass ein grosser Teil des Energieverbrauchs mit Erdgas gedeckt wird, weil nur der Teil für die Erwärmung des warmen Aussenbeckens mit Biogas erfolgt. Der Verbrauch von Erdgas führt zur Freisetzung von klimaschädlichem CO2. Es wäre interessant zu erfahren, wie gross der neue CO2-Ausstoss ist und warum der Heizkessel und das Blockheizkraftwerk nicht vollständig mit Biogas oder Holz betrieben werden. Dann könnte man von einem Kreislauf sprechen, weil kein zusätzliches CO2 in Umlauf gebracht würde.

Zur Abwärmenutzung der Eisproduktion wäre es interessant zu erfahren, wie hoch deren Anteil am Energieverbrauch des Hallenbades ist. Interessant wäre auch zu wissen, ob es stimmt, dass das Freibad im Herbst nicht mehr mit der Abwärme der Eisproduktion aufgewärmt wird. An neuen Grossanlagen sollten wir unser Verständnis für Energie- und Umweltthemen schärfen können. Dazu braucht es aber von den Betreibern bessere Informationen.

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