Bereits kommen die Kindeskinder

Vor 30 Jahren eröffnete der Verein Kindertagesstätten Wil seine erste Kita. Gestartet wurde mit einer Gruppe von sechs Kindern. Heute verfügen die Kindertagesstätten Wil über zwei Standorte und insgesamt 42 Betreuungsplätze.

Ursula Ammann
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Znünipause in der Kita Nord: Dieser Standort wurde vor drei Jahren eröffnet und die Anzahl der Betreuungsplätze damit verdoppelt. (Bild: Ursula Ammann)

Znünipause in der Kita Nord: Dieser Standort wurde vor drei Jahren eröffnet und die Anzahl der Betreuungsplätze damit verdoppelt. (Bild: Ursula Ammann)

WIL. Es ist 9.30 Uhr: In der Kita Nord herrscht Hochbetrieb. Während einige Buben und Mädchen einer Geschichte lauschen, essen andere gerade ihren Znüni. Wieder andere haben sich verkleidet und tanzen durch den Raum.

«Die Kinder sind in all den Jahren immer gleich geblieben», sagt Edith Goetz, Leiterin der Kita Wil. Sie ist seit Anfang an dabei. Seit die Kindertagesstätte im September 1985 ihre Tore an der Blumenaustrasse 7 geöffnet hat. Es begann alles im familiären Rahmen. Mit einer Gruppe von sechs Kindern. Edith Goetz hat diese damals zusammen mit einer Teilzeitangestellten betreut. Laufend kamen neue Kinder dazu. Die Plätze waren schnell belegt und bereits nach einem Jahr führte die Kita eine Warteliste. Immer häufiger nutzten auch gut ausgebildete Frauen das Betreuungsangebot, was der Kita einen guten Ruf und grossen Zulauf einbrachte. Besonders stolz ist Edith Goetz auf die soziale Durchmischung, die von Anfang an da war.

Betreuungsplätze verdoppelt

Das Betreuungsangebot für Kinder in der Stadt Wil beschränkte sich Anfang der 1980er Jahr hauptsächlich auf firmeninterne Krippen. Zunächst bot auch das Kinderheim Neulanden noch Betreuungsdienste an. Als dieses schloss, tat sich eine Gruppe von Frauen – und vereinzelt Männern – zusammen und gründete den Verein Kindertagesstätten Wil. Dieser wiederum rief 1985 die Kita an der Blumenaustrasse ins Leben, die 1989 ihren Standort an die St. Gallerstrasse verlegte. Vor drei Jahren wurde ein zweiter Standort auf dem Hofberg – die Kita Nord – eröffnet. Damit konnte die Anzahl der Betreuungsplätze verdoppelt werden. Mit insgesamt 42 Betreuungsplätzen, 20 Mitarbeitenden, fünf Ausbildungsplätzen und mit zwei eigenen Liegenschaften sind die Kindertagesstätten Wil in der Betreuungs- und Bildungslandschaft der Stadt Wil nicht mehr wegzudenken.

Die Kita als Bildungsstätte

Vieles habe sich verändert in den 30 Jahren, sagt Edith Goetz. Als Beispiele nennt sie die zusätzlichen Bemühungen in der Elternarbeit oder im Qualitätsmanagement. Auch die Anforderungen an die Betreuungsplätze sind gewachsen. «Heute versteht sich die Kita als Bildungsstätte, in der auch ein Programm stattfindet und nicht als reiner Aufbewahrungsort, wo das Kind täglich seine Mahlzeiten bekommt», sagt Edith Goetz.

Unverändert sei hingegen der Spagat zwischen moderaten Elterntarifen und der Finanzierung einer Kita mit hohen personellen und infrastrukturellen Ausgaben sowie Qualitätsvorgaben, die eine gute Betreuung voraussetzen. Die Kitas finanzieren sich über Elternbeiträge, Subventionen, aber auch über Sponsoringbeiträge, Schenkungen oder den Erlös aus öffentlichen Anlässen, wovon im Jubiläumsjahr einige geplant sind.

Bereits die zweite Generation

Mittlerweile sind auf dem Platz Wil zusätzliche Betreuungsangebote entstanden. Dennoch sind die beiden Standorte der Kindertagesstätten Wil voll ausgelastet. Bereits bringen Eltern, die als Kind selbst die Kindertagesstätte besucht haben, ihre Kinder in die Obhut der Kita.

Edith Goetz Leiterin Kindertagesstätten Wil (Bild: uam)

Edith Goetz Leiterin Kindertagesstätten Wil (Bild: uam)