Bereit für die Verantwortung

Cornel Inauen ist in Dussnang aufgewachsen, wohnt heute aber in Weinfelden. Der Jurist mit Doktortitel bewirbt sich für die Stelle als Berufsrichter am Bezirksgericht Münchwilen und würde gerne wieder in den Hinterthurgau ziehen.

Nadja Stricker Sanchez
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Cornel Inauen stellt sich als Berufsrichter am Bezirksgericht Münchwilen zur Wahl. (Bild: nas.)

Cornel Inauen stellt sich als Berufsrichter am Bezirksgericht Münchwilen zur Wahl. (Bild: nas.)

Münchwilen. «Mir fehlt bei meiner jetzigen Tätigkeit der direkte Kontakt zu Menschen», führt Cornel Inauen im Gespräch mit der Wiler Zeitung aus. Der 33-Jährige arbeitet seit Mai 2008 im Departement für Justiz und Sicherheit des Kantons Thurgau im Generalsekretariat. Dort leitet er die Verfahren von Rekursen und Beschwerden zuhanden des Departementschefs hauptsächlich in den Bereichen Vormundschaftswesen, Fremdenpolizeirecht, Opferhilfe, Einbürgerungswesen und Gastgewerbegesetz. Sein Aufgabenbereich sei sehr breit gefächert und darum auch sehr interessant.

Verantwortungsvolle Aufgabe

«Meine Arbeit besteht aber zu einem grossen Teil aus Aktenstudium. Zu einer persönlichen Anhörung kommt es eher selten. Ich kann gut mit Menschen umgehen. Gerade bei zivilrechtlichen Streitigkeiten ist das wichtig, wenn man einvernehmliche Lösungen anstrebt», erklärt Cornel Inauen. Und gerade diese Fähigkeit möchte der in Dussnang aufgewachsene Jurist in das Amt als Berufsrichter am Bezirksgericht Münchwilen mit einbringen.

Ihm ist auch bewusst, dass der direkte Kontakt mit Menschen in einem Gericht nicht nur positive Seiten hat. «Nicht jeder ist mit einem Entscheid einverstanden. Darum ist es ganz wichtig, dass man als Richter neben juristischem Fachwissen über das nötige Fingerspitzengefühl verfügt», ist Inauen überzeugt. Sozialkompetenz, Menschenkenntnis und eine kommunikative Art zählt Inauen denn auch zu seinen Stärken.

«Bei meinem einjährigen Gerichtspraktikum im Jahre 2004 am Bezirksgericht Münchwilen konnte ich einen Blick hinter die Kulissen werfen. Dass mir diese vielseitige, interessante und vor allem verantwortungsvolle Aufgabe zusagt, hat sich mir damals schon gezeigt», erinnert sich Inauen.

«Gute Lebensschule»

Verantwortung ist ein wichtiger Wert im Leben von Cornel Inauen, das kristallisiert sich im Gespräch mit dem SVP-Mitglied heraus. Damit begründet er auch seine langjährige Tätigkeit bei einer Sicherheitsfirma.

Ursprünglich um sein Studium zu finanzieren, habe er unterschiedlichste Einsätze absolviert. Als Höhepunkt nennt er die Spiele der Fussball-Europameisterschaft in Zürich. Dort führte er bis zu 150 Mitarbeitende im Bereich Veranstaltungsschutz.

Dabei habe er grundverschiedene Menschen als Kunden und Gäste kennengelernt. Innerhalb seines Teams hatte er die anspruchsvolle Aufgabe, unterschiedliche Charaktere zu einer funktionierenden Einheit zusammenzuführen. «Es war eine gute Lebensschule», so sein Fazit.

Seit einiger Zeit konzentriert er sich aber voll auf seine juristische Tätigkeit.

«Nach dem Gerichtspraktikum konnte ich bei meiner Arbeit in einer Anwaltskanzlei und bei einer Rechtsschutzversicherung interessante Erfahrungen als Jurist sammeln – auch bei Interessenvertretungen vor Gericht.» Seit 2009 engagiert sich der Jurist beim Mieterinnen- und Mieterverband Ostschweiz.

«Das mache ich, damit ich mich – neben der Tätigkeit im Verwaltungsrecht – auch dem Zivilrecht, in dem ich auch meine Doktorarbeit geschrieben habe, widmen kann.»

Am Aufbau mitwirken

Seine jetzige Aufgabe beim Kanton entspricht in etwa der Tätigkeit eines Einzelrichters. Es müsse ein juristisch richtiger Entscheid gefällt werden, der verständlich und gut begründet kommuniziert werden müsse. Das sei ganz wichtig für die Akzeptanz. Diese Entscheide erledigt Inauen jetzt zuhanden des Departementschefs.

Als Berufsrichter am Bezirksgericht läge dies weitgehend in seiner Verantwortung. Dass der Gerichtsbetrieb neu strukturiert wird, sieht Inauen als Vorteil. Für ihn wäre es eine besondere Herausforderung am Aufbau und der Organisation des Bezirksgerichtes mitarbeiten zu können. Auch die neue Zivil- und Strafprozessordnungen, die ab nächstem Jahr in Kraft treten, sieht der Jurist als zusätzliche Motivation.

Am 13. Juni finden die Wahlen für das Bezirksgericht Münchwilen statt. Für die drei Berufsrichterstellen (260 Stellenprozente) kandidieren Cornel Inauen (SVP), Nina Schüler (FDP) und Regula Wyder Kobelt (SP). Als Präsident tritt Alex Frei (CVP) wieder an. Die Wiler Zeitung porträtiert die Kandidatinnen und Kandidaten in loser Folge.