Belastungstest folgt auf die Mühelosigkeit

Alexander Bommelis Weg zum Amt des Oberbürer Gemeindepräsidenten war frei von Aufwand und Mühen. Ein einmaliger öffentlicher Auftritt, drei wenig emotionale Stammtischrunden – damit hatte es sich mit dem Wahlkampf, der keiner war und auch keiner zu sein brauchte.

Andrea Häusler
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Alexander Bommelis Weg zum Amt des Oberbürer Gemeindepräsidenten war frei von Aufwand und Mühen. Ein einmaliger öffentlicher Auftritt, drei wenig emotionale Stammtischrunden – damit hatte es sich mit dem Wahlkampf, der keiner war und auch keiner zu sein brauchte. Zupass kam dem 33-Jährigen, dass er als einziger offizieller Kandidat für das Amt zur Verfügung stand und aufgrund von Ausbildung und Berufserfahrung als wählbar galt. Hinzu kam, dass die Findungskommission, deren Versuche, weitere Kandidierende zu rekrutieren, allesamt im Sand verlaufen waren, nie Zweifel an seiner Qualifikation gelassen hatte.

Ob Bommeli aus Überzeugung oder mangels Alternative gewählt wurde, ist ohne Bedeutung. Beweisen muss er sich so oder so. Knacknüsse, wie der Kiesabbau in Niederwil oder der Dauerbrenner «Einheitsgemeinde», werden dem neuen Gemeindepräsidenten mehr als nur verwaltungsspezifische Kompetenzen abverlangen. Transparenz, Authentizität, Berechenbarkeit beispielsweise, Zielstrebigkeit auch und Entschlossenheit. Eigenschaften, die Bommeli nach dem unerwarteten Rückzug seiner Kandidatur vor dem zweiten Wahlgang für den Flawiler Schulratspräsidenten vor Jahresfrist von einigen enttäuschten Wählenden abgesprochen worden waren. Und schliesslich wird er die Protestwähler und Nichtwähler überzeugen müssen, dass eine gute Wahl nicht zwingend eine Auswahl voraussetzt.

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch