Bekenntnis zum Wahrzeichen

Das über 100 Jahre alte Gerichtsgebäude von Münchwilen wird saniert und bekommt einen Anbau. Zwei Drittel aller Stimmbürger sagten gestern Ja zu diesem Vorhaben und genehmigten damit einen Kredit über 6 Millionen Franken.

Simon Dudle
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MÜNCHWILEN. Seit 1904 gibt es das Gerichtsgebäude in Münchwilen. Der Zustand des Hauses war in den vergangenen Jahren aber genauso wenig zufriedenstellend wie die Situation für die Arbeitskräfte des Bezirksgerichts. Sie mussten zwischen drei Standorten pendeln, da das Präsidium in Eschlikon, die Gerichtskanzlei und der Gerichtssaal aber an zwei unterschiedlichen Adressen in Münchwilen stationiert sind. Damit wird aber bald Schluss sein. Denn gestern sprachen sich die Stimmbürger von Münchwilen deutlich dafür aus, das bestehende Gerichtsgebäude zu sanieren und es mit einen Anbau zu ergänzen. Von den 1347 abgegebenen Stimmzetteln – dies entspricht einer Stimmbeteiligung von 42,8 Prozent – enthielten 897 ein Ja. 408 Münchwiler stimmten Nein, 30 Zettel waren leer, 12 ungültig. Somit haben knapp 67 Prozent für die Sanierung und den Anbau gestimmt. «Dass das Resultat so deutlich ausfällt, habe ich nicht erwartet. Das ist ein deutliches Bekenntnis zum Standort Münchwilen», sagte Gemeindeammann Guido Grütter gestern.

Darlehen aufnehmen

Das Resultat durfte in dieser Deutlichkeit erwartet werden, da im Vorfeld niemand Opposition gegen das Vorhaben ergriffen und alle drei Ortsparteien (SVP, FDP, CVP) je eine Ja-Parole herausgegeben hatten. Renommierte Personen wie Guido Grütter sowie die Grossräte Toni Kappeler, Alex Frei, Vico Zahnd und Hanspeter Wehrle hatten in einer an alle Haushalte verschickten Infobroschüre für ein Ja geworben. Auch die Kosten entpuppten sich nicht als Stolperstein. Mit dem gestrigen Ja genehmigten die Münchwiler einen Kreditantrag in der Höhe von 6 Millionen Franken. Davon sollen 2,9 Millionen für den Anbau, 1,75 Millionen für den Umbau und 1,35 Millionen für die Sanierung aufgewendet werden. Mit dem Kanton Thurgau wurde vereinbart, dass dieser – mindestens in den nächsten 25 Jahren – die jährlichen Mietkosten von gut 205 000 Franken bezahlt, womit ein ansehnlicher Betrag nach Münchwilen zurückfliesst.

Läuft alles nach Plan, wird im Juni oder Juli 2013 mit den Umbau-, Anbau- und Sanierungsarbeiten begonnen, so dass der Bezirkshauptort im Jahr 2014 ein aufgewertetes Wahrzeichen hat.

Heizen mit Murgwasser

Der Anbau kommt an der südwestlichen Seite des bestehenden Gebäudes zu liegen und wird im Minergiestandard errichtet. Der Hauptzugang wird weiterhin von der Frauenfelderstrasse her erfolgen, für Mitarbeiter und Gehbehinderte aber ein separater Zugang erstellt. Im bestehenden Gerichtshaus bleibt die denkmalpflegerisch wertvolle Substanz erhalten, einzelne Bauteile werden jedoch in Absprache mit der Denkmalpflege saniert. Für die Wärmeerzeugung ist eine Wasserpumpe vorgesehen, die das Wasser der Murg nutzt. In den Büros und Publikumsräumen wird es eine Bodenheizung geben. Das Giebeldach auf dem Anbau wird die gleiche Neigung haben wie jenes des bestehenden Gebäudes.