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Beim Publikum die Nummer eins

Mit 2292 Stimmen hat die Projekteingabe «Neues Pfadiheim in Wil» den Publikumspreis des Jubiläumswettbewerbs der St. Galler Kantonalbank gewonnen. Nun hoffen die Initianten, auch die Jury überzeugen zu können. Denn der Zustand des Pfadiheims sei aussen wie innen desolat.
Chris Gilb
Die zukünftige Pfadi-Abteilungsleiterin Franziska Gämperle und Elternrat Marcel Schneider vor dem Bau aus den 1960er-Jahren. (Bild: Chris Gilb)

Die zukünftige Pfadi-Abteilungsleiterin Franziska Gämperle und Elternrat Marcel Schneider vor dem Bau aus den 1960er-Jahren. (Bild: Chris Gilb)

WIL. Seit den 1960er-Jahren besteht das Pfadiheim Zum Roten Ziegel, das sich am Rande eines Wäldchens oberhalb des Stadtweiers befindet. Das Alter des Baus lässt sich nicht verleugnen. «Experten sind zum Schluss gekommen, dass es im jetzigen Zustand höchstens noch einige Jahre sicher genutzt werden kann, sagt die zukünftige Abteilungsleiterin der Pfadi Wil, Franziska Gämperle, Pfadiname Enjoya. Sie zeigt auf Risse an der Fassade und auf den engen Ausstieg vom Dachstock an der Rückseite des Gebäudes. Auf dem Dachstock befindet sich der Schlafraum.

Zwei Stöcke vom Bett zum WC

Dann öffnet sie die Türe, um zu zeigen, dass die Probleme im Gebäudeinneren weitergehen. «Die einzige Heizmöglichkeit im Haus ist ein Holzofen. Wenn eine andere Pfadiabteilung hier ihr Lager macht, muss erst einmal eine Zeit lang angefeuert werden, bevor eine erträgliche Temperatur herrscht», sagt die Pfadfinderin. Auch die Infrastruktur sei alles andere als ideal. «Bis zu 25 Personen müssen aus der kleinen Küche versorgt werden, die nur über drei Kochplatten verfügt. Die Betten befinden sich im Dachgeschoss, während die Duschen und Toiletten zwei Stöcke tiefer im Keller sind. Der Schlafraum im Dach ist alles andere als ideal, teilweise kann man nur gebückt darin stehen», sagt Enjoya.

Anmeldung auf letzten Drücker

Aufgrund der augenscheinlichen Probleme habe der Elternrat der Pfadi entschieden, eine Projektgruppe ins Leben zu rufen. Mitglied dieser Projektgruppe ist Marcel Schneider aus Rossrüti, dessen Kinder in die Pfadi gehen. «Zuerst haben wir uns Gedanken gemacht, wie das Haus renoviert werden soll. Auch eine sanfte Renovation stand zur Debatte.» Diese würde sich aber nicht lohnen, da der Aufwand viel zu gross sei. «Deshalb haben wir uns für einen Neubau oder mindestens eine komplette Renovation entschieden», sagt Schneider. Eigentlich habe die Pfadi erst diesen Herbst mit dem Projekt an die Öffentlichkeit gehen wollen. Doch dann stiessen sie im Mai auf den Jubiläumswettbewerb der St. Galler Kantonalbank. «Wir mussten noch kurzfristig alle Unterlagen zusammenstellen und schafften es erst kurz vor Anmeldeschluss, das Projekt einzureichen», erinnert sich Franziska Gämperle. Von den 338 eingereichten Projekteingaben, stand das Pfadiheim von Beginn an auf den vorderen Rängen. «Es hat sicher geholfen, dass wir es sogleich in einem Chat, an den alle Schweizer Pfadiabteilungen angeschlossen sind, publik gemacht haben», sagt die Abteilungsleiterin. Viele Menschen in der Region würden es zudem schätzen, wenn es in Wil einen Ort gäbe, wo andere Pfadiabteilungen ihr Lager machen könnten und auch sonstige Gruppen günstig übernachten könnten. «Deshalb wollen sie dieses Angebot auch in Zukunft erhalten», sagt Franziska Gämperle. Der Neubau soll auch der Pfadi Wil dazu verhelfen, einen eigenen Aufenthaltsort zu haben. «Momentan haben wir eine Übergangslösung an der Wilenstrasse, nachdem wir das Zeughaus verlassen mussten. Das Pfadiheim können wir nicht nutzen, da es oft am Wochenende belegt ist», sagt Enjoya.

Matratzenlager statt Betten

Marcel Schneider erklärt die Baupläne: «Wir müssen zwar noch Abklärungen mit der Stadt bezüglich Baubewilligung machen, ein zusätzliches Keller-Stockwerk müsste aber möglich sein. Auch sollen keine festen Schlafgelegenheiten mehr eingebaut werden. Stattdessen gibt es ein Matratzenlager. «So können wir die Räume auch für Versammlungen vermieten», sagt Schneider.

Unterstützung von bis zu 100 000 Franken erhalten die 30 Projekte, die von der Jury des Preises am 23. Juni ausgewählt werden. Da die Projekte bis 2018 realisiert werden müssen, müssten danach noch eifrig Spenden gesammelt werden, sagt Schneider. Der Publikumspreis an sich trägt nichts zur Finanzierung des Projektes bei. Zwar fliesst das Resultat der Abstimmung in die Jury-Entscheidung ein, der Preis selbst sind aber drei Übernachtungen auf der Schwägalp.

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