Bei Verstössen droht ein Patententzug

Regelmässig führt die Gemeinde Uzwil in Läden, Tankstellenshops und Restaurants Testkäufe mit Jugendlichen durch. Fünf von zehn Betrieben hielten sich beim letzten Mal nicht an die Jugendschutzbestimmungen und verkauften illegal Alkohol und Tabakwaren. Zwei schon zum wiederholten Mal.

Urs Bänziger
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Die Testkäufe bringen es ans Licht: Längst nicht alle Verkaufsstellen in Uzwil halten sich an die Jugendschutzbestimmungen. (Bild: Keystone)

Die Testkäufe bringen es ans Licht: Längst nicht alle Verkaufsstellen in Uzwil halten sich an die Jugendschutzbestimmungen. (Bild: Keystone)

UZWIL. Das Ergebnis ist ernüchternd: Fünf von zehn Betrieben in Uzwil verkauften jugendlichen Testkäufern Alkohol und Tabakwaren, obwohl diese dafür noch zu jung sind. Zwei der getesteten Verkaufsstellen haben gar zum wiederholten Mal Alkohol illegal an Jugendliche abgegeben. «Das ist kein Kavaliersdelikt, die Gemeinde nimmt die Jugendschutzbestimmungen sehr ernst», betont der Uzwiler Verwaltungsleiter Thomas Stricker.

Keine Strafanzeigen

Mit Strafanzeigen müssen die fehlbaren Verkaufsstellen nicht rechnen. Dafür fehle der Gemeinde die rechtliche Grundlage, erklärt Stricker. Testkäufe seien verdeckte Ermittlungen, die nicht geahndet werden dürften. Aber die Gemeinde kann ihnen die Patente entziehen beziehungsweise deren Erneuerung erschweren oder verunmöglichen. Bevor man aber zu dieser Massnahme greife, werde mit den betroffenen Betrieben das Gespräch gesucht, sagt Stricker. Zum wiederholten Mal, denn die Betriebe werden vor jeder Patenterteilung und bei jeder Patenterneuerung durch die Gemeinde auf die Jugendschutzbestimmungen hingewiesen. «Unsere Enttäuschung ist umso grösser. Denn die Gemeinde führt mit den Verkaufsstellen von Alkohol und Tabak intensive Gespräche und nimmt das Verkaufsverbot an Jugendliche nicht auf die leichte Schulter», sagt Stricker.

Wer die fehlbaren Betriebe sind, will er nicht sagen. Auch wenn diese in der Grösse und Struktur unterschiedlich seien, so müsse sämtliches Verkaufspersonal wissen, dass sie unter 16-Jährigen keinen Alkohol und Tabakwaren und den unter 18-Jährigen keine gebrannten Wasser wie Spirituosen und Alcopops verkaufen dürfen. «Verkäuferinnen und Verkäufer müssen bei Jugendlichen konsequent Ausweise verlangen.»

So alt, wie sie aussehen

Die Gemeinde Uzwil ihrerseits wird weiter konsequent Testkäufe durchführen – in unregelmässigen Abständen alle paar Monate. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit dem Blauen Kreuz und der Fachstelle Jugendschutz des kantonalen Gesundheitsdepartements. Für die Testkäufe werden speziell geschulte Jugendliche im Alter zwischen 13,5 und 15,5 Jahren eingesetzt. Sie sind in Zweierteams unterwegs, begleitet von einer erwachsenen Person. «Um eine faire Situation zu schaffen, werden bewusst Jugendliche ausgewählt, die nicht älter aussehen, als sie sind», erklärt Melanie Müller-Strübi von der Gemeinderatskanzlei. «Die Jugendlichen werden aber nie in den Gemeinden eingesetzt, wo sie wohnen.»