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«Bei den Einmischungen der Verwaltung in die Seelsorge sind Konflikte programmiert»

Zum Kirchenstreit in Zuzwil
Roger Wigert, Zuzwil

Zum Kirchenstreit in Zuzwil

In einigen Leserbriefen zur Kündigung von Pfarrer Simon Niederer werden über zehnjährige Ereignisse wieder aufgewärmt. Ereignisse, von denen die Sachverhalte dank des auch heute bequemen Deckmäntelchens Datenschutz/Amtsgeheimnis nie ans Licht kamen. Es kann ja nur am Pfarrer liegen.

Wie funktioniert denn eine katholische Pfarrei im dualen System? Da ist zum einen der Kirchenverwaltungsrat (KVR). Für vier Jahre gewählte Vertreter des Volkes, welche eben die Kirchgemeinde «verwalten». Bauten, Personal und Finanzen sind hier die wichtigsten Ressorts. Der KVR als ausführende Behörde stellt alle Mitarbeiter der Kirchgemeinde an. Er ist gemäss Kirchengesetz Art. 65 zudem verpflichtet, die Seelsorge zu unterstützen.

Daneben ist die Seelsorge. Diese wird ausgeübt vom Pastoralteam, welches der vom Volk einmal gewählte Pfarrer führt. Dieser leitet auch das meist mit einer Sekretärin besetzte Pfarramt. Der Pfarreirat als freiwilliges Gremium unterstützt das Pastoralteam in der Seelsorge.

Der Pfarrer und etwa ab 50 Prozent und mehr angestellte Katecheten und Pastoralassistenten haben zusätzlich zur Anstellung die Missio vom Bischof. Diese Missio kann nicht wie ein normaler Arbeitsvertrag gekündigt werden, sondern erlischt entweder durch die Demission des Trägers oder durch ein eher aufwendiges Amtsenthebungsverfahren.

Dies ist die Kurzversion des Dualen Systems (nicht vollständig, aber das Wichtigste ist erklärt). Die Aufgabenteilung scheint eigentlich einfach. Der Kirchenverwaltungsrat hält dem Pfarrer den Rücken frei, so dass sich dieser um die Schäfchen kümmern kann.

Da sich nun hin und wieder Personen in den KVR wählen lassen, welche ihre eigene Version der Seelsorge einbringen möchten, gibt es laufend Einmischungen in die Seelsorge von Seiten der Verwaltungen (übrigens nicht nur in Zuzwil). So sind Konflikte vorprogrammiert.

Unter dem Gesichtspunkt des Dualen Systems ist es heute weder verständlich noch nachzuvollziehen, warum wir in Zuzwil an diesem Punkt angelangt sind. Wer nicht ein bisschen Demut und Nachsicht mit dem Pfarrer und seinem Team aufbringen kann, ist meiner Ansicht nach in der katholischen Kirche am falschen Platz.

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