Behörde zieht in Jugendstilvilla

Die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde für den Bezirk Münchwilen wird in Sirnach angesiedelt, an der Wilerstrasse 19. Gestern morgen unterschrieb der Gemeinderat den Kaufvertrag für das Gebäude.

Philipp Haag
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SIRNACH. Kurt Baumann ist zufrieden. Gerade ist der Sirnacher Gemeindeammann vom Grundbuchamt zurückgekehrt. Der Kauf des Knup-Hauses ist nun notariell beglaubigt. Somit ist der wichtigste Schritt getan, dass die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) für den Bezirk Münchwilen, welche auf das neue Jahr ihre Arbeit aufnimmt, in Sirnach angesiedelt werden kann. Die Gemeinde hatte vom Kanton zwar den Zuschlag als Standort erhalten, ohne passende Liegenschaft wäre die Kesb aber womöglich in einer anderen Gemeinde untergebracht worden.

Förderschule ist ausgezogen

550 000 Franken, abgerechnet über das Landkreditkonto, lässt sich der Gemeinderat den Kauf der Jugendstilvilla an der Wilerstrasse 19 kosten. Baumann stuft den Preis als fair ein. Frei wird das Gebäude, weil die Berufsvorbereitungsklasse der Förderschule Fischingen innerhalb des Dorfes umzieht. Nun arbeitet ein Architekt die Umbau- und Sanierungspläne für das unter Denkmalschutz stehende Gebäude aus, damit die Kesb-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter auf nächsten April, Mai einziehen können. Die Zeit von Januar bis Frühling wird durch ein Provisorium überbrückt. Die Gemeinde vermietet das Haus «mit einem langfristigen Vertrag und zu selbsttragenden Bedingungen», wie Baumann betont, an den Kanton, da das Vormundschaftswesen ab dem neuen Jahr nur noch teilweise in der Verantwortung der Gemeinden liegt. Einer der Hauptgründe für die vom Bund angeordnete Umstrukturierung, mit der eine Professionalisierung einhergeht, ist die Zunahme der Fälle sowie deren Komplexität. Die Kesb, die bezirksweise organisiert sind, werden mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattet und haben Gerichtscharakter. Im Bezirk Münchwilen ist die Kesb Nachfolgeorganisation der heutigen Amtsvormundschaftsbehörden und des Vormundschaftssekretariats, das neun Gemeinden gemeinsam in Sirnach führen. Katrin Schwarz, die das Vormundschaftssekretariat leitet, übernimmt denn auch das Präsidium des Fünfergremiums.

Entscheid bei Gefährdung

Die Kesb prüft Gefährdungsmeldungen von Personen, die beispielsweise von Schulen oder Sozialdiensten eingehen, nimmt Abklärungen vor und beschliesst über die Errichtung von Beistandschaften. Zur Führung werden diese den Berufsbeistandschaften in Auftrag gegeben (siehe Kasten).