Behörde zieht die Konsequenzen

JONSCHWIL. Nachdem am Sonnentanz-Festival im August vergangenen Jahres zahlreiche Reklamationen wegen zu lauter Musik eingegangen sind, hat der Jonschwiler Gemeinderat entschieden, keine Open-Air-Veranstaltungen mehr zu bewilligen.

Urs Bänziger
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Der Tag danach: Das Sonnentanz-Festival in der Degenau zwischen Jonschwil und Schwarzenbach hinterliess nicht nur viel Abfall – auch der Boden hatte stark gelitten. (Bild: Urs Bänziger)

Der Tag danach: Das Sonnentanz-Festival in der Degenau zwischen Jonschwil und Schwarzenbach hinterliess nicht nur viel Abfall – auch der Boden hatte stark gelitten. (Bild: Urs Bänziger)

In der Degenau in Jonschwil wird es keine Schlammschlachten mehr geben und auch keinen Lärm von zu lauter Musik. Der Gemeinderat hat entschieden, dass auf dem Gelände zwischen Jonschwil und Schwarzenbach keine Festivals mehr durchgeführt werden dürfen. «Generell werden grosse und lärmintensive Open-Air-Veranstaltungen mit Musikspielzeiten bis in den Morgen nicht mehr bewilligt», teilt die Gemeindebehörde mit. Dieser Entschluss kommt nicht überraschend. Während und nach dem Sonnentanz-Festival Anfang August 2014 hatte es nur so Reklamationen gehagelt.

Zahlreiche Lärmklagen

«Weit über die Region haben bei der Polizei und der Gemeinde Leute angerufen, die sich über den Lärm beklagten», sagt der Jonschwiler Gemeinderat Bruno Näf. Trotz Vorkehrungen habe auch der Boden auf dem Festivalgelände stark gelitten. Die Sonne lachte nur zeitweise über den Festivalbesuchern. Vor und auch während der Grossveranstaltung regnete es teils massiv. Was denn auch die Aufräumarbeiten erschwerte. «Die Erfahrungen haben gezeigt, dass ein unverhältnismässig grosser Aufwand betrieben werden muss, um den Boden zu schützen», sagt Näf. Trotz verstärkter Auflagen habe der Boden vor allem während der Abbauphase stark gelitten. «Es wäre ohnehin fraglich gewesen, ob im nächsten Jahr aufgrund der Bodenverhältnisse ein Festival hätte durchgeführt werden können.»

Fast mit einer Katastrophe endete das vorletzte Festival in der Degenau, das Sonisphere Festival 2010. Wegen starker Regenfälle drohten die mehr als 40 000 Besucher förmlich im Schlamm zu versinken. Es dauerte lange, bis sich der stark verwüstete Boden wieder erholte.

Stimmung hat umgeschwenkt

Nach dem Sonisphere Festival wurden beim Jonschwiler Gemeinderat zwei Petitionen aus der Bevölkerung eingereicht; die eine wollte eine Weiterführung des Festivals in der Degenau, die andere wollte dies verhindern. Damals hatte sich die Mehrheit der Unterzeichnenden für das Festival ausgesprochen. «Aufgrund der Reaktionen glaubt der Gemeinderat aber, dass die Stimmungslage in der Bevölkerung umgeschwenkt hat», sagt Näf.

Der Veranstalter des Sonnentanz-Festivals, Thomas Kolar, bedauert den Entscheid des Gemeinderates. «Wir wissen, dass nicht alles rund gelaufen ist und Fehler gemacht wurden. Wir haben deshalb der Behörde Verbesserungsvorschläge für die zweite Auflage eingereicht, aber nie eine Reaktion erhalten.» Wie Kolar sagt, sei das Festival damit nicht gestorben. «Wir sind auf der Suche nach einem neuen Standort.» • OSTSCHWEIZ 17

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