«Begegnungen und Kontakte sind das Wichtigste»

Im Werk-b'trieb beim Bahnhof Bütschwil können Arbeitslose und Asylbewerber sich beschäftigen und den Kontakt mit anderen Leuten pflegen. Sie gehen putzen oder arbeiten in der Holzwerkstatt und in der Küche. Daraus entstehen Produkte wie Tomatensaucen oder Karten aus Stoff, die dann verkauft werden.

Martina Signer
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Der Werk-b'trieb trägt Früchte: Kreationen aus Kartenproduktion, Küche und Holzwerkstatt werden an Märkten angeboten. (Bild: Martina Signer)

Der Werk-b'trieb trägt Früchte: Kreationen aus Kartenproduktion, Küche und Holzwerkstatt werden an Märkten angeboten. (Bild: Martina Signer)

BÜTSCHWIL. «Wer arbeitslos ist, fühlt sich oft unglücklich, isoliert und nicht wertgeschätzt», sagt Sylvia Suter, Leiterin des B'treff (siehe Kasten) am Bahnhof Bütschwil. Um diesen Leuten Perspektiven zu bieten, ihnen Begegnungen zu ermöglichen und ihnen das Selbstwertgefühl zurückzugeben, hat der B'treff seit September ein neues Projekt: den Werk-b'trieb.

Etwas Sinnvolles anfangen

Zwei Stunden pro Woche können sie in verschiedenen Bereichen arbeiten. «Für Leute, die wirklich arbeiten wollen, aber im Moment keine Stelle finden, ist es unglaublich schwierig, wenn sie nichts zu tun haben», weiss Sylvia Suter. Beim Werk-b'trieb geht es aber nicht in erster Linie um die Arbeit, sondern darum, die oft sozial isolierten Arbeitslosen in Kontakt mit anderen Leuten zu bringen. «Begegnungen und Kontakte sind uns das Wichtigste», betont Sylvia Suter. Oft entstehen rege Gespräche unter den Beteiligten, die sich alle in ähnlichen Situationen befinden. Viele seien froh, wenn sie sich wieder einmal unterhalten können. Schwierig sei dies manchmal bei den Asylbewerbern, die noch nicht gut Deutsch sprechen.

Das bedeutet auch für Sylvia Suter, welche die Arbeitseinsätze koordiniert, einen Mehraufwand. Sie weiss: Wenn ein Asylbewerber «okay» sagt, muss dies nicht immer bedeuten, dass er auch verstanden hat. «Okay» ist für Sylvia Suter mittlerweile nur noch die Bestätigung: Dieser Mensch möchte etwas Sinnvolles mit seiner Zeit anfangen. «Oft hilft es, wenn man den Leuten einfach kurz zeigt, was sie tun müssen», sagt sie. Dies hat sie auch den Mitarbeitern des Werkhofes erklärt, welche die Arbeitswilligen in Garten- und Umgebungsarbeiten instruieren. «Wer sich für die Arbeit am Werk-b'trieb entscheidet, erhält ein Taschengeld.»

Das Projekt trägt Früchte

Andere Arbeitssuchende putzen in Firmen oder arbeiten in der Holzwerkstatt in der Primarschule. «Das Projekt ist eine tolle Chance für die Arbeitssuchenden», ist Sylvia Suter überzeugt. Mittlerweile trägt das Projekt auch Früchte: Die Produkte, die in der Holzwerkstatt, in der Kartenproduktion und in der Küche des B'treffs entstehen, werden unter anderem am kommenden Sonntag am Chlausmarkt in Mosnang verkauft. Auch am Ganterschwiler Weihnachtsmarkt vom 26. November werden Tomatensaucen, Apfelringli, Gebäck und Karten aus diversen Stoffen angeboten. Im B'treff wurde ein Verkaufsschrank eingerichtet, wo die handgefertigten Geschenkartikel das ganze Jahr hindurch zu kaufen sind.

B'treff Öffnungszeiten: Montag und Freitag von 14 bis 17 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 11 Uhr. Telefon: 071 980 05 37.

Sylvia Suter Stellenleiterin des B'treff am Bahnhof Bütschwil

Sylvia Suter Stellenleiterin des B'treff am Bahnhof Bütschwil