Bedürfnis nach Notrufsystemen

Das Thema «Wohnen im Alter» beschäftigt die Bevölkerung – das hat eine Umfrage der FDP-Ortsparteien Uzwil und Oberuzwil ergeben. Gewünscht wird eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und den Spitex-Vereinen.

Stefan Etter
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Bruno Lusti (Präsident FDP Uzwil) und Paul Stengel (Präsident FDP Oberuzwil) wollten wissen, wie die Bevölkerung im Alter wohnen möchte. (Bild: Stefan Etter)

Bruno Lusti (Präsident FDP Uzwil) und Paul Stengel (Präsident FDP Oberuzwil) wollten wissen, wie die Bevölkerung im Alter wohnen möchte. (Bild: Stefan Etter)

UZWIL. Die heutige Gesellschaft wird immer älter. Irgendwann gelangt eine Person an den Punkt, an dem sie den Haushalt nicht mehr selber bewerkstelligen kann, der Weg in den Einkaufsladen zu beschwerlich wird und es schwieriger ist, zu kochen. So stellen sich vermehrt Menschen die Frage, wann die Zeit gekommen ist, die eigene Wohnung oder das eigene Haus aufzugeben und in ein Altersheim zu ziehen – oder vielleicht in eine Wohngemeinschaft.

Ein Thema, das beschäftigt

Um solche Fragen haben sich die Ortsparteien FDP Uzwil und FDP Oberuzwil in den vergangenen Wochen und Monaten gekümmert. «Wir wollten uns einem Thema widmen, das die Bevölkerung beschäftigt», sagte Bruno Lusti, Präsident der FDP Uzwil, an der Medienveranstaltung vom Mittwochabend im Hotel Uzwil, der auch Lucas Keel und Cornel Egger, die Gemeindepräsidenten von Uzwil und Oberuzwil, beiwohnten. Auch für die FDP Oberuzwil ist diese Thematik ein Anliegen. «Bereits vor zwei Jahren haben wir darüber diskutiert», sagt Präsident Paul Stengel. «Wir wollen die Angelegenheit nicht den Gemeinden überlassen», sagt Stengel.

Möglichst lange im Eigenheim

So haben sie einen Fragebogen mit dem Titel «Wie wollen Sie im Alter wohnen?» erstellt und diesen am Uzwiler Herbstmarkt und an der Oberuzwiler Chilbi von den Passantinnen und Passanten ausfüllen lassen. 252 Personen im Alter zwischen 20 bis über 60 Jahren haben sich beteiligt. Nun haben die beiden Ortsparteien die Fragebögen ausgewertet. «Der Grossteil der Befragten will – wie erwartet – möglichst lange im Eigenheim bleiben», sagt Stengel. Genauso viele könnten sich vorstellen, im hohen Alter in eine Wohnsiedlung mit begleitetem Wohnen zu wechseln. «Allerdings sind sie sich nicht einig, wer dies finanzieren soll», sagt Stengel. «Viele sind aber für eine Mischlösung – bestehend aus Staat, Investoren und Genossenschaftsanteilsscheinen.»

Viele der Befragten wären laut Lusti bereit, im Bedarfsfall ein Notrufarmband zu tragen. «Ein erstaunliches Ergebnis. Denn das Gerät dürfte nicht allen Teilen der Bevölkerung bekannt sein.» Die Umfrage habe weiter ergeben, dass etwa vier von fünf Befragten einen Mahlzeitendienst in Anspruch nehmen würden, um den Eintritt in ein Pflegeheim hinauszuzögern. Eine ähnlich grosse Mehrheit begrüsst eine zentrale Informationsstelle.

Ausserdem zeigen die Ergebnisse laut Stengel, dass die Nachfrage nach einer 24-Stunden-Notrufzentrale besteht, welche die Gemeinden in Zusammenarbeit mit der Spitex betreiben könnten. Die FDP fordert die Gemeinden Uzwil und Oberuzwil deshalb auf, zu überprüfen, ob eine Notrufzentrale realisierbar ist – genauso wie der Einsatz von Notrufarmbändern in nichtmedizinischen Fällen.

Pflegeplatz für 300 000 Franken

«Es ist gut, Antworten aus der Bevölkerung auf wichtige Fragen zu erhalten», sagt Lucas Keel, Uzwiler Gemeindepräsident. Die Gemeinde sei daran, eine Genossenschaft zu gründen, die als Trägerschaft von Wohnsiedlungen mit begleitetem Wohnen fungieren könnte. «Wir müssen überlegen, wie viel Geld wir investieren können, um auf Pflegeplätze verzichten zu können.» Denn ein solcher koste rund 300 000 Franken pro Person.

Sowohl Keel als auch Cornel Egger wollen die Forderung nach einem gemeinsamen Notfalldienst überdenken. «Die Spitex-Vereine und die Gemeinde klären sowieso bereits ab, wie das gemeinsame Angebot ausgebaut werden kann», sagt Egger.

Wichtig sei, dass die Spitex nur für planbare Einsätze, nicht für Notfälle eingesetzt werde. Im Frühjahr werden die beiden FDP-Ortsparteien entscheiden, welche Punkte weiterverfolgt werden.