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Bedrohte Delikatessen für Raubvögel

Das Experiment ist gelungen. Auf dem Sandhügel in der ehemaligen Kiesgrube in Niederstetten haben gut 130 Uferschwalbenpaare Junge grossgezogen.
Kathrin Meier-Gross
Gut zweihundert Löcher kann Françoise Schmit, Mitarbeiterin beim Schweizerischen Vogelschutz, in der künstlichen Sanddüne in der ehemaligen Kiesgrube in Niederstetten vermessen. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Gut zweihundert Löcher kann Françoise Schmit, Mitarbeiterin beim Schweizerischen Vogelschutz, in der künstlichen Sanddüne in der ehemaligen Kiesgrube in Niederstetten vermessen. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

«124 Zentimeter! Der Rekord!» Françoise Schmit, Leiterin des Projekts Uferschwalben des Schweizer Vogelschutzes SVS/Birdlife zeigt überrascht auf das kleine Loch in der Prallwand. Weist der Durchschnitt der Höhlen eine Tiefe von etwa 70 Zentimetern aus, gibt es unter den gut zweihundert gezählten Löchern einige Ausreisser mit über einem Meter Tiefe. Höhlen, die kürzer als 40 Zentimetern sind, wurden nicht bewohnt.

Um Erfahrungswerte über künstlich angelegte Sanddünen zu sammeln, vermisst Françoise Schmit die seit August leerstehenden Höhlen. Auch Sandproben wird sie mitnehmen. Im Winter werden Mitarbeiter der Firma Holcim die Sanddüne umschichten und eine neue Prallwand abstechen. So werden die Langstreckenzieher, welche die kalte Jahreszeit in Zentral- und Ostafrika verbringen, im April mit ihren Füssen und Schnäbeln neue Wohnungen bauen können.

Kratzspuren weisen auf natürliche Feinde hin

Uferschwalben gehören zu den gefährdeten Vogelarten. Dank dem Bau des künstlichen Prallhangs nimmt der Bestand an Uferschwalben in Niederstetten wieder zu. In den vergangenen Jahren waren nur halb so viele Höhlen gezählt worden.

Wie Kratzspuren in der Sandwand zeigen, hat die Vogelbehausung auch natürliche Feinde angezogen. Für Füchse, Dachse, Marder oder Raubvögel sind die Eier und Jungvögel der Uferschwalbenkolonie eine geschätzte Delikatesse. Je steiler die Wand, umso sicherer ist sie vor Säugetieren. Manchmal werden Jungtiere von ihren Geschwistern aus der Höhle geschupst. Ein gefundenes Fressen für Krähen, die am Boden zugreifen.

Bei der ersten Brut im April/Mai werden vier bis sechs Eier ausgebrütet. Damit die Vögel jeweils ihre Höhle und ihre Partner wiederfinden, verständigen sie sich mit Rufen. Im Juni/Juli kann es eine zweite Brut geben, bevor sie im Spätsommer die kühle Schweiz verlassen. Françoise Schmit zeigt sich nach der Zählung erfreut: «Es ist grossartig, was in Eigeninitiative vom Natur- und Vogelschutzverein Uzwil und von Holcim-Mitarbeitern geschaffen wurde. Derartige Projekte sind wichtig, um den Uferschwalben-Bestand zu sichern.»

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