BAZENHEID/MÜSELBACH: Eines wird erbaut, eines schliesst

In der Gemeinde Kirchberg beschäftigt die Schule. Während an der Bazenheider Neugasse im Nu ein Provisorium errichtet wird, hat die Schule Müselbach ihre Türen für immer geschlossen. Ein Rückblick.

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Es geht zügig vorwärts in Bazenheid: Dank Elementbautechnik wird das Schulhausprovisorium an der Neugasse in wenigen Tagen erstellt sein. (Bild: Urs M. Hemm)

Es geht zügig vorwärts in Bazenheid: Dank Elementbautechnik wird das Schulhausprovisorium an der Neugasse in wenigen Tagen erstellt sein. (Bild: Urs M. Hemm)

Frohes Lachen und emsiges Treiben herrschten im Schulhaus Müselbach. Nichts deutete darauf hin, dass es der letzte Schultag für alle Beteiligten war. Doch das Schulhaus durfte nach 87 Jahren zum letzten Mal fröhliche Schulkinder aufnehmen.

Seit 1865 gab es in Tannen eine Schule, die auch von den Müselbacher Kindern besucht wurde. In einem Schulzimmer wurden 80 bis 100 Schulkinder von der 1. bis zur 7. Klasse von einem Lehrer unterrichtet. Für die 8. Klasse, die zweite Abschlussklasse, fehlte vorerst der Platz. 1904 wandten sich die Müselbacher an den Schulrat mit der Bitte um ein eigenes Schulhaus. Nach der Zustimmung des Pfarrers, der auch Schulratspräsident war, herrschte in Müselbach Euphorie. Geld wurde gesammelt und gespendet, Zimmermeister Engelbert Weber aus Kirchberg zeichnete einen Bauplan mit einem Schulzimmer für 80 Schulkinder. Nach langem Hin und Her lehnte der Erziehungsrat 1912 das Begehren der Müselbacher ab.

Am Schluss nur noch zehn Kinder

16 Jahre später war es aber der kantonale Erziehungsrat, der die Erstellung eines katholischen Schulhauses in Müselbach verlangte, um die Schule Tannen zu entlasten. Die Schulgemeinde Kirchberg scheute jedoch die Kosten. Erst nach Zusage von namhaften Spenden – etwa vom Bischof – wurde das Schulhaus 1932/33 nach Plänen von Architekt Schenker von Handwerkern aus der Gemeinde gebaut.

Ab 1951 gab es zwei Klassen, eine für die Unterstufe und eine für die Mittelstufe. Dies änderte sich 2005. Die Schüler der Mittelstufe besuchten nun den Unterricht in Kirchberg. Am letzten Freitag ging auch diese Periode zu Ende. Alle Schüler werden nach den Sommerferien in Kirchberg unterrichtet. Lehrerin Vreni Winiger beendet ihren Schuldienst. Zurück bleibt das Schulhaus. Am Freitag um halb zwölf läutete zum letzten Mal das Glöcklein im kleinen Turm.

Neues Provisorium steht ab 28. Juli bereit

Ganz anders die Situation im wachsenden Bazenheid. Dieser Tage wird an der Neugasse ein Schulprovisorium errichtet. War die Parzelle vergangene Woche am Montagmorgen noch leer, so schien sie am nächsten Mittag dank Elementbautechnik bereits bezugsbereit. Am 28. Juli ist es dann definitiv so weit. (red)