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BAZENHEID: Nach Tierquäler-Beitrag: Micarna geht gegen SRF vor

Der "10vor10"-Beitrag zur Pouletmast hat Konsequenzen: Die "Stiftung für das Tier im Recht" reicht Anzeige gegen fünf Betriebe ein. Die Micarna bereitet gleichzeitig eine Beschwerde an die Ombudsstelle der SRG vor.
Hans Suter
Bilder wie dieses wurden von September bis November 2017 heimlich in BTS-Betrieben aufgenommen und TIF zugespielt. (Bild: Klaus Petrus)

Bilder wie dieses wurden von September bis November 2017 heimlich in BTS-Betrieben aufgenommen und TIF zugespielt. (Bild: Klaus Petrus)

Nun sind die Juristen am Zug. Auslöser ist der Fokusbeitrag «Der Tod ist Teil des Geschäfts» in der SRF-Sendung «10vor10» vom Dienstagabend. Darin werden schwere Vorwürfe gegen Pouletmast-Betriebe erhoben. Die Tierrechtsorganisation «Tier im Fokus» (TIF) hat Schweizer Radio und Fernsehen SRF anonymes Bildmaterial zugespielt, auf dem tote und sterbende Tiere von BTS-Mastbetrieben zu sehen sind. BTS steht für «besonders tierfreundliche Stallhaltung» und ist eine offizielle Bezeichnung des Gesetzgebers.

«Das sind Opfer der Massentierhaltung», sagt dagegen TIF-Präsident Tobias Sennhauser. Und die stellvertretende Geschäftsleiterin der Stiftung für das Tier im Recht (TIR), Vanessa Gerritsen, kommt zum Schluss: «Die Aufnahmen zeigen klare Verstösse gegen die Grundsätze der Tiergesetzgebung.» Deshalb reicht TIR gegen fünf Betriebe Strafanzeige ein. Ob es sich dabei um Vertragsbetriebe der Micarna SA handelt, bleibt unklar. «Ich weiss es nicht», sagt TIR-Geschäftsführer Gieri Bolliger. «Das ist für uns auch nicht wichtig.» TIR habe von «Tier im Fokus» anonymes Bildmaterial erhalten mit der Bitte um juristische Prüfung. «Bei dem, was wir gesehen haben, wird das Tierschutzgesetz in unseren Augen klar verletzt.»

Tierwohl als wahre Absicht in Frage gestellt

TIF-Präsident Tobias Sennhauser bestätigt gegenüber der dieser Zeitung, dass die Aufnahmen in BTS-Vertragsbetrieben von Bell, Frifag und Micarna gemacht worden seien. Und zwar im Zeitraum von September bis November des vergangenen Jahres. Das Vorgehen von TIF löst bei der Micarna Verärgerung aus. «Es ist für uns schwierig, die wahre Absicht von TIF zu verstehen», sagt Micarna-Mediensprecherin Deborah Rutz. «Werden uns Missstände vorgelegt, gehen wir diesen sofort nach.» TIF weigere sich jedoch, Micarna die Namen der Betriebe bekannt zu geben und ihr das Bildmaterial zur Prüfung vorzulegen. Gegen Micarna-Vertragspartner seien aber keine Anzeigen eingegangen. «Wir fragen uns: Wer seit September von angeblichen Missständen weiss, uns aber nicht kontaktiert, um diesen gemeinsam nachzugehen, und bis Januar wartet und dann die Bilder einfach in den Medien publiziert, hat wohl etwas anderes als das Tierwohl im Sinn», sagt Deborah Rutz. TIF-Präsident Tobias Sennhauser erklärt, TIF habe das Bildmaterial erst gegen Ende 2017 erhalten. Dann habe TIF entschieden, an «10vor10» zu gelangen. «Leider wurde die Ausstrahlung des Beitrags mehrfach verschoben.»

Der «10vor10»-Beitrag könnte nun auch für SRF selber Konsequenzen haben. «Wir sind in Vorbereitung einer Beschwerde an die Ombudsstelle der SRG», sagt Deborah Rutz.

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