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BAZENHEID: Meinungen sind gemacht

Die Abstimmung zur Reform der Altersvorsorge bringt grundsätzlich unterschiedliche Verständnisse des 3-Säulen-Prinzips zum Vorschein.
Sascha Erni
Befürworter und Gegner der Abstimmungsvorlagen debattierten in kleiner, aber interessierter Runde im Restaurant Mühlau. (Bilder: Sascha Erni)

Befürworter und Gegner der Abstimmungsvorlagen debattierten in kleiner, aber interessierter Runde im Restaurant Mühlau. (Bilder: Sascha Erni)

Sascha Erni

redaktion@wilerzeitung.ch

Das Restaurant Mühlau liegt etwas ab vom Schuss. So verwunderte es nicht, dass am Mittwochabend gerade mal ein Dutzend Podiumsgäste der Einladung der SP St. Gallen gefolgt sind. Linus Thalmann (Kantonsrat SVP) und Ruedi Blumer (Kantonsrat SP) diskutierten unter der Leitung von Hans Suter (Redaktionsleiter «Wiler Zeitung») über die kommende Abstimmung zur Reform der Altersvorsorge (AV2020).

Eigentlich ein spannendes Thema, wie der Organisator des Podiums, Stefan Diener, zur Eröffnung des Abends sagte. Er bedauerte, dass so wenige zum Podium erschienen sind, aber die Veranstaltung musste kurzfristig umdisponiert werden. Das schadete der Diskussion aber nicht: Kurzerhand wurde die Debatte von der Bühne an einen langen Tisch verlegt. Blumer und Thalmann diskutierten auf Augenhöhe mit den Bürgerinnen und Bürgern. Es wurde eine lebhafte Debatte, von Suter sachkundig und mit Humor moderiert.

«Mit der Abstimmung ist es nicht getan»

«Ich habe noch nie erlebt, dass bei einer Firmensanierung gleichzeitig die Leistungen erhöht wurden», fasste Thalmann seine Hauptkritik an der Vorlage zusammen. Die zusätzlichen 70 Franken für Neurenten gefährdeten die Bundesfinanzen, in spätestens neun Jahren seien so die Kassen leer. Blumer entgegnete, dass mit einem Nein die Altersvorsorge bereits nach drei Jahren kaputt wäre. Die Schweiz stünde vor einem Scherbenhaufen, Einzelvorlagen wie eine Erhöhung des Pensionsalters hätten beim Stimmvolk keine Chance. Mit einer Annahme der Vorlagen würde man zumindest Zeit gewinnen. Denn alle – Befürwortern wie Gegner – seien sich einig, dass diese Reform langfristig nicht genüge. Das Parlament müsse im Anschluss gleich an die nächste gehen. Das sah auch Thalmann so. Mit der AV2020-Abstimmung sei es nicht getan, egal, ob zwei Mal Ja oder ein Nein eingelegt würde.

Grundsätzlich anderes Verständnis

Was an diesem Abend ebenfalls klar wurde: Befürworter und Gegner haben ein grundsätzlich anderes Verständnis davon, wie das 3-Säulen-Prinzip der Altersvorsorge im Kern funktioniert. Für Blumer stellen AHV, Pensionskasse und dritte Säule eine Einheit dar. Drehe man an einzelnen Stellschrauben, ändere man die Gesamtheit der Altersvorsorge. Dass in der kommenden Abstimmung AHV und Pensionskasse vermischt werden, sei entsprechend nötig und erwünscht.

Für Thalmann jedoch muss jede der drei Säulen gesondert betrachtet und saniert werden. Kombinationen aus Pensionskasse und AHV seien nicht einfach nur unschön, sondern aus Sicht des Nein-Lagers unsachlich und höchst gefährlich. Diese Positionen unterscheiden sich zu stark in ihren Grundansichten, als dass ein Konsens möglich wäre.

An diesem Mittwochabend jedenfalls waren die Meinungen bereits gemacht. Hans Suter richtete seine letzte Frage ans Plenum. Wer wusste bereits vor diesem Podium, was er abstimmen wird? In diesem Punkt herrschte im Saal des Restaurants Mühlau mit erhobenen Händen geschlossene Einigkeit.

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