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BAZENHEID: Lustige Tanten mit spitzer Zunge

Sie nehmen lokale Themen aufs Korn, begleiten sie musikalisch und tragen sie dem Publikum an der Beizenfasnacht vor. Die Giesskannen der Bazenheider «Schprötz-Tante» waren auch dieses Jahr randvoll.
Fränzi Göggel
Täschtmeisterin Manuela Winteler ist verantwortlich für das Admini- strative und den Tourenplan.

Täschtmeisterin Manuela Winteler ist verantwortlich für das Admini- strative und den Tourenplan.

Fränzi Göggel

redaktion@toggenburgmedien.ch

Die Idee, die Leute an der Bazenheider Fasnacht mit träfen Sprüchen in die Wirtschaften zu locken, entstand vor langer Zeit bei Margrit und Albert Meile. Als Familien-Schnitzelbankgruppe wollten sie von Beiz zu Beiz ziehen. Doch bis der Plan umgesetzt werden konnte, mussten ihre Kinder flügge werden. Manuela Winteler, die heutige Tätschmeisterin der «Schprötz-Tanten», war noch zu klein. 1990 wurde das Projekt realisiert. Leute aus der Bazenheider Theatergruppe und andere Kollegen wurden angefragt, und zwölf aktive Tanten machten sich mit lustigen Sprüchen auf die Walz.

Seither gründen sich die Tanten zur Fasnachtszeit und beerdigen sich am Samstag nach Aschermittwoch wieder. Der zentrale Punkt der «Schprötz-Tanten» ist das Haus von Manuela und Thomas Winteler. Jeweils im November treffen sich die Schnitzelbänkler zur ersten Sitzung, sammeln die Themen und verteilen diese auf zwei bis drei Gruppe. Diese treffen sich, um die Sprüche zu kreieren. So sind alle poetisch engagiert. Sind im Januar die Sprüche ausgewählt, sucht Albert Meile die Themen für die Flipchart zusammen, seine Frau Margrit zeichnet die Sujets auf die Plakate und Manuela Winteler malt die Helgen farbig.

Offene Augen und Ohren über das ganze Jahr

Patzer aus dem Dorf und das Gemeindegeschehen werden von den «Schprötz-Tanten» vorgetragen. Geschehnisse zwischen November und Januar sind besonders willkommen. Sollte aber eine Pointe einschlagen, werden auch ältere Geschichten verdichtet. So geschehen im September, als ein Haushund die Rolling Stones-Tickets frass. Die Augen und Ohren der «Schprötz-Tanten» sind das ganze Jahr über offen. Patrick Gmür begleitet die Tanten auf seiner Handorgel. Die Schnitzelbänkler sind ausschliesslich in der Gemeinde unterwegs. «Da unsere Sprüche regional gebunden sind, ist es für Auswärtige wenig lustig, wenn sie die Personen und Gegebenheiten nicht kennen. Wir haben deswegen schon Anfragen aus andern Gemeinden abgelehnt», erklärt Manuela Winteler und fährt fort: «Die Gemütlichkeit geht bei uns vor. Wir machen gerne Betrieb in den wenigen Lokalen, in denen wir auftreten, statt von da nach dort zu stressen». So werden nach der Vorstellung ihrer Sprüche und dem Rat, das Münz welches im Geldbeutel drückt, doch in die Sammelgiesskanne zu werfen, Liederbüechli verteilt und zusammen mit den Gästen gesungen.

Die ersten Kostüme nähte Margrit Meile, unterstützt von damaligen anderen Tanten aus der Gruppe. Irgendwann hatten die Gwändli ausgedient. Wieder setzten sich einige Tanten an die Nähmaschinen und vor zwei Jahren wertete Margrit Meile die Gilets mit goldenem Stoff auf. «Wir haben nicht alle paar Jahre neue Gwändli, dafür jedes Jahr neue Sprüche und Bilder», sagt die 70-Jährige. Neben ihr sind noch zwei weitere Tanten seit der Gründung vor 29 Jahren immer noch dabei.

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