BAUVORHABEN: Zwei Grossprojekte für das Dorf

Dussnang soll grösser werden, ohne den ländlichen Charakter zu verlieren. Am Dienstagabend wurden zwei Überbauungen der Öffentlichkeit vorgestellt, die das Erscheinungsbild des Dorfes verändern.

Christoph Heer
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Die Bauvorhaben wurden mit kritischen Blicken gewürdigt und diskutiert. (Bild: Christoph Heer)

Die Bauvorhaben wurden mit kritischen Blicken gewürdigt und diskutiert. (Bild: Christoph Heer)

Christoph Heer

redaktion@wilerzeitung.ch

Über den Gestaltungsplan Kurhaus Süd und den Gestaltungsplan Entenbach informierten sich am Dienstagabend im Kursaal des Kneipp-Hofs rund 30 Interessierte. Die Gemeindebehörde mit Gemeindepräsident Willy Nägeli und die Gesuchssteller luden dazu ein. Grosse Diskussionen blieben aus, zu tief stecken die Projekte noch in den Kinderschuhen, obschon vom Kanton beide Gestaltungspläne gesichtet und abgesegnet wurden. Bis zum 22. Juni sind die Pläne öffentlich aufgelegt.

Nachhaltige Überbauung gefordert

Im Gestaltungsplan Kurhaus Süd, dessen Parzellenbesitzer die Firma Marty Häuser AG mit Sitz in Wil ist, wird eine vollständige Überbauung der knapp 12000 Quadratmeter grossen Fläche geplant. Dabei steht die Nutzung mit Einfamilienhäusern im Vordergrund. Um der ortsbaulichen Situation und den raumplanerischen Anforderungen gerecht zu werden, verlangte die Gemeinde eine Überprüfung der haushälterischen Bodennutzung und der effizienten Erschliessung. Das daraus entstandene Konzept sieht Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser vor; die aktuelle Rechtsgrundlage verlangt an dieser Lage gegenüber dem Kurhaus einen Gestaltungsplan.

Entstehen sollen insgesamt 24 Wohneinheiten in drei Mehrfamilienhäusern und zehn Einfamilienhäusern. Der Gestaltungsplan zielt auf eine bessere ortsbauliche und architektonische Einbindung des Areals in das bestehende Ortsgefüge ab. «Der Gestaltungsplan bezweckt namentlich die Realisation einer zeitgemässen und nachhaltigen Wohnüberbauung, die auf die Umgebung Rücksicht nimmt und eine hohe Wohnqualität aufweist», sagte Seraina Schwizer vom Raumplanungsbüro Strittmatter Partner AG aus St. Gallen. «Dazu gehört auch die Minimierung der Erschliessungsflächen zu Gunsten des Freiraums, die sinnvolle Anbindung an das bestehende Erschliessungsnetz und die Schaffung von attraktiven Wohn- und Aussenräumen für die Anwohner.»

Wenige kritische Voten erntete der Gestaltungsplan Entenbach gegenüber der Landi und dazugehörender Tankstelle. Die drei geplanten Mehrfamilienhäuser entlang der Tanneggerstrasse passten nicht unbedingt in das Erscheinungsbild. Zudem könnten sie mit der einzigen geplanten Zufahrt zu den drei weiteren dahinterstehenden Mehrfamilienhäusern die Verkehrssicherheit beeinträchtigen. Gar als Fremdkörper betitelte einer der Anwesenden die Überbauung. Zu diesem Projekt, das einen straffen Zeitplan vorsieht (Baubeginn Mitte 2018, spätestens Anfang 2019), werden sich womöglich noch einige den Kopf zerbrechen. Auch hier gilt die Einsprachefrist bis zum 22. Juni.