«Baustop» im Gebiet Kirchhofweg

Der Überbauungsplan Kirchhofweg ist in Bearbeitung. Um die Planungsabsicht bis zu dessen Erlass zu sichern, sollen in diesem Gebiet ab sofort für drei Jahre alle Vorhaben, die dem Bebauungskonzept widersprechen, untersagt werden.

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Der Gemeinderat hat für das Areal Kirchhofweg eine Planungszone erlassen. Der Erlass liegt vom 11. November bis 10. Dezember öffentlich auf. (Bild: rfk)

Der Gemeinderat hat für das Areal Kirchhofweg eine Planungszone erlassen. Der Erlass liegt vom 11. November bis 10. Dezember öffentlich auf. (Bild: rfk)

FLAWIL. Der Gemeinderat hat den Entscheid über den weitgehenden Baustop im Einzugsgebiet Kirchhofweg bereits gefällt. Ab kommendem Mittwoch liegt der Erlass während 30 Tagen im Gemeindehaus zur öffentlichen Einsicht auf. Einspracheberechtigt ist, wer ein schutzwürdiges Interesse dartut.

Sanierungsbedürftige Bauten

Grundlage für den in Arbeit befindlichen Überbauungsplan (und somit auch für die vom Gemeinderat beschlossene Planungszone) ist das Raumplanungsgesetz des Bundes, das die Kommunen verpflichtet, mit Massnahmen der Raumplanung die Siedlungsentwicklung nach innen zu lenken. Das Gebiet Kirchhofweg befindet sich an der St. Gallerstrasse, in der Wohn-Gewerbezone 3 sowie teilweise der Kernzone, und es bildet einen Teil des historischen Ortskerns von Flawil. Die zentrumsnahe Wohnlage beschreibt der Gemeinderat in seiner Mitteilung als attraktiv. Allerdings seien die in den kleinräumigen ortsbaulichen Strukturen vorhandenen Gebäude mehrheitlich überaltert und sanierungsbedürftig. Sie entsprächen zudem grösstenteils nicht mehr den Anforderungen einer zeitgemässen Wohnnutzung. Mit dem Ziel, vielfältige Wohnformen im Zentrum zu ermöglichen, müssten Umnutzungen von Altliegenschaften gefördert und Ersatzbauten an besonderen Lagen geprüft werden.

Dichtere Nutzung

Im Gebiet Kirchhofweg, im Zentrum des Dorfes, soll eine optimalere und zeitgemässe Nutzung begünstigt werden, hält der Gemeinderat in seiner Mitteilung weiter fest. Konkret sollen die heute unternutzten Flächen – im Sinn eines haushälterischen Umgangs mit dem Boden – einer dichteren Nutzung zugeführt werden. Durch die Schaffung von attraktivem Wohnraum lässt sich, schreibt der Rat, die Erhaltung und Reaktivierung des historischen Ortskerns positiv beeinflussen. Die Anliegen des Ortsbildschutzes bildeten dabei keinen Hinderungsgrund, sondern eine interessante Herausforderung. Für die Arealentwicklung im Gebiet Kirchhofweg liegt ein zwischenzeitlich erarbeitetes Bebauungskonzept vor.

Planungszonen für drei Jahre

Um die Planungsabsicht des Gemeinderats bis zum Erlass des Überbauungsplans zu sichern, sind alle Bauvorhaben, welche dieser Absicht entgegenstehen, ab sofort untersagt. Dies bedeutet, dass während der Dauer der Planungszone von maximal drei Jahren nur diejenigen Bauvorhaben bewilligt werden können, welche der vorgesehenen Nutzungsplanung nicht widersprechen. Einspracheverfahren haben keine aufschiebende Wirkung. (ahi/rkf)