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Basisdemokratie im Schulhaus

An der Oberstufe Sonnenhof übt sich die Schülerschaft in Mitsprache und wählt das Schulratspräsidium neu.
Philipp Wolf
Die Beteiligung bei der Wahl des Schulratspräsidiums beträgt 100 Prozent. (Bild: Philipp Wolf)

Die Beteiligung bei der Wahl des Schulratspräsidiums beträgt 100 Prozent. (Bild: Philipp Wolf)

Was dieser Tage landauf und landab geschieht, war gestern in der Oberstufe Sonnenberg zu beobachten. Frauen und Männer, die ein politisches Amt anstreben, argumentieren vor Publikum, warum sie am besten für den Posten geeignet sind.

Zwar wollten die vier Mädchen und die drei Knaben nicht in den National- oder Ständerat einziehen, sondern bloss ins Präsidium des Schülerrats. Doch versuchten auch Sie, die wahlberechtigte Schülerschaft mit Argumenten für sich zu gewinnen.

Für Helen Frehner, Schulsozialarbeiterin im Sonnenhof, dient der Schülerrat mehrere Dinge. Es gehe darum, die Jugendlichen zu stärken, «und ihnen so viel Verantwortung und Mitspracherecht zu geben, wie sie vom Alter her bereits in der Lage sind, zu übernehmen.» Die Schülerinnen und Schüler erhielten so erstmals vor zwölf Jahren das Recht zur Partizipation und wurden gleichzeitig in die Pflicht genommen. Der Rat kann mit Anliegen an die Schulleitung treten und Projektvorschläge machen.

Sitz im Schülerrat mit Prestige verbunden

Seither hat der Schülerrat – dem aus jeder Klasse zwei Schüler angehören – einiges bewegt und organisiert. So erreichte das Gremium etwa, dass die Schülerinnen und Schüler einen Pausenraum erhalten, über den sie das Sagen haben.

So ist der Schülerrat bei den Jugendlichen hoch im Kurs – aus verschiedenen Gründen: einerseits sind die Mädchen und Knaben froh, dass sich das Gremium für ihre Anliegen einsetzt. Anderseits verbinden die Schülerinnen und Schüler mit einem Sitz im Schülerrat – speziell im zweiköpfigen Präsidium – viel Prestige. Zudem wird eine Mitgliedschaft im Schülerrat im Zeugnis vermerkt. Frehner sagt:

«Für die zwei Sitze, die jede Klasse im Rat hat, gibt es meistens mehrere Bewerberinnen und Bewerber.»

Klappt es mit einer Wahl nicht, können auch einmal ein paar Tränchen fliessen. Geklappt hat es gestern für Arta Mustafi (3Sd) und Even Kiflizgi Bereket (3Sc). Die beiden wussten am meisten Stimmen für sich zu gewinnen und führen nun neu den Schülerrat der Oberstufe Sonnenhof.

Besuch aus Dobrzen Wielki

Der Wahl des Schulratspräsidiums wohnten auch zahlreiche Gäste aus Polen bei. Diese waren jedoch nicht als Wahlbeobachter tätig, sondern weilten als Austauschschüler im Sonnenhof. Die Oberstufe aus dem Ostpolnischen Dobrzen Wielki und die Wiler Oberstufe stehen seit rund elf Jahren in regem Austausch – noch viel länger tun dies bereits die beiden Städte. Nun waren zum fünften Mal polnische Jugendliche für eine Woche in Wil zu Besuch – heute geht es wieder nach Hause. Auf dem Programm standen unter anderem eine Wanderung im Alpstein und eine Reise nach Luzern.

Im kommenden Mai gehen dann eine Gruppe von Wiler Schülerinnen und Schülern sowie einige Lehrpersonen nach Dobrzen Wielki. Hier waren die polnischen Kinder und Lehrkräfte bei Wiler Schülern respektive Lehrerinnen und Lehrern untergebracht, in Polen wird es dann umgekehrt sein. Jürgen Pfitzke, Lehrer am Sonnenhof, nennt das Ganze einen «kulturellen Austausch vom Feinsten». Er kenne zahlreiche grenzübergreifende Freundschaften, die über die Oberstufenzeit hinaus bestehen geblieben sind. Anna Switala, eine der polnischen Lehrerinnen, pflichtet dem bei. Auch unter den Lehrkräften seien über die Jahre wertvolle Freundschaften entstanden. (pw)

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