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Basis kann eigenen Vertreter wählen

OL-Weltmeister und Gesamtweltcup-Sieger Daniel Hubmann ist für die Wahl zum Sportler des Jahres nominiert. Mit der nötigen Unterstützung könnte für den Thurgauer ein Finalplatz möglich sein. Die Vergabe der Sport-Awards findet am nächsten Sonntagabend statt.
Urs Huwyler
Polysportiv: Daniel Hubmann macht auch als Unihockeyaner eine gute Falle. (Bild: Urs Huwyler)

Polysportiv: Daniel Hubmann macht auch als Unihockeyaner eine gute Falle. (Bild: Urs Huwyler)

OL. Als einziger Athlet einer nicht olympischen Disziplin ist OL-Läufer Daniel Hubmann (Eschlikon) für die live im Schweizer Fernsehen übertragene Sports-Award-Vergabe nominiert. «Dass ich erstmals seit 2011 wieder dabei sein darf, sehe ich als Wertschätzung für meine Leistungen», sagt der weltbeste laufende Kartenleser. «Die Auswahl bei den Männern», fügt er an, «bewegt sich seit Jahren auf einem hohen Niveau. Als Vertreter keiner Publikumssportart wie Roger Federer zu den Top 10 zu gehören, macht mich auch etwas stolz.»

In den Medien präsenter

Das Jahr 2015 war für Daniel Hubmann privat und sportlich eine Erfolgsgeschichte. Er war dadurch in den Medien präsenter als auch schon. «Meine Medaillen und inzwischen 25 Weltcupsiege wurden zunehmend wahrgenommen. Die Berücksichtigung für den Super-10-Kampf war ein weiteres Indiz dafür.» Die Sportlerwahl könnte für den bescheiden gebliebenen Realist zu einem Abschluss mit Glanz und Gloria werden. «Schon jetzt», sagt der akribisch für seine Titel arbeitende gelernte Schreiner, «darf ich von einer grandiosen Saison sprechen.»

Aussenseiter

Schweizer Sportler des Jahres wird der 32jährige Daniel Hubmann nicht. Dessen ist er sich bei der hochkarätigen Konkurrenz bewusst. Was nicht heisst, dass ihn bereits dabei sein zufriedenstellt. Wie vor einem Wettkampf oder beim Unihockey, einem Rollstuhlrennen oder Curling mit seinen Micarna-Teamkollegen, es geht darum, das Optimum herauszuholen. «Mein Ziel ist es, in die zweite Runde, also unter die Top 5, zu kommen. Ich weiss, dass dies schwierig, vielleicht sogar unmöglich sein wird.» Als Listenfüller sieht er sich jedoch nicht, obwohl Prognosen davon ausgehen, dem Aussenseiter bleibe wohl Platz acht oder neun.

Federer ist bekannter

Gegen die Tennis-Weltstars Roger Federer und Stanislas Wawrinka dürfte er chancenlos sein. Dario Cologna, der keineswegs erfolgreicher war (WM-Silber) als der zweifache OL-Weltmeister, Vize-Weltmeister und Gesamtweltcup-Sieger, verfügt dank der Medienpräsenz über einen höheren Bekanntheitsgrad. Patrick Küng gewann Gold in der Randsportart Ski Abfahrt, doch er weist ein hohes Fanpotenzial auf. Radprofi Stefan Küng (Wilen) fährt dagegen mit seinen WM- und EM-Titeln resultatmässig schon eher in der Hubmann-Liga.

Keine Lobby

Die fünf Finaltickets wären mit Federer/Wawrinka/Cologna/Küng/Küng und allenfalls Biker Nino Schurter weg. Wo liegen die (Aussenseiter-)Chancen von Daniel Hubmann? Wohl darin, dass die Breitensportbasis für einen Vertreter stimmt, der sich als einstiger Jugendriegler ohne finanzstarke Lobby im Rücken und ohne Sportgymnasium nach oben gekämpft hat. «Es war», erinnert sich der seit Juni verheiratete polysportiv veranlagte Vater einer dreimonatigen Tochter, «nicht einfach, 2007 den grossen Schritt vom Handwerker zum OL-Profi zu wagen. Unsere Möglichkeiten sind limitiert.»

Spürbare Genugtuung

Die Genugtuung, sich als Vertreter des breiten Sportvolks mit Medaillengewinnern an Olympischen Spielen, Tennisspielern, Sportlern von Swiss Ski oder einem Fussballlegionär auf der grossen Bühne präsentieren zu können, ist beim Ehrenmitglied der OL-Regio Wil deshalb spürbar. Daniel Hubmann könnte dank der Unterstützung durch die Basis für eine kleine Überraschung sorgen. Schwingerkönig Jörg Abderhalden aus dem Toggenburg und nicht James-Bond-Regisseur Marc Forster wurde 2007 mit einer ähnlichen Ausgangslage «Schweizer des Jahres».

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