Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Bankschalter vom
Aussterben bedroht

Die Clientis Bank Oberuzwil bezieht in zwei Monaten ihren Neubau. Statt wie bisher drei Schalter, gibt es künftig nur noch zwei. Dennoch glaubt Geschäftsleitungsmitglied Patrick Schiegg, dass es den Schalter noch braucht.
Tobias Bruggmann
Immer weniger Geldgeschäfte werden am Bankschalter getätigt. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Immer weniger Geldgeschäfte werden am Bankschalter getätigt. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)



Egal ob kurz vor dem Urlaub noch das Feriengeld wechseln oder als kleines Kind das tapfer angesparte Münz aus dem Sparschweinkippen, um es auf das Konto einzuzahlen – der Bankschalter weckt Erinnerung. Doch diese Szenen könnten schon bald Geschichte sein: Die klassischen Bankschalter verschwinden zunehmend. Die Clientis Bank in Oberuzwil baut ihr Gebäude um und reduziert dabei die Anzahl der Bankschalter von drei auf zwei: «Wir bieten aber weiterhin persönliche Schaltertransaktionen mit Kundenkontakt an.

Cash-Transaktionen werden auch immer noch nachgefragt, doch der Trend zeigt klar, dass es ein Auslaufmodell ist», sagt Patrick Schiegg, stellvertretender Vorsitzende der Geschäftsleitung und Leiter Clientis Beratungszentrums. Er glaube nicht, dass es in zehn Jahren noch die klassischen Bankschalter geben werde. Dennoch sei der persönliche Kontakt wichtig: «Ich könnte mir vorstellen, dass die Kundenhalle zum Begegnungsort wird. Der Face-to-Face-Kontakt ist und bleibt für unsere Bank aber noch immer sehr wichtig, da er auch eine Vertrauensbasis schafft.»

Trennwände aus Panzerglas sind Geschichte

Bei den anderen Banken tönt es ähnlich: Aldo Kopp, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Regio Uzwil sagt: «Wir verzeichnen jedes Jahr zehn Prozent weniger Bargeldtransaktionen am Schalter. Unsere Kunden nutzen vermehrt Karten oder digitale Bezahlmöglichkeiten wie Twint. Zudem kann Bargeld am Automaten schneller bezogen werden.» Die St. Galler Kantonalbank (SGKB) geht noch einen Schritt weiter: «Bankschalter mit Trennwand und Panzerglas und Durchreiche gibt es bei uns nicht mehr. In Uzwil gibt es offene Bedientheken», erklärt Mediensprecherin Jolanda Meyer. Die SGKB hat kürzlich in Flawil die erste Filiale mit neuem Konzept eröffnet. Das Kennzeichen: Eine Selbstbedienungszone, wo Ein- und Auszahlung rund um die Uhr möglich sind. Dazu kommen noch Beratungszimmer.

Keine personellen Konsequenzen

Das neue Konzept soll auch nach Uzwil kommen, jedoch werde pro Jahr nur eine bis zwei Filialen umgebaut. Einen Termin für die Uzwiler Filiale gäbe es noch nicht, ergänzt Meyer. Wenn die Schalter wegfallen, heisst es jedoch nicht automatisch, dass auch Personal wegfällt. «Wir haben in Flawil unverändert 17 Mitarbeiter», sagt die SGKB-Sprecherin. Auch bei der Clientis wird es nach dem Umbau nicht weniger Personal geben. «Die bestehenden Mitarbeiter bekommen im Zuge der Digitalisierung zum Teil neue Aufgaben», sagt Schiegg. Diese Meinung teilt Aldo Kopp: «Die Beratungen sind in den letzten Jahren immer komplexer geworden, das Personal macht darum mehr Kundenbetreuung.»

Der Schutz eines Bankschalters ist wichtig. Das bestätigt auch Patrick Schiegg: «Die Banken sind durch die neuen technischen Möglichkeiten sehr viel sicherer geworden.» Der Vorsitzende der Raiffeisenbank Uzwil sagt, dass man auch ohne Schalter nicht auf eine Alarmanlage verzichten könne: «Um Kundendaten und Bankomaten zu schützen, braucht es Absicherung.»

Fremdwährungen auf Bestellung

Wer verreissen möchte, steht vor der Frage, wo er denn Schweizer Franken in die Landeswährung umtauschen kann. Bei allen Banken kann man das Geld vorgängig bestellen. In den Banken selber ist nur wenig Fremdwährung vorhanden. Bei der Clientis und der Raiffeisenbank sind die wichtigsten Hauptwährungen vorhanden, bei der SGKB können im neuen Filialenkonzept in Flawil nur Euros am Automaten abgehoben werden, alle anderen müssen bestellt werden.

Trotz dieses Trends glauben alle befragten Personen, dass der persönliche Kontakt noch immer wichtig sein wird: «Unsere Kunden sollen selbst entscheiden, ob sie auf dem persönlichen oder digitalen Weg mit uns in Kontakt treten möchten», sagt die SGKB-Sprecherin. Auch für Patrick Schiegg ist klar, dass die IT nur unterstützen kann und soll: «Die persönliche Beratung bleibt sehr wichtig.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.