Fastnacht: Bald ist in Wil der wortwörtliche Teufel los

Die Fastnachtsgesellschaft Wil (FGW) spricht über Neuerungen im Hinblick auf die Fastnacht.

Miguel Lo Bartolo
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Der Neunerrat der Fastnachtsgesellschaft Wil stösst auf sein neustes Mitglied an.

Der Neunerrat der Fastnachtsgesellschaft Wil stösst auf sein neustes Mitglied an.

(Bild: Miguel Lo Bartolo)

Die Wiler Fastnacht steht vor der Türe – im alten Kleid, aber mit neuem Drum und Dran. Das Motto: 425 Jahre Wiler Tüüfel. Der Neunerrat präsentierte an der gestrigen Pressekonferenz diverse Neuerungen, die vor allem personeller und organisatorischer Natur sind. Beim Programm verlässt man sich auf das Traditionelle, das Altbewährte.

Während der Fastnachtszeit ist in Wil nach wie vor und wortwörtlich der Teufel los, versichert Oliver Baumgartner, Präsident der Fastnachtsgesellschaft Wil. Vom Guggen- oder Vereinssterben sei die Fastnachtshochburg vergleichsweise wenig betroffen. Man rechne entsprechend auch dieses Jahr wieder mit einem durchmischten Publikum.

«Es sind nur mehr acht Tage bis zum Gümpelimittwoch», eröffnet Baumgartner die Sitzung. «Dann geht es richtig los.» Der Neunerrat ist versammelt und blickt beschwingt auf die Festlichkeiten. Baumgartner hebt sein Glas, um das jüngste Ratsmitglied in den eigenen Reihen willkommen zu heissen: Adrian Bösch, verantwortlich für das Ressort Marketing und Sponsoring. Seine Kollegen tun es ihm gleich. Es wird angestossen.

Umzugswagen sollen keine «Kneipen auf Rädern» sein

Bei der Besprechung des Neunerrats sickert der Drang durch, das Festgelände noch besucherfreundlicher zu gestalten. Mit zusätzlichen sanitären Anlagen am Monsterkonzert, abgesperrten Bereichen für Rollstuhlfahrer und einer festübergreifenden Qualitätssteigerung erhofft man sich eine zunehmende Attraktivität der Fastnacht. Wie der Rat auf qualitativer Ebene eingreift, erklärt Baumgartner am Beispiel der Umzugswagen.

Diese unterliegen nämlich neuerdings schärferen Auflagen. So müsse beispielsweise das Konzept eines Umzugswagen mit der Fastnächtlichkeit vereinbar sein. Gesichtslose Partywagen, sogenannte Kneipen auf Rädern, soll es nicht mehr geben. «Wir sind deutlich strenger geworden», sagt Baumgartner. Viele Wagenkonzepte seien mit den Antragstellern besprochen und abgelehnt worden.

Schulklassen sind wieder dabei

Der Neunerrat freut sich besonders über die Teilnahme einzelner Schulklassen. «Der Funke dieser Traditionsveranstaltung muss auf die nächste Generation überspringen. Damit steht und fällt die Fastnacht», sagt Bösch. Gleichwohl ertönen aus dem Rat einzelne Stimmen, die davor warnen, die Festlichkeiten zu einer jugendlichen Party verkommen zu lassen. Es müsse eine Entwicklung stattfinden, die sowohl mit der Tradition als auch mit neuen Trends vereinbar ist – eine anspruchsvolle Gratwanderung.

Das Fastnachtsprogramm kann hier eingesehen werden: