Bald alle Dörfer im Gemeinderat? Eine grosse Chance für Niederhelfenschwil

Mit Johanna Burri und eventuell Patrick Mathis kämpfen nur noch Lenggenwiler um den letzten Gemeinderatssitz.

Hans Suter
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Im fünfköpfigen Niederhelfenschwiler Gemeinderat wird am 29. November im zweiten Wahlgang der letzte Sitz besetzt.
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Johanna Burri (parteilos), 654 Stimmen: Tritt zum 2. Wahlgang an.
Roland Gübeli (FDP), 524 Stimmen: Tritt nicht mehr an.
Juliane Hiltebrand (parteilos), 372 Stimmen: Tritt nicht mehr an.
Patrick Mathis (parteilos), 337 Stimmen, Entscheid offen.

Im fünfköpfigen Niederhelfenschwiler Gemeinderat wird am 29. November im zweiten Wahlgang der letzte Sitz besetzt.

Bild: Hans Suter

So gut standen die Chancen schon lange nicht mehr, dass wieder alle drei Dörfer der Politischen Gemeinde Niederhelfenschwil im Gemeinderat vertreten sind. Am 29. November könnte dieser Wunsch vieler Wählerinnen und Wähler beim zweiten Wahlgang in Erfüllung gehen.

Vier der fünf Sitze sind besetzt

Mit dem bisherigen Gemeinderat Rudolf Gschwend (62, parteilos) und dem Neugewählten David Buchmann (46, FDP) haben zwei Niederhelfenschwiler im ersten Wahlgang den Einzug in die Exekutive geschafft. Auch Zuckenriet ist bereits vertreten: Die neugewählte Primarschulratspräsidentin Esther Nietlispach (54, parteilos) ist von Amtes wegen Mitglied des Gemeinderates. Wo der neugewählte Gemeindepräsident Peter Zuberbühler (46, parteilos)Wohnsitz nehmen wird, ist noch unklar. Er beabsichtigt den Zuzug mit seiner Familie bis zum Schuljahreswechsel 2021/22.

Johanna Burri klar in der Poleposition

Bleibt noch ein Sitz im fünfköpfigen Gremium. Die 26-jährige Agronomin Johanna Burri scheint aus aktueller Sicht deutlich die besten Karten zu haben. Im ersten Wahlgang erhielt sie 654 Stimmen und verpasste das absolute Mehr nur um 16 Voten. Sie ist bereit, auch im zweiten Wahlgang anzutreten, möchte aber noch Rücksprache halten.

Der mit 524 Stimmen Zweitplatzierte unter den Nichtgewählten tritt nicht mehr an. «Ich habe mir das gut überlegt und mich auch sehr gefreut über das gute Resultat», sagt der Nieder- helfenschwiler Roland Gübeli (42, FDP). Er gewichtet die Vertretung aller drei Dörfer im Gemeinderat aber höher als seine mögliche Wahl. «Johanna Burri war vor mir und wohnt in Lenggenwil. Das ist sicherlich mehr im Interesse des Bürgers.»

Wie wird sich Patrick Mathis entscheiden?

Verzichten wird auch Juliane Hiltebrand (53, parteilos) aus Zuckenriet. «Johanna Burri hat die Wahl nur knapp verpasst. Ich möchte ihr im zweiten Wahlgang nicht unnötig im Weg stehen und werde nicht mehr antreten.» Verbleibt noch Patrick Mathis (41, parteilos) aus Lenggenwil. «Ich lasse es mir noch offen, ob ich nochmals antreten werde, da ich zuerst noch einige Gespräche führen möchte», teilt er in einem schriftlichen Statement mit. «Im Laufe der Woche werde ich meinen Entscheid fällen.» Vorausgesetzt, dass es keine neuen oder gar kurzfristigen Sprengkandidaturen gibt, stehen die Chancen sehr gut, dass am 1. Januar 2021 wieder alle drei Dörfer im Gemeinderat vertreten sind.

Parteilose an der Macht

Auffallend ist, wie die Parteilosen im Lauf der Zeit die Macht übernommen haben. In der Annahme, dass Johanna Burri oder Patrick Mathis in den Gemeinderat gewählt werden, würde sich die Exekutive künftig aus einem FDP-Politiker und vier Parteilosen zusammensetzen. Noch frappanter ist das Bild im Primarschulrat: Hier sind gleich sämtliche Mitglieder parteilos. Einzige Ausnahme bildet der fünfköpfige Oberstufenschulrat Sproochbrugg mit zwei Parteilosen, zwei CVP und einem JF.

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