Bahnhofplatz: Kein Geld aus der Region

WIL. Der Bahnhof Wil ist eine Drehscheibe des regionalen Busverkehrs. Der Umbau für geschätzte 34 Millionen Franken wird von Bund, Kanton und der Stadt finanziert. Die Gemeinden aus der Region beteiligen sich nicht. Ihre Beteiligung spiegelt sich im Bundesbeitrag.

Philipp Haag
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Bahnhofplatz Wil: Die Anordnung der Busse soll verbessert werden. (Bild: Philipp Haag)

Bahnhofplatz Wil: Die Anordnung der Busse soll verbessert werden. (Bild: Philipp Haag)

Rund 34 Millionen Franken sind für den Umbau und die Vergrösserung des Bahnhofplatzes in Wil veranschlagt. Geht es nach dem Fahrplan des Wiler Stadtrats, sollen die Bauarbeiten beim Bahnhofplatz in den Jahren 2019/2020 starten. Die baulichen Anpassungen, die aufgrund mehrerer Problemfelder wie einer unübersichtlichen Verkehrssituation oder mangelhaften Warteräumen für die Pendlerinnen und Pendler notwendig sind (Ausgabe von gestern), wäre nach dem Neubau des IGP Sportparks Bergholz das zweite Grossprojekt innerhalb von zehn Jahren in Wil.

Bund und Kanton beteiligen sich

Ein entscheidender Faktor bei einem Bauprojekt dieser Dimension ist die Finanzierung: Während die Stadt Wil die Kosten von rund 60 Millionen Franken für den IGP Sportpark Bergholz alleine tragen musste, wofür eine Anhebung des Steuerfusses notwendig war, beteiligen sich beim Bahnhofplatz Bund und Kanton an den Kosten. Wie hoch diese Beiträge ausfallen, steht noch nicht fest. Erst muss das Agglomerationsprogramm drei vom Bund angenommen werden, damit Gelder für die Verlegung der Frauenfeld–Wil-Bahn fliessen. Eine Beteiligung des Bundes von 40 Prozent an den 15 Millionen Franken für die Umgestaltung des Bahnhofplatzes ist im Rahmen des Agglomerationsprogramms zwei bereits bewilligt.

Die Gespräche mit dem Kanton führt der Stadtrat in diesen Wintermonaten. Eine Absage für eine finanzielle Beteiligung kommt von den Gemeinden in der Region. In der Leistungsvereinbarung mit dem Bund innerhalb des Agglomerationsprogramms sei festgelegt, dass die Kosten von Bund (Agglomerationsfonds), Kanton St. Gallen und der Standortgemeinde geteilt werden, sagt Anne Rombach, Geschäftsstellenleiterin der Regio Wil. Die Beteiligung der Agglo-Gemeinden spiegle sich im beschlossenen Bundesbeitrag. Der für den Bahnhofplatz eingestellte Betrag sei Teil der Gesamtsumme, welche im Rahmen des durch die Gemeinden beschlossenen Agglomerationsprogrammes Wil bereitgestellt werde. «Eine zusätzliche Beteiligung durch Gemeinden der Regio Wil ist nicht vorgesehen.»

Territorialprinzip entscheidend

Gemeindepräsidenten aus der Region anerkennen die Wichtigkeit des Projekts, da der Bahnhof Wil eine Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs ist, verweisen bei der Finanzierung aber auf die Regelung im Agglomerationsprogramm. Der Gemeindepräsident von Münchwilen, Guido Grütter, beruft sich auf Anfrage auf das Territorialprinzip, gemäss dem Bund, Kanton St. Gallen und Wil die Kosten zu tragen haben. Kurt Enderli, Gemeindepräsident von Wilen, nennt ausserdem die Bus-Infrastruktur, an welcher sich die Gemeinde durch die Buslinie ins Dorf über einen Verteilschlüssel indirekt beteiligt.