Bäume fallen über die Kantonsgrenze

Entlang der Kantonsstrasse zwischen Wil und Münchwilen findet diese Woche ein Sicherheitsholzschlag statt. Deshalb bleibt der betroffene Streckenabschnitt bis und mit Donnerstag gesperrt. In die Vorbereitungen waren mehrere Akteure involviert – darunter zwei Kantone. Das bot auch Herausforderungen.

Ursula Ammann
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Ein Kirschbaum wird stückweise zu Fall gebracht. Die Holzschlag-Arbeiten starteten gestern morgen um 8 Uhr. (Bild: Ursula Ammann)

Ein Kirschbaum wird stückweise zu Fall gebracht. Die Holzschlag-Arbeiten starteten gestern morgen um 8 Uhr. (Bild: Ursula Ammann)

WIL/MÜNCHWILEN. «Bei diesem Baum ist es fünf vor zwölf», sagt Renaldo Vanzo, Leiter des Forstbetriebs der Ortsgemeinde Wil, und zeigt auf eine Eiche, die stellenweise faul ist und gegen die Strasse ragt. Sie soll gefällt werden wie rund 100 weitere Bäume entlang der Wilerstrasse zwischen Wil und Münchwilen. Dies aus Gründen der Sicherheit. Den Stein ins Rollen brachte ein Ast, der auf ein vorbeifahrendes Auto herunterfiel.

Markante Bäume bleiben stehen

«Unser Ziel ist es, Sicherheit, Ökologie und den Schutz des Landschaftsbildes unter einen Hut zu bringen», sagt Renaldo Vanzo. Gefällt werden vorwiegend kleinere Bäume, die entweder ungesund sind oder ohnehin zu wenig Platz hätten, um sich zu entwickeln. Bei den grossen markanten Bäumen wird lediglich Totholz aus den Kronen herausgeschnitten. Ansonsten bleiben sie stehen. Es handelt sich dabei vorwiegend um Eichen. Diese seien ökologisch sehr wertvoll, da sie Insekten und anderen Tierarten Unterschlupf böten, erklärt Vanzo.

Thurgau und St. Gallen

Rund 400 Meter lang ist der Streckenabschnitt, an dem der Sicherheitsholzschlag stattfindet. Eine Besonderheit bietet aber viel mehr die Anzahl der Akteure, die in das Unterfangen involviert sind – darunter zwei Kantone. Während die Strasse in der Obhut des Kantons Thurgau liegt, befindet sich der angrenzende Wald auf St. Galler Gebiet. Er weist verschiedene Eigentümer auf. Der östliche Teil ist im Besitz der Ortsgemeinde Wil. Und er wird auch durch diese bewirtschaftet – ebenso wie das Waldstück eines Privatbesitzers nebenan. Für die Bewirtschaftung im Westen – dabei handelt es sich teils um Eigentum der Gemeinde Münchwilen und teils um Eigentum einer Korporation – ist der Kanton Thurgau zuständig.

Einzigartiger Fall

«Wir waren viele Leute an einem Tisch», sagt Renaldo Vanzo. Insofern sei dieser Fall wohl einzigartig. Nach intensiven Gesprächen über die Zuständigkeiten habe man zu einer guten Lösung gefunden. Ausgeführt werden die Holzschlagarbeiten nun vom Forstbetrieb der Ortsgemeinde Wil und der Forest AG, Stettfurt.

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