Bäckerei hebt Dumping-Preise auf

OBERUZWIL. Ab September verkaufte Bäckermeister Aron Lehmann seine Gipfeli und Brote teils zum halben Preis. Damit ist nach zwei Monaten wieder Schluss, wie die "Wiler Nachrichten" schreiben.

Samuel Koch
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Bäckermeister Aron Lehman verkaufte seine Brote zum halben Preis. (Bild: Benjamin Manser)

Bäckermeister Aron Lehman verkaufte seine Brote zum halben Preis. (Bild: Benjamin Manser)

Mit seiner Aktion, seine Brotpreise zu halbieren, wollte Bäckereimeister Aron Lehmann ein Zeichen setzen. Der starke Franken und der daraus resultierende Einkaufstourismus hätten ihn zu diesem Schritt veranlasst, sagte er damals. Aber seit Montag verkauft Lehmann seine Waren wieder zu branchenüblichen Preisen. Die gewünschte Kundensteigerung von 30 Prozent habe er nur im ersten Monat erreicht.

Einkaufstourismus ist schuld
Weil seine Kundenzahlen ab dem Sommer rückläufig waren, sei Lehmann ins Ausland gefahren und habe dort das Einkaufsverhalten beobachtet. "Immer mehr fahren zum Einkaufen über die Grenze und kaufen dort zugleich ihr Brot ein", sagt der 52-Jährige Bäckereimeister. Den Einkaufstourismus gebe es wirklich, war Lehmann überzeugt.

Zurück in seiner Bäckerei senkte er seine Preise teilweise beachtlich. Den Preis für ein Buttergipfeli setzte er kurzerhand um 30 Rappen auf einen Franken herunter. Das Schubäbrot kostete noch 3.20 Franken statt 4.20 Franken. Und seine Topseller, das Ruchbrot und das Pfünderli habe er um 50 Prozent reduziert.

Hundekot im Eingangsbereich
Die Reaktionen auf seine Aktion liessen nicht lange auf sich warten. "Ich habe mich doch etwas über die Reaktionen erschrocken", sagt Aron Lehmann. Täglich hätten ihn zahlreiche E-Mails und Telefonanrufe erreicht, obwohl er "gegen eine sachliche Kritik nichts einzuwenden" hat. Zweimal innert kürzester Zeit wurde der Eingangsbereich seiner Bäckerei an der Flawilerstrasse aber mit Hundekot verwüstet. "Das muss nun wirklich nicht sein", sagt Lehmann.

Sein ursprünglicher Plan, seinen rückläufigen Kundenzahlen entgegenzuwirken und wieder mehr Kunden in seinen Laden zurückzubringen, rückte in den Hintergrund. Wichtig sei vielmehr gewesen, im Markt ein Zeichen zu setzen und die Leute aufzurütteln. Das habe Lehmann mit dieser Aktion erreicht. "Es war eine sehr aufwühlende Zeit, mit vielen Emotionen", sagt Lehmann über die letzten Wochen. Und seine Mitarbeiter und seine Frau hätten dabei immer zu ihm gestanden.