BADMINTON: Final-«Diamant» spielte beim Gast

Dem Badmintonclub Uzwil gelingt es am Sonntag nicht, das 4:4 vom Hinspiel gegen La Chaux-de-Fonds zum Gewinn des Meistertitels zu nutzen – trotz stimmungsvollem Kampf in der Breiti.

Lukas Pfiffner
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Der Pokal blieb nur kurz zu Besuch in Uzwil. (Bild: Lukas Pfiffner)

Der Pokal blieb nur kurz zu Besuch in Uzwil. (Bild: Lukas Pfiffner)

Lukas Pfiffner

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Iztok Utrosa war unter Druck. Uzwils 30-jähriger Spielertrainer aus Slowenien musste gegen den Bulgaren Daniel Nikolov unbedingt gewinnen. Ein 6:7 zeigte die Resultattafel in der Uzwiler Breiti-Halle nach dem 4:4 vom Samstag und den ersten fünf Partien des Sonntags. Utrosa führte im ersten Satz 15:13, Nikolov – mit geringerer Körpergrösse – erwies sich aber als hartnäckiger und flinker Gegner. Mit 21:18 setzte sich der La Chaux-de-Fonnier durch. Sehr laut war es, die 600 Zuschauer spürten, das immer noch etwas möglich war: Der Final ging in die entscheidende Phase. Auf dem Feld nebenan kamen Jelle Maas/Tenzin Pelling zwar zum erwarteten Sieg im gemischten Doppel (21:7; 21:11). Die Gäste konnten allerdings im abschliessenden Frauen-Einzel von einem ungefährdeten Erfolg in zwei Sätzen durch Sabrina Jaquet ausgehen. Entsprechend couragiert ging Utrosa zu Werke. Trotz erneuter Führung (mit fünf Punkten) musste er auch den zweiten Satz an den elf Jahre jüngeren Bulgaren abgeben (16:21).

Nach der jungen Sereina Hofstetter am Samstag kam im Rückspiel Michelle Joller gegen Sabrina Jaquet zum Zug. Die EM-Dritte wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und setzte sich 21:11, 21:8 durch. Als «Diamant» bezeichnete Uzwils Präsident Jürg Schadegg die Nummer 1 der Schweiz. Jaquet hatte am Titel von La Chaux-de-Fonds den grössten Anteil. Die 30-Jährige gewann beide Einzel und mit Tiffany Girona zweimal das Frauendoppel ohne Satzverlust gegen Hofstetter/Pelling.

Sätze am Samstag waren ausgeglichen

Im Hinspiel hatte sich Uzwil in eine vorzügliche Ausgangslage gebracht, weil es beide Männerdoppel für sich entscheiden konnte. Aber in den Männereinzeln mussten sich sowohl Utrosa als auch Julien Scheiwiller geschlagen geben. Als «eng, sehr eng» bezeichnete Schadegg die Ausgangslage vor dem Rückspiel. Nicht nur die Spiele, sondern auch die Sätze waren am Samstag ausgeglichen gewesen. Für den Fall auch noch gleicher Anzahl Punkte, war zu Beginn des Nachmittags ausgelost worden, dass das zweite Männerdoppel zur Entscheidungsfindung herbeigezogen würde. Dieses gewannen Maas/Bösiger. Und der Papierform entsprechend entschied Artem Pochtarev das erste Einzel gegen den Norweger Marius Myhre.

«BC Uzwil hat einmal mehr ein Spektakel hingezaubert»

Andere Männerpartien gingen freilich an den Gast. Pochtarev/Blondel verloren das erste Männerdoppel. Nachwuchsmann Julien Scheiwiller bestätigte am Finalwochenende zwar sein Talent. Am Samstag gewann er im dritten Einzel gegen Mathias Bonny ebenso einen Satz wie am Sonntag. Punkto Schlagkraft und Präzision hatte der Westschweizer aber schliesslich Vorteile. La Chaux-de-Fonds sei eine Spur kompakter aufgetreten, meinte Schadegg, als das Schlussresultat von 7:9 feststand. Er durfte sich immerhin über einen stimmungsvollen Anlass freuen. Als Vertreter von Swiss Badminton übergab Claude Heiniger die Medaillen. Er dankte den Verantwortlichen und Zuschauern in Uzwil. «Ihr habt einmal mehr ein Badminton-Spektakel hingezaubert.»