BADMINTON: Blick zurück und nach vorn

Bereits vor einem Jahr verpasste der Badmintonclub Uzwil nur hauchdünn den Finaleinzug. BCU- Präsident und Sportchef Jürg Schadegg blickt auf die emotionale Zeit zurück und verrät Details zur Zukunft.

Matthias Zindel
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Jürg Schadegg ist Vereinspräsident und Sportchef zugleich. (Bild: Matthias Zindel)

Jürg Schadegg ist Vereinspräsident und Sportchef zugleich. (Bild: Matthias Zindel)

Matthias Zindel

sport@wilerzeitung.ch

Die Schockstarre beim Badmintonclub Uzwil war gross, als Anfang April das NLA-Team überraschend im Playoff-Halbfinal ausschied. Zeit, um Wunden zu lecken, hat man bei den Untertoggenburgern aber nicht. Jetzt gilt es wieder, vorwärts zu schauen.

Jürg Schadegg, knapp drei Monate sind seit dem bitteren Halbfinal-Aus vergangen. Schmerzt die Niederlage noch immer?

Als Favorit zu stürzen tut natürlich weh. Auch dieses Jahr waren wir nur einige Punkte vom Finaleinzug entfernt. Wenn so wenig fehlt, hinterfragt man sich noch mehr, was man hätte anders machen können. Vielleicht fehlte auch das letzte Quäntchen Wettkampfglück. Wenn man das Halbfinal sowohl auswärts als auch im Heimspiel nicht gewinnen kann, muss man jedoch anerkennen, dass der Gegner alles richtig gemacht hat.

Trotzdem, wieso vermochte Uzwil das Spiel nicht zu drehen?

Schliesslich gab es mehrere Faktoren. Die knappe Niederlage aus dem Hinspiel in Yverdon war für das Rückspiel in Uzwil eine zu grosse Hypothek. Ein weiterer Knackpunkt war die Verletzung von Christian Bösiger, welche sich unser wichtiger Stammspieler in der Vorbereitung zuzog. Wenn so eine Teamstütze ausfällt, ist es nicht einfach, diese Lücke zu schliessen. Bei einer genauen Analyse muss man rückwirkend sicherlich feststellen, dass wir innerhalb des Teams zu wenig Alternativen hatten, nutzbringende Teamveränderungen zu vollziehen.

Neidlos muss auch der Gegner gewürdigt werden. Spielte Yverdon im Halbfinal noch stärker als in der Meisterschaft?

Yverdon erreichte im Halbfinal das maximale Leistungsvermögen. Unserem Team war bewusst, dass es ein heisser Tanz werden könnte, doch Yverdon wuchs sogar über sich hinaus. Fast alle knappen Begegnungen entschieden die Westschweizer für sich. Das war stark.

Wie schreiten die Planungen für die nächste Saison voran? Kann das Kader gehalten werden?

Unsere Mannschaft bleibt erfreulicherweise grösstenteils zusammen. Christian Bösiger wird zwar etwas kürzer treten, dafür wird Nicolas Blondel nach seinem kurzfristigen beruflichen Auslandaufenthalt ins Team zurückkehren und das Männerteam vor allem im Doppel verstärken. Besonders freut mich, dass Kevin Joss die Herausforderung nochmals annimmt und die kommende Saison als vollwertiges Mitglied des NLA-Teams bestreiten wird. Somit figurieren mit Cendrine Hantz, Tenzin Pelling, Julien Scheiwiller und Kevin Joss insgesamt vier Uzwiler Eigengewächse im Stammkader. Das ist einzigartig in der NLA.

Sind weitere Neuzugänge geplant oder stehen schon fest?

Unser Fanionteam muss bei der Teamzusammenstellung variabler werden. Deshalb entschied sich die sportliche Leitung, den 26-jährigen holländischen Nationalspieler Jelle Maas zu verpflichten. Er gilt als ausgewiesener Doppelspezialist mit grosser internationaler Erfahrung.

Welche Ziele strebt der Verein, respektive das Fanionteam, nächste Saison an?

Wir wollen wieder die Playoff-Spiele erreichen. Das ist realistisch, obwohl alle Mannschaften in der Nationalliga A noch stärker einzustufen sind. Dies hängt auch mit der neuen Regelung zusammen, welche es ausländischen Spielern künftig erlaubt, in mehreren europäischen Meisterschaftsligen gleichzeitig zu spielen. Dadurch werden die Spiele noch spannender. Der BC Uzwil ist dafür bereit. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung sind in der nächsten Saison ganz bestimmt wieder Höhenflüge möglich.