Bachtobelbach-Kanal als Fasnachtssujet

Das Dorf am Fusse der Iddaburg feierte am Samstag die 23. Gähwiler Fasnacht. Wie immer in den geraden Jahren mit einem 16 Gruppen umfassenden Umzug. Dass dabei auch politische Themen zum Fasnachtssujet wurden, hat beinahe schon Tradition.

Beat Lanzendorfer
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Mit scharfem Geschütz die bunte Munition verteilt. (Bilder: Beat Lanzendorfer)

Mit scharfem Geschütz die bunte Munition verteilt. (Bilder: Beat Lanzendorfer)

GÄHWIL. Die Fasnacht ist durchaus ein probater Ort, um auf Probleme in einem Dorf aufmerksam zu machen. Steht dann noch ein Umzug zur Verfügung, umso besser. So weiss man jetzt, wo im 850-Seelen-Dorf der Schuh drückt. Da war zum einen der Bachtobelbach(-Kanal) bei den Männerrieglern omnipräsent, ein Thema, das nicht nur die direkten Anstösser betrifft. Im weiteren beschäftigte sich der Männerchor mit der «GüterZerlegung» – und weil Fasnacht ist, immer mit der nötigen Prise Humor. Da traf es sich gut, dass sowohl Gemeindeschreiber Magnus Brändle als auch Gemeindepräsident Christoph Häne dem Umzug beiwohnten – Probleme sind ja schliesslich da, um gelöst zu werden.

Die Nacht neu beleben

Ein Dorf lebt von den Vereinen, diese wiederum von den Menschen, die den Karren ziehen. In diesem Fall sind es Madeleine Egli und Vivian Thoma. Sie wollen die Fasnacht nicht sterben lassen. Zu schade wäre es, wenn man den Umzug und das Treiben danach zu Grabe tragen müsste. Deshalb wollen sie, unterstützt von den Damen- und Herrenriegen, auch dafür sorgen, dass künftig am Abend und nachts noch etwas mehr Gas gegeben wird.

Gäste aus nah und fern

Dafür, dass Trauerstimmung gar nicht erst aufkommen konnte, sorgten die 16 verschiedenen Guggen oder Wagen, die durch die Kirchbergerstrasse zogen. Schön, dass nicht nur das einheimische Volk mitmachte, es waren nämlich auch die Jungwacht/Blauring aus Kirchberg und Fischingen, die Fasnachtskommission aus Mosnang oder die Haselmöösler aus Rindal sowie weitere Gruppen mit eigenen Wagen zugegen. Musikalisch wurde der Tross von den Wiler Hofgeistern, den Wiler Bäretatzen und die Guugewörgern aus Bazenheid unterstützt.

Nach dem Umzug herrschte Stimmung in der Mehrzweckhalle, in der es schnell einmal eng wurde. Die Tombola und die «Uslumpätä» waren dann die Höhepunkte des Abends.

Motto-getreu gekleidet zog die Gruppe über die Kirchbergerstrasse.

Motto-getreu gekleidet zog die Gruppe über die Kirchbergerstrasse.

Die geplanten Bachöffnungen närrisch auf die Schippe genommen.

Die geplanten Bachöffnungen närrisch auf die Schippe genommen.