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«Bach würde wieder überlaufen»

ZUZWIL. Nachdem der Zuzwiler Dorfbach am 14. Juni Hochwasser führte und Teile der Gemeinde unter Wasser setzte, soll und muss er saniert werden. Die Vorarbeiten verzögern sich aber. Die Finanzierung dürfte noch für erhitzte Gemüter sorgen.
Simon Dudle
Vor allem im unteren Teil des Dorfes hat der Bach am 14. Juni grössere Bereiche unter Wasser gesetzt. (Bild: Ruth Grünenfelder)

Vor allem im unteren Teil des Dorfes hat der Bach am 14. Juni grössere Bereiche unter Wasser gesetzt. (Bild: Ruth Grünenfelder)

Der 14. Juni wird manch einem Zuzwiler in unguter Erinnerung bleiben. Nahezu von einer Minute auf die andere setzte sintflutartiger Regen ein. Der Dorfbach konnte die Wassermassen vor allem im unteren Teil nicht schlucken und trat an mehreren Stellen über die Ufer. Beachtliche Teile der Gemeinde wurden überschwemmt.

Mittlerweile ist das Bachbett wieder instand gestellt, grössere Uferschäden wurden repariert, Ablagerungen entfernt, umgestürzte Bäume gefällt und samt Wurzelstöcken beseitigt. Die Kosten von «ein paar 10 000 Franken», wie Gemeindepräsident Roland Hardegger sagt, dürften vom Kanton und der Perimeterkasse der Gemeinde bezahlt werden. Mehrere Anstösser haben auf Eigeninitiative Sandsäcke gekauft und Erdwalle aufgeschüttet.

Nicht erwünscht

Damit ist es aber noch längst nicht getan. «Ich gehe davon aus, dass der Bach wieder überlaufen würde, wenn die gleiche Menge an Wasser käme wie am 14. Juni», sagt Hardegger. Dies ist einer der Gründe, wieso nun eine umfassende Sanierung vorbereitet wird. Entweder macht man das Bachbett tiefer oder breiter. Entscheidet man sich für die Breite, muss die Gemeinde Land erwerben, was in der Regel zu schwierigen Diskussionen oder gar Enteignungen führt. Grundsätzlich dürfte dem Projekt mancher Stein im Weg liegen. Dies zeigt sich bereits in dieser frühen Phase. Für die Erarbeitung des Vorprojekts sind Aufnahmen des Geländes zu erstellen. Jedoch wurde den Verantwortlichen teilweise der Zutritt auf privates Land verweigert. So muss ein Ingenieur vom Bach her Aufnahmen mittels GPS machen. Auch eine teilweise ungenügende Rodung des Gebiets erschwert die Sache. Der Gemeinderat hat entschieden, auf eine erzwungene Rodung zu verzichten und abzuwarten, bis alles Laub von den Bäumen gefallen ist. Erst dann wird mit der Aufnahme der GPS-Daten begonnen.

Ausserordentlicher Kredit

Knatsch ist auch bei der Finanzierung programmiert. Denn diese ist noch nicht geregelt. Grundsätzlich haben sich Anstösser eines Gewässers an Sanierungen zu beteiligen, ob sie wollen oder nicht. Denn ihnen gehört ein Teil des Bachs. «Die Solidarität muss aber spielen, und wir haben die Frage zu beantworten, was zumutbar ist und wo die Schmerzgrenze liegt», sagt Hardegger. Das Gemeindeoberhaupt geht davon aus, dass sich der Kanton mit gut 50 Prozent an den Kosten beteiligen wird. Den Rest müssen Gemeinde und Private finanzieren.

Wie viel zu berappen ist, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Zuerst geht es darum, herauszufinden, welche Massnahmen nötig sind. Für die Erstellung dieses Vorprojekts wurden vier Offerten eingeholt; und der Zuschlag ging an die Brühwiler AG in Gossau. Der Gemeinderat hat für dieses Vorprojekt einen ausserordentlichen Kredit von 66 000 Franken genehmigt.

Bis zu einem Jahrzehnt

Wann die Bachsanierung durchgeführt wird, kann Roland Hardegger nicht prognostizieren, da eine einzelne Person mittels Einsprachen die Umsetzung während Jahren verzögern kann. «In der Regel nimmt eine Bachsanierung fünf bis zehn Jahre in Anspruch», sagt er.

Bei der Tüfenwiesstrasse bildete die Brücke eine Staumauer. (Bild: Ruth Grünenfelder)

Bei der Tüfenwiesstrasse bildete die Brücke eine Staumauer. (Bild: Ruth Grünenfelder)

So harmlos sieht der Dorfbach im «Normalzustand» aus. (Bild: Simon Dudle)

So harmlos sieht der Dorfbach im «Normalzustand» aus. (Bild: Simon Dudle)

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