«Autowelt» in neuen Händen: Hanspeter von Rotz übergibt sein Lebenswerk – und kündigt Projekte in Wil West an

Geschäftsgründer Hanspeter von Rotz vertraut die operative Führung und Inhaberschaft der Nachfolgegeneration an. Er wird aber weiterhin im Verwaltungsrat tätig sein. Zudem kündet er Millioneninvestitionen in Wil West an. Die Thurgauer Regierungsrätin und Leiterin Lenkungsausschuss Wil West Carmen Haag kündigt den Baustart nicht vor 2024 an.

Dinah Hauser
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Der Gründer der Autowelt übergibt die Geschäftsführung der zweiten Generation (von links): Daniel von Rotz, Hanspeter von Rotz, Karin von Rotz und Andrej Rüegg.

Der Gründer der Autowelt übergibt die Geschäftsführung der zweiten Generation (von links): Daniel von Rotz, Hanspeter von Rotz, Karin von Rotz und Andrej Rüegg.

Bild: PD

Der Gründer der Autowelt von Rotz AG tritt kürzer. Wie Hanspeter von Rotz per Medienmitteilung verlauten lässt, wurde an der Generalversammlung vom 11. September die Eigentums- und Mitbeteiligung an Tochter Karin von Rotz, Sohn Daniel von Rotz sowie Schwiegersohn Andrej Rüegg besiegelt. Alle neuen Mitinhaber hätten in Deutschland das Studium «Betriebswirt/in im Kfz-Gewerbe (HWK)» sowie fachspezifische Weiterbildungen in den USA absolviert. Karin von Rotz obliegt bereits seit 2019 die operative Leitung des Unternehmens.

Nach sieben Jahren als Präsident der Sektion St. Gallen-Appenzellerland-Liechtenstein des Autogewerbeverbands Schweiz trat Hanspeter von Rotz Mitte 2019 zurück. Nun übergibt er auch sein Lebenswerk an die nächste Generation. «Das ist mir gar nicht schwer gefallen», sagt der 65-Jährige.

«Ich kann die Firma in die Hände von drei tollen, jungen Leuten geben.»

Die gesamte Holding beinhaltet nicht nur das Autocenter, sondern auch zwei Werkstätten, ein Café mit Tankstelle und Waschanlage, ein Jungwagencenter, die Importwagenabteilung Swiss Import, eine Immobilienfirma oder das im April 2019 eröffnete Hotel. Gemäss eigenen Angaben macht die «Autowelt» einen jährlichen Umsatz von über 100 Millionen Franken und verkauft über 3500 Fahrzeuge.

Gänzlich zurücktreten möchte der Pensionär allerdings nicht: «Ich übernehme das Präsidium des Verwaltungsrates. Zudem gibt es noch einige neue Projekte.» Damit spricht Hanspeter von Rotz Investitionen in Millionenhöhe über die nächsten sechs Jahre an. Ein Grossteil davon entfalle auf Immobilienprojekte im Gebiet Wil West. Geplant sei ein Innovations- und Gewerbepark auf dem Areal der «Auto Welt». Konkret sei aber noch nichts. «Dafür muss Wil West erst gebaut werden.»

Baustart nicht vor 2024

Carmen Haag, Thurgauer Regierungsrätin und Leiterin des Lenkunsausschusses Wil West, bestätigt regelmässige Gespräche mit Hanspeter von Rotz. Weil noch keine konkreten Unterlagen vorlägen, könnten die Ausbaupläne nicht beurteilt werden. Wichtig sei, dass in einem ersten Schritt verschiedene Planungs- und Genehmigungsvorhaben für das Areal Wil West zu durchlaufen sind. Haag stellt auch einen Zeithorizont in Aussicht: «Mit einem Baustart der notwendigen Infrastrukturvorhaben ist nicht vor dem Jahr 2024 zu rechnen.»

Grundsätzliche Voraussetzung für die Realisierung eines Vorhabens auf dem Areal Wil West sei, dass die Standortentwicklung insgesamt zustande kommt. Dazu braucht es aber noch je einen Beschluss des St. Galler und des Thurgauer Parlamentes. Desweiteren müssen alle Vorhaben auf dem Areal der Charta Wil West entsprechen, die von beiden Kantonen sowie den Gemeinden Wil, Sirnach und Münchwilen und dem Vorstand der Regio Wil unterzeichnet wurde. «Ziel ist eine nachhaltig gesunde wirtschaftliche Entwicklung der Region mit neuen Arbeitsplätzen», sagt Haag.

Der Standort Wil West soll zu einem überregionalem Arbeitsplatzzentrum mit interkantonaler Ausstrahlung entwickelt werden. Gleichzeitig soll die Region ihr Verkehrsproblem lösen und attraktive Lebensräume bewahren können. Auf der rechtlichen Seite müssen alle Vorhaben den Vorgaben der Kantonalen Nutzungszone entsprechen. Diese werde nächstes Jahr nach den Parlamentsbeschlüssen öffentlich aufgelegt.

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