Autonomie im Alter bewahren: Die Genossenschaft Wohnen 60plus Uzwil hat ein Gebäude mit altersgerechten Wohnungen gebaut – jetzt ist es fertig

Entstanden ist ein zusammenhängender Wohnraum, in dem Gemeinschaft ebenso im Zentrum steht wie Individualität und Privatsphäre. Bereits sind 24 der 26 Wohnungen vermietet, und die ersten Bewohner sind schon eingezogen.

Philipp Stutz
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Blick ins Innere einer Wohnung. Es wurden Zweieinhalb-, Dreieinhalb- und Viereinhalb-Zimmer-Wohnungen erstellt.

Blick ins Innere einer Wohnung. Es wurden Zweieinhalb-, Dreieinhalb- und Viereinhalb-Zimmer-Wohnungen erstellt.

Bild: PD

«Das Gebäude steht, alle haben Freude, und die Rückmeldungen sind positiv», freute sich Werner Dintheer, Präsident der Genossenschaft Wohnen 60plus Uzwil. Der Bauabschluss wurde gebührend gefeiert, wobei neben den Bauverantwortlichen auch zukünftige Bewohner zugegen waren.

Präsident Werner Dintheer mit Projektleiterin Mirjam Inauen (links) und Bauleiterin Esther Fuster.Bild: Philipp Stutz

Präsident Werner Dintheer mit Projektleiterin Mirjam Inauen (links) und Bauleiterin Esther Fuster.Bild: Philipp Stutz

Bild: Philipp Stutz

In den Neubau an der Fichtenstrasse sind laut Kassier Horst Kämpfen 10,75 Millionen Franken investiert worden. Man erwarte keine Kostenüberschreitung. Die Genossenschafter haben mit ihren Anteilscheinen wesentlich zur Finanzierung beigetragen. Hinzu kam eine langfristige Festhypothek. «Im März 2018 erlebten wir einige Schrecktage, als wir den Kostenvoranschlag des Architekturbüros mit den 10,75 Millionen Franken erhielten», gestand Dintheer. Im gleichen Monat habe man auch die Baubewilligung erhalten.

Der anvisierte Baubeginn sei trotzdem auf der Kippe gestanden. Kassier Kämpfen sagt:

«Glücklicherweise fanden wir im letzten Moment einen Darlehensgeber, der uns die fehlenden Mittel zusicherte.»
Horst Kämpfen, Kassier.

Horst Kämpfen, Kassier.

Und so konnten die Bauarbeiten am 13.August 2018 aufgenommen werden.

24 der 26 Wohnungen bereits vermietet

«Wir haben vorsichtig geplant und die Vollvermietung erst nach neun Monaten erwartet», führte Dintheer weiter aus. Nun sind bereits 24 der 26 Wohnungen vermietet, und die ersten Bewohner sind schon eingezogen. Sämtliche Wohnungen erfüllen die Anforderungen für altersgerechtes Wohnen. Das markante Gebäude wurde bezüglich Ausbau, Schall- und Wärmeisolation nach neusten Erkenntnissen gestaltet. Die Umgebung wird mit Blumenwiesen, Bäumen und Begegnungszonen gestaltet.

2016 wurde das Siegerprojekt des Architekturbüros Gähler Flühler Architekten, St.Gallen, der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Bedürfnisse älterer Menschen seien in diesem Projekt besonders gut berücksichtigt, und die Jury zeigte sich auch von der restlichen Ausführung überzeugt.

Der Längsbau ist auf altersgerechtes Wohnen ausgerichtet und erstreckt sich über die ganze Parzelle.

Der Längsbau ist auf altersgerechtes Wohnen ausgerichtet und erstreckt sich über die ganze Parzelle.

Bild: PD

Rahmen, um den Alltag selbstständig zu gestalten

Entstanden ist ein zusammenhängender Wohnraum, in dem Gemeinschaft und sozialer Austausch ebenso im Zentrum stehen wie die Individualität und Privatsphäre der Bewohner. An der Fichtenstrasse werde Bewohnern der Rahmen geboten, um den Alltag selbstständig gestalten zu können.

Das Gebäude befindet sich zwischen dem Buecherwäldli und dem Kindergarten Fichtenstrasse. Die Katholische Kirchgemeinde Henau-Niederuzwil stellte der Genossenschaft das Baugelände mit einer Fläche von rund 4000 Quadratmetern im Baurecht zur Verfügung. Dieses dauert 100 Jahre. Ursprünglich hatte die Kirchgemeinde die Absicht, hier ein weiteres Gotteshaus zu bauen. Ein Vorhaben, das allerdings nie in die Tat umgesetzt wurden.

Hauswartung mit Personal des Buecherwäldlis

Dintheer zeigte sich glücklich und zufrieden, dass die Hauswartung mit Personal des Buecherwäldlis sichergestellt werden kann. «Damit können wir auch betreuten Menschen eine Aufgabe bieten.» Die Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro habe gut funktioniert, und die Informationen seien detailliert und zeitgerecht erfolgt. «Die Kommunikation hat immer geklappt», fand Dintheer weitere lobende Worte. Auf Grund der guten Planung, dem intensiven Kontakt mit den am Bau beteiligten Firmen und Handwerkern seien die Termine eingehalten und die geforderte Qualität in allen Arbeitsgattungen erreicht worden.

Genossenschaft ohne spekulative Absicht

(stu) Die Genossenschaft Wohnen 60plus Uzwil wurde im Jahr 2015 gegründet. Sie hat folgenden Zweck: die Beschaffung und das Bauen von preisgünstigen Wohnungen unter Ausschluss jeder spekulativer Absicht im Sinne des eidgenössischen Wohnraumförderungsgesetzes (WFG) und entsprechender kantonaler sowie kommunaler Erlasse. Bei der Vergabe der Wohnungen werden Einwohnerinnen und Einwohner aus der Gemeinde Uzwil bevorzugt.

Im Vorstand fungiert Werner Dintheer als Präsident. Horst Kämpfen, Bankleiter im Ruhestand, amtiert als Kassier. Den Vorstand komplettieren Christine Wirth-Angehrn, Gemeinderätin und Vizepräsidentin, Paul Gähwiler-Wick, Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Henau-Niederuzwil, Kurt Marti, Heimleiter des Seniorenzentrums Uzwil, Lucas Keel, Gemeindepräsident, und René Baer, pensionierter Arzt aus Oberuzwil.