Autofahrer sollen runter vom Gas

Am Autobahnanschluss in Oberbüren kommt es immer wieder zu Unfällen. Die Zubringerstrasse ist stark befahren, in Spitzenzeiten kommt es zu Staus. Jetzt hat das zuständige Bundesamt für Strassen reagiert und die Fahrbahn verengt.

Urs Bänziger
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OBERBÜREN. Autofahrer staunten über die Bauarbeiten, die in den letzten Tagen am Autobahnanschluss zwischen Oberbüren und Niederuzwil ausgeführt wurden. Eine Verengung der Fahrbahn, und das auf einer so stark befahrenen Strasse? Auch der Oberbürer Gemeinderat hat sich darüber gewundert und fragte nach. Beim Autobahnanschluss habe der Bund das Sagen, die Gemeinde könne nur ihre Wünsche anbringen, sagt Gemeindepräsident Andrea Taverna.

Das hatte die Oberbürer Behörde auch getan. In Spitzenzeiten sei der Autobahnzubringer stark belastet, es komme immer zu Staus, sagt Taverna. «Wir haben das dem Bundesamt für Strassen (Astra) schon verschiedentlich mitgeteilt; mit der Hoffnung, dass die Situation verbessert wird.»

Als Unfallschwerpunkt erkannt

Jetzt hat das Bundesamt für Strassen reagiert. «Der Autobahnanschluss in Oberbüren wurde als Unfallschwerpunkt erkannt», sagt Projektleiter Markus Weber. Deshalb seien jetzt Massnahmen ergriffen worden. Weber erklärt, weshalb die Mittelinsel verbreitert und dadurch die Fahrbahn verengt worden ist. «Für die Linksabbieger, die in beiden Richtungen in Oberbüren von der Autobahn ausfahren, ist es gefährlich, weil einerseits die Zubringerstrasse stark befahren ist, anderseits das Tempo auf dieser Strasse mit einem Geschwindigkeitslimit von 80 Stundenkilometern hoch ist.» Diese Situation habe immer wieder zu Unfällen geführt.

Wie der Projektleiter erklärt, wird jetzt die Höchstgeschwindigkeit am Autobahnanschluss auf 60 Stundenkilometer reduziert. «Die Verbreiterung der Mittelinsel beziehungsweise die Verengung der Fahrbahn ist ein optisches Signal für die Geschwindigkeitsreduktion.» Auch nach der Verengung entspreche die Fahrbahnbreite noch der Norm. Zudem werde durch die Verbreiterung des Mittelbereichs für die Linksabbieger ein Sicherheitsraum geschaffen.

Keine dauerhafte Lösung

«Wir hoffen, dass wir mit dieser ersten, ohne viel Aufwand realisierten Massnahme die Zahl der Unfälle senken können», sagt Markus Weber. Dies sei keine dauerhafte Lösung, sondern sei als Überbrückung gedacht. Denn gleichzeitig ist das Astra daran, eine Umgestaltung des Autobahnanschlusses zu planen. Dieses Projekt sei aber erst in der Entwicklung, sagt der Leiter der zuständigen Astra-Filiale in Winterthur, Otto Noger.

Gemeindepräsident Andrea Taverna ist skeptisch, ob diese Erstmassnahme die gewünschte Wirkung erzielen wird. «Vielleicht wird dadurch das Problem nur verlagert und es kommt durch die Verengung der Fahrbahn auf der Zubringerstrasse zu mehr und längeren Staus.» Die Oberbürer Behörde hat der Astra den Vorschlag unterbreitet, das Problem mit Lichtsignalanlagen oder Kreiseln zu lösen.