Autodieb muss für knapp zwei Jahre ins Gefängnis

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Münchwilen Für den Hausfriedensbruch fehlten die Beweise. Ansonsten folgte das Bezirksgericht Münchwilen in allen Punkten der Staatsanwaltschaft. 23 Monate Gefängnis kassiert ein 47-jähriger Schweizer, dessen Delikte vor zwei Wochen vor Gericht verhandelt wurden (unsere Zeitung berichtete).

2015 stahl der Mann – zwei Jahre, nachdem ihm der Fahrausweis für immer entzogen worden war – drei Autos. Im Wängemer Fall handelte es sich um ein Kundenauto einer Garage. Der Zündschlüssel habe gesteckt, so die Version des Angeklagten, während Garagist und Staatsanwalt sagten, der Beschuldigte habe den Schlüssel während der Mittagspause aus der unverschlossenen Werkstatt entwendet.

Weil für diesen Hausfriedensbruch die Beweise fehlten, reduzierte das Gericht in seinem gestern veröffentlichten Urteil den Strafantrag der Anklage von 26 Monaten auf 23. Der Verteidiger hatte 12 Monate beantragt. Die weiteren Anklagepunkte sahen die Richter hingegen als erwiesen an; namentlich Diebstahl, Fahren ohne Berechtigung, Fahren in fahrunfähigem Zustand, Entwendung zum Gebrauch sowie Amtsanmassung.

Des letzteren Vergehens hatte sich der Mann schuldig gemacht, weil er 2014 mit einem geliehenen Auto auf einer Autobahn einen deutschen Lastwagenchauffeur mittels Warnblinker und Handzeichen auf einen Parkplatz lotste, sich als Polizist ausgab und so dem Chauffeur – wegen angeblich schlecht gesicherter Ladung – eine «Busse» von 20 Euro abknöpfte.

Die unbedingte Gefängnisstrafe resultiert nicht zuletzt aus zwei einschlägigen Vorstrafen. Weiter hat der Verurteilte Kosten von 14000 Franken für das Verfahren und seinen Pflichtverteidiger zu tragen. (kuo)