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Auto, Velo oder Bus: Wie kommt man am schnellsten durch Wil? Wir haben den Test gemacht

Die «Wiler Zeitung» macht den Test: Kommt man in Wil mit dem Velo, dem Auto oder dem Bus schneller von A nach B?
Gianni Amstutz
Praktikantin Leonie Herde geht mit dem Velo ins Rennen, Redaktor Nicola Ryser nimmt das Auto. (Bild: Gianni Amstutz)

Praktikantin Leonie Herde geht mit dem Velo ins Rennen, Redaktor Nicola Ryser nimmt das Auto. (Bild: Gianni Amstutz)

Am Samstag findet in Wil das erste Velofestival Pedale statt. Organisator ist der Verein Velo Wil. Mit der Veranstaltung will dieser das Velo als Fortbewegungsmittel der Zukunft fördern. «In urbanen Gebieten stellen Velos eine gute Alternative zu Autos dar», sagte Fabienne Lovece, Co-Präsidentin des Vereins, gegenüber dieser Zeitung.

Trotzdem steigt die Zahl der Autos in der Schweiz seit Jahren an. 2017 waren gemäss Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) 4,6 Millionen Personenwagen registriert. Das sind doppelt so viele wie 1980. Nur 65 Prozent aller Schweizer Haushalte besitzen ein Velo. Die Zahl ist sogar rückläufig. Diese Abnahme wird in der Gesamtbetrachtung durch den steigenden Anteil E-Bikes relativiert.

Die Zahlen zeigen, dass sich das Velo noch nicht als Alternative zum Auto durchsetzen konnte. Für diese Erkenntnis würde man eigentlich nicht einmal statistische Beweise benötigen. Ein Blick auf die verstopften Strassen in Wil zur Feierabendzeit reicht. Das ist neben der Ökologie eines der Hauptargumente der Velo-Befürworter. Mit Zweirädern sei man im Strassenverkehr flexibler, könne Velowege nutzen und so Staus umgehen und erreiche dadurch das Ziel schneller als mit dem Auto.

Die «Wiler Zeitung» hat dies überprüft. Dazu wurde die Strecke vom Nieselberg an den Bahnhof gewählt. Redaktor Nicola Ryser fuhr diese mit seinem Auto, Praktikantin Leonie Herde stieg aufs Velo, und Redaktor Gianni Amstutz nahm den Bus von der nahegelegenen Haltestelle «Ulrich-Röschstrasse».

Das Ergebnis:

1. Platz: Das Velo mit 5 Minuten und 30 Sekunden

Für die Fahrt mit dem Velo ist die Topografie von grosser Bedeutung. Wäre der Weg in umgekehrter Richtung, nämlich vom Bahnhof bis zum Nieselberg, gefahren worden, wäre das Velo ziemlich sicher kläglich gescheitert. Aber bergab ist man mit dem Velo natürlich gut unterwegs. Ohne grosse Anstrengung kommt man relativ zügig voran.

Ein weiterer Vorteil: Auf dem Weg zum Bahnhof gibt es für Velofahrer natürlich zahlreiche Wege, um den Verkehr auf den Hauptstrassen zu umgehen. Mit ein wenig Wiler Ortskenntnis kann man davon nur profitieren. So kann man als Velofahrer nicht nur Kreuzungen mit Ampeln vermeiden, sondern auch Abkürzungen fahren. Damit kann – im Vergleich zum Auto – viel Zeit gespart werden, besonders zu gewissen Uhrzeiten.

Zum Schluss finden sich am Bahnhof gleich an mehreren Standorten Parkmöglichkeiten für das Velo, noch dazu gratis. Es wird keine Zeit verloren, um einen Parkplatz zu suchen und die Parkuhr zu bezahlen. Und so erreicht das Velo noch vor dem Auto und dem Bus das Ziel und geht, zumindest dieses Mal, klar als Sieger hervor. (lee)

2. Platz: Das Auto mit 6 Minuten und 59 Sekunden

Haustüre zu, Autotüre auf, Motor an und jetzt volle Fahrt voraus – würde man meinen. Doch wie das in der Stadt so ist, muss das Auto oftmals durch die Wohnquartiere schleichen. 30er-Zonen hat es einige, so auch beim Nieselberg. Schnell fahren ist dabei nicht erlaubt, sonst ist genauso schnell der Fahrausweis weg.

Folglich gelangt das Auto im Schneckentempo von Rechtsvortritt zu Rechtsvortritt, ein Zeitverlust bis zum Erreichen der Hauptstrasse ist unvermeidbar. Wer dann aber denkt, dass es zügiger vorangeht, der irrt. Kaum die Hauptstrasse erreicht, steht man mehrheitlich still – und sieht gleichzeitig Rot. Ob vor der Altstadt oder beim Schwanenkreisel: Die Karosserien stauen sich. Es ist der Verkehrsfluch der Stadt Wil.

Immerhin ist die Strassenüberlastung um die Mittagszeit nicht annäherend so prekär wie zur morgendlichen und abendlichen Rushhour. Und so erreicht das Auto doch sein Ziel, nach beinahe sieben Minuten. Aber ja, natürlich hätte man es ohne Verkehr auch in fünf geschafft. Egal, Ziel erreicht. Wo hat es jetzt noch einen freien Parkplatz? (nir)

3. Platz: Der Bus mit 9 Minuten und 36 Sekunden

er Start mit dem Bus verläuft nicht wunschgemäss. Startzeit war die fahrplanmässige Abfahrtzeit um 11.06 Uhr. Während Velo und Auto sich dann pünktlich auf den Weg machen können, fehlt vom Bus zu diesem Zeitpunkt jede Spur. Gartenbauer sind unweit der Haltestelle mit Arbeiten zugange und versperren mit ihren Wagen Teile der Strasse. Mit etwas über zwei Minuten Verspätung trifft der Bus schliesslich ein. Auch das gehört zum Benutzen des öffentlichen Verkehrs dazu.

Leider muss der Bus anschliessend auch noch an mehreren Haltestellen Leute ein- und aussteigen lassen, was zusätzlich Zeit kostet. Durch die Stadt läuft’s dann aber wie geschmiert. Sogar beim Linksabbiegen wird dem Bus oft der Vortritt überlassen. Eine Erfahrung, die einem Autofahrer eher fremd sein dürfte.

So erreicht der Bus sein Ziel am Bahnhof doch noch pünktlich um 11.15. Damit hätten Pendler – trotz Anfangsverspätung – sogar noch den Zug um 11.19 Uhr Richtung St. Gallen erreicht. In Sachen Verlässlichkeit bezüglich Anschlüssen am Bahnhof gab es bei der Testfahrt also nichts zu beanstanden. (gia)

Hinweis:
Velofestival Pedale, Samstag, Allee-Schulhaus, Obere Bahnhofstrasse, Altstadt, Stadtweier.

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