«Auszeichnung macht mich stolz»

Markus Böni, seit 1981 als Präsident an der Spitze des FC Bazenheid, wurde an der 3. Nacht des Ostschweizer Fussballs zum Funktionär des Jahres gekürt. Er nahm die Auszeichnung mit Stolz und Freude entgegen und bleibt dem Fussball auch weiterhin erhalten.

Beat Lanzendorfer
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Markus Böni «Funktionär des Jahres» (rechts) im Gespräch mit Fernsehmann Lukas Studer an der 3. Nacht des Ostschweizer Fussballs. (Bild: pd)

Markus Böni «Funktionär des Jahres» (rechts) im Gespräch mit Fernsehmann Lukas Studer an der 3. Nacht des Ostschweizer Fussballs. (Bild: pd)

FUSSBALL. Die Zeiten am Ende der Siebziger-, Anfang der Achtzigerjahre waren strub. Der FC Bazenheid hatte zwar 1980 nach mehreren erfolglosen Anläufen die Rückkehr in die 3. Liga geschafft, das zarte Pflänzchen war aber schwach, konnte nicht gedeihen, so dass der Aufenthalt 24 Monate später schon wieder beendet war. Dazwischen gab Alois Stehrenberger nach sechsjähriger Amtszeit an der Hauptversammlung 1981 seine Demission als Präsident bekannt.

Weil dieser Entscheid schon vorher bekannt war, lief die Suche nach einer neuen Führungskraft auf Hochtouren. Markus Böni erinnert sich: «Nichtsahnend fuhr ich eines Morgens mit Hans <Hasä> Stadler im Auto von Bazenheid nach Wil. Der heutige Sportchef hat mich damals so lange bearbeitet, bis ich mich bereit erklärte, das Präsidentenamt zu übernehmen, obwohl ich erst 29 Jahre alt war und noch als Aktiver in der 1. Mannschaft spielte.»

Die ersten Jahre

Es war nun keineswegs so, dass es in seinen ersten Amtsjahren steil nach oben gegangen wäre. So zogen fünf Jahre ins Land, bis der 1. Mannschaft nach dem Abstieg 1982 der ersehnte Wiederaufstieg in die 3. Liga gelang. Auch abseits des grünen Rasens kam Bewegung ins Spiel. So standen die 50-Jahr-Feierlichkeiten 1988 vor der Tür. Drei unvergessliche «Feiertage» gelten noch heute als Meilenstein in der Vereinsgeschichte. Die Ära der Neuzeit wurde dann definitiv mit der Baubewilligung der politischen Gemeinde für das Bauprojekt Sportplatz Ifang gelegt. In die zehnjährige Amtszeit des Präsidenten fällt im Sommer 1991 auch die Eröffnung des neuen Sportparks. Sportlich geht es in der Folgezeit steil aufwärts. Bazenheid wird in der Saison 1993/94 erstmals Gruppensieger in der 3. Liga, scheitert aber in den Aufstiegsspielen an Münchwilen. Zwei Jahre später darf endlich gejubelt werden. Die Alttoggenburger schaffen unter Trainer Jack Hörler erstmals den Sprung in die 2. Liga. Dort braucht es keine lange Eingewöhnungszeit, die erste Saison endet hinter Kreuzlingen auf Platz 2. Bazenheid etabliert sich in der Folge an der Spitze der 2. Liga und qualifiziert sich im Millenniumsjahr spektakulär mit zwölf Punkten Vorsprung für die 2. Liga Interregional. 20 Jahre nach seinem Amtsantritt darf Markus Böni auf ein goldenes Jahrzehnt zurückblicken.

Es geht so weiter

Trotz Abstieg 2002 zeigt die Kurve weiter steil nach oben, denn bereits zwölf Monate später gelingt unter Trainer Adi Allenspach die Rückkehr in die Interregionale 2. Liga. In die fünfjährige Amtszeit des heutigen Tuggen-Trainers fallen auch die Cupspiele gegen Lugano (2004) und Chiasso (2006). Als 2007 Oscar Escobar das Traineramt übernimmt, darf er sich gegen den dritten Tessiner Vertreter versuchen – und scheitert gegen Bellinzona. Er ist es aber, der im Herbst 2008 mit seiner Mannschaft für den bisherigen Höhepunkt der Vereinsgeschichte besorgt ist.

Bazenheid empfängt am 20. September vor 4000 Zuschauern in der ersten Hauptrunde des Schweizer Cups den grossen FC St. Gallen und muss sich erst nach Verlängerung mit 0:2 geschlagen geben.

Abstieg und Jubiläum

Nachdem Markus Böni nach 25 Amtsjahren zum Ehrenpräsidenten (2006) ernannt worden ist, würdigen ihn die Mitglieder bei seinem Dreissigjährigen mit einem Bildband. Ein Jahr später muss der Präsident einen Tiefschlag verdauen: Die 1. Mannschaft steigt nach neun Spielzeiten in der 2. Liga Interregional ab. Das ganze Umfeld steckt den Kopf allerdings nicht in den Sand, formiert sich neu und erreicht in den beiden vergangenen Spielzeiten zweimal den zweiten Schlussrang. Fernziel ist der Wiederaufstieg in die 2. Liga Interregional.

Im Gespräch mit Markus Böni kommt er auf seine persönlichen Höhepunkte zu sprechen. Vereinsumfeld: «Jederzeit haben mich alle FCB-Funktionäre und -Mitglieder tatkräftig unterstützt und viel dazu beigetragen, dass unser Verein in der Region einen ausgezeichneten Ruf geniesst. Stolz bin ich auf gemeinsam mit meinen Vereinskameraden Geschaffenes. So auf das vereinseigene Festzelt, das in viel Fronarbeit ehrenamtlich erstellte Clubhaus, den FCB-Bus für die Fahrten zu den Auswärtsspielen. Mit Freude erfüllt mich, dass wir in allen Juniorenkategorien und in drei Aktivteams mit tollen Trainern vertreten sind, dass viele Vorstandskollegen auch schon langjährig für den FCB tätig sind. Die jährliche Durchführung unseres Sport Bossart Hallenmasters, unseres Grümpeli und die einmalige Euronics-Comedy-Night, aber auch der Bazenheider Cup und der Credit Suisse Cup verlangen den Einsatz aller ab. Hinzu kommen die sportlichen Eckpunkte: Erstmaliger Aufstieg in die 2. Liga 1996. Die Gala 1998 zum 60-Jahr-Vereinsjubiläum. Qualifikation zur 2. Liga Interregional im Jahre 2000 – danach der Wiederaufstieg 2003. Champions Night FC Bazenheid aus Sicherheitsgründen auf dem Wiler Bergholz zwischen den beiden Landesmeistern 2004 Basel und Werder Bremen vor 4550 Zuschauern. Das Cupspiel Bazenheid – St. Gallen am 20. September 2008. Und als vorläufig letzter Höhepunkt die Organisation der Feierlichkeiten im Jubeljahr 75 Jahre FC Bazenheid».

Vier weibliche Ehrenmitglieder

Zu guter Letzt erwähnt er die vielen langjährigen Mitglieder inklusive die vier weiblichen Ehrenmitglieder, ohne deren Mittun eine solche Erfolgsgeschichte kaum möglich gewesen wäre. Bei so viel Schaffenskraft war die Auszeichnung «Funktionär des Jahres» die logische Konsequenz. Markus Böni ist stolz darauf und wird seine Kräfte auch in Zukunft dem FC Bazenheid zur Verfügung stellen.

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